Opel bringt schon zu dieser frühen Zeit nach dem Krieg alle zwei Jahre geänderte Modelle heraus, aber diesmal sind die Änderungen marginal. Der Olympia Rekord hat seine Haifischzähne verloren und die Stoßstangenhörner. Ja doch, auch die Generator- und Motorleistung wurden gesteigert, von 29 kW (40 PS) auf 34 kW (45 PS). Wenn man den Wagen jetzt karosserie- und leistungsmäßig als graue Maus beschimpft, dann tut das seiner enormen Popularität und Verbreitung keinen Abbruch. Im Gegenteil, er scheint genau das richtige Produkt für den Nachkriegsmarkt in Deutschland aber auch im Export zu sein. Offensichtlich spielt auch der Kundendienst, also die Werkstatt vor Ort eine Rolle. In der Zuverlässigkeit hier und dem guten Ruf hat Opel nur einen Konkurrenten, VW. Auch im Wiederverkaufswert dürfte es hier Ähnlichkeiten geben, nicht aber im Preisniveau generell, denn der Olympia Rekord gilt als Mittelklassewagen mit besseren Fahrleistungen und entsprechendem Prestige. Er hat nach wie vor eine übersichtliche Karosserie und bietet auch für etwas längere Strecken genügend Platz für vier Personen samt Gepäck. Der Motor wird hoch gelobt, Fahrwerk und Bremsen nicht ganz so euphorisch. Vom sehr schwingungsfreudig hat er sich die Opel-Fahrzeuge zu berechenbaren Kurvenpartner entwickelt. Angemeckert wird er, weil er sich die Heizung extra bezahlen lässt. Das ist übrigens zu der Zeit durchaus üblich. Nur beim VW-Käfer lässt sich die (schwache) Heizung schlecht getrennt verkaufen. Ebenfalls der Außenspiegel ist ein Extra. Immerhin hat der Wagen schon so außergewöhnliche Errungenschaften wie das Ein-Schlüssel-System und den automatisch rückstellenden Blinkerhebel. 10/10
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