Natürlich ist das Doppelkupplungsgetriebe eine feine Sache. Wer einmal, auch nur als Unbeteiligte(r), gehört und gesehen hat, wie ein damit ausgerüstetes Fahrzeug beschleunigt, wird die Begeisterung teilen. Aber
es gibt auch ein Problem, nämlich den Aufpreis. Inzwischen hat z.B. ein Direktschaltgetriebe bei VW exakt den Aufpreis eines Allradantriebs erreicht.
Geht das nicht günstiger? Natürlich nicht mit exakt dem gleichen Effekt aber immerhin. Gemeint ist die Elektronische Kupplung, auch e-clutch genannt. Sie macht das Kupplungspedal zu einem elektronischen Sensor,
der allerdings bei Betätigung recht überzeugend den Eindruck vermittelt, man habe ein ganz gewöhnliches unter dem linken Fuß.
Der Rest ist leicht verwunderlich, denn man hat jetzt (noch) keinen Stellmotor direkt an Stelle des zentralen Nehmerzylinders, sondern verbindet diesen mit dem Geberzylinder. Die Hydraulik bleibt also erhalten. Jetzt
kann entweder der Stellmotor allein die Kupplung ein-/ausrücken lassen oder die Betätigung durch den/die Fahrer/in modifizieren. In schwierigen Situationen, z.B. beim Anfahren mit schweren Lasten im Berg, wird der
Stellbereich erweitert.
Denkbar für die Zukunft wäre auch, eine durch zu zaghaftes Einrücken verursachte ungünstige Erwärmung durch Eingriff in diesen Einrückvorgang zu verhindern. Denken Sie zusätzlich an den Lkw-Bereich, wo
Einrücken unter hohen Lasten durch eine Art hydraulische Kupplung abgemildert wird. Hier könnte die elektronisch gesteuerte Kupplung die leichteren Fälle vielleicht kostengünstiger ersetzen.
| Weniger Verschleiß durch Eingriff in den Kupplungsvorgang. |
Eigentlich müsste diese Kupplung jeglichen Anfahrvorgang erfolgreich gestalten können, aber so weit sind die Entwickler noch nicht. Sie haben sich bei LUK (Schäffler) auf das Segeln konzentriert. Geht also der/die
Autofahrer/in vom Gas, wird nicht die Motorbremse wirksam, sondern der Motor wird abgekoppelt und geht aus, eine Art Start/Stopp während der Fahrt. Natürlich treibt er wieder an, wenn man Gas gibt.
| Keine konstruktive Änderung am Antriebsstrang nötig. |
Bosch geht noch einen Schritt weiter und offeriert das System auch für Stop-and-Go bei Staus. Man muss also nicht jedes Mal die Kupplung treten, den Gang einlegen und die Kupplung kommen lassen, wenn es
wieder ein Stück weiter geht. Wissen Sie übrigens, dass es so etwas in grauer Vorzeit schon einmal in Form einer Fliehkraftkupplung
beim
Citroën 2CV gegeben hat. Man konnte den Gang drin lassen und sich aufs Gasgeben beschränken.
| Ohne Kupplungspedal ginge es auch ... |
Das heutige System ist natürlich nicht mehr nur mechanisch, wenngleich die Elektronik das Anfahren auch noch nicht perfekt beherrscht. Wenn die Elektronische Kupplung preislich im Rahmen bleibt, ist sie als Extra
sicher eine Überlegung wert. Auch stecken in ihr noch mehr Möglichkeiten bis hin zu einer Art Halb- oder sogar Vollautomatik. Eines ist allerdings sicher, das Schalten ohne Unterbrechung der Zugkraft wie beim
Direktschaltgetriebe wird mit ihr nicht möglich sein.
F1 - Kupplung
Die Kupplung wird nur einmal beim Start vom Fahrer betätigt. Der braucht dazu Tipps von den Ingenieuren, denn die Situation stellt für die Kupplung die höchste Belastung dar. Trotzdem wird die Kupplung zum
(automatischen) Schalten gebraucht. Dadurch und durch Boxenstopps ist ihre Lebensdauer auch abhängig von der Zahl der Rennen begrenzt.
Es ist eine Trockenkupplung und sie wiegt weniger als 900 Gramm und kann inzwischen bis zu 900 Nm übertragen. In einem Gehäuse aus hochfestem Titan werden 4 Zwischen- und 3 Kupplungsscheiben durch
eine Membranfeder aufeinandergepresst. Früher wurde die Kupplung durch Drücken, heute durch Ziehen ausgerückt. Wegen der enormen Temperaturen von ca. 1000°C wird als Reibmaterial ausschließlich Carbon
verwendet. Selbst die Membranfeder wird noch bis zu 400°C heiß.
Das alles beansprucht nur 111 mm (DTM 140 mm) Außendurchmesser und ist zulässig bis 22.000/min. Dadurch kann der Motor so tief wie möglich eingebaut werden. Mehr über das quer eingebaute Getriebe in der
Formel 1 können Sie hier nachlesen.
Kraftfluss - Kupplung
Motor-Kraftfluss
| Kurbelwelle |
|  |
| Schwungrad (1) |
 |
| Kupplungsdeckel (2) | | |
 | |  |
| Tangential-Blattfedern (3) | | |
 |
| Anpressring (4) |
|  |
| Kupplungsscheibe (5) |
|  |
| Getriebewelle |
Pedal-Kraftfluss

| Kupplungspedal (1) |
 |
| Geberzylinder (2) |
 |
| Bremsflüssigkeit (3) |
 |
| Nehmerzylinder (4) |
 |
| Ausrückhebel (5) |
 |
| Ausrücklager (6) |
 |
| Membranfeder (7) |
 |
| Druckplatte (8) |
 |
| Kupplungsscheibe (9) |
SAC-Kupplung
Höheres Drehmoment ist für im Alltagsverkehr genutzte Fahrzeuge eigentlich noch sinnvoller als höhere Leistung, denn dafür muss der Motor relativ hoch drehen. Direkter Nachteil eines drehmomentstärkeren
Motors ist die höhere mechanisch/hydraulische Betätigungskraft. Viele Verbesserungen auf diesem Gebiet können an dem Grundproblem nur wenig ändern.
Genau hier scheint die Self Adjusting Clutch (selbstnachstellende Kupplung) eine zusätzliche Erleichterung zu bieten, hat aber auch noch andere Vorteile. Während die Nachstellung bisher
durch die Betätigung erfolgte, greift sie hier unmittelbar zwischen Feder und Druckring ein. Vereinfacht könnte man sagen, der Druckring wird automatisch um das Maß dicker, was die Dicke der Kupplungsscheibe
durch Verschleiß abnimmt.
Dies wird durch eine Loslösung der Normal-Membranfeder vom Kupplungsdeckel und, zumindest in der ersten SAC-Serie, den Einbau einer zweiten Feder mit zusätzlichem Rampenring erreicht. Wird also der
Federweg durch Verschleiß der Kupplungsscheibe weiter, verdreht sich ein Ring mit um den Umfang verteilten Schrägen so, dass wieder der alte Federweg erreicht wird. Eigentlich braucht man die Verstellung an
der Kupplungsbetätigung nicht mehr.
Was aber noch viel wichtiger ist, die Membranfeder wird immer beim gleichen Federweg belastet, muss also dort nur ihr Maximum haben. Müsste Sie einen größeren Federweg abdecken, wäre das Maxumum
größer und damit auch die Betätigungskraft. Die Kupplung insgesamt und damit auch die Kupplungsscheibe wird mehr geschont und hat eine entsprechend höhere Standzeit.
Allerdings muss man die Kupplung mit einem auf wenig Dicke verdrehten Rampenring montieren, eventuell diesen schon bei der Demontage fixieren, was am besten mit dem oben gezeigten Spezialwerkzeug
möglich ist.
Kupplungsautomat
Aufgabe
Der Kupplungsautomat besteht aus Kupplungsdeckel, Membranfeder und Druckring. Er soll für die nötige Anpresskraft sorgen. Außerdem überträgt er das Drehmoment vom Schwungrad auf den Druckring.
Funktion
Im Gegensatz zur Schraubenfederkupplung (Bild 2) steigt bei der Membranfederkupplung (Bild 1) die Betätigungskraft nicht weiter an, wenn der Druckpunkt überschritten ist. Sie kann sogar geringer werden. Das
Kupplungspedal wird immer vollständig durchgetreten. Damit wird eine hohe Belastung der Getriebesynchronisation vermieden.
Außerdem ist die Membranfederkupplung einfacher aufgebaut und leichter, weil Hebel für die Übertragung des Drehmoments auf den Druckring entfallen. Das übernehmen kleine Tangentialfedern zwischen Deckel
und Druckring.
Wichtig
Bei Reparaturarbeiten an der Kupplung sollten neben der Kupplungsscheibe auch das Ausrücklager und der Kupplungsautomat ausgetauscht werden.
Kupplungsnachstellung
Aufgabe
Die hydraulische Kupplungsbetätigung hat es schon lange. Deshalb und weil die Wartungsintervalle immer größer werden, war es nur
eine Frage der Zeit, bis es für die über Seilzug betätigte Kupplung ebenfalls eingeführt wurde. Zumal diese billiger ist und es ja gar nicht sicher ist, ob uns die Bremshydraulik noch lange erhalten bleibt.
Kupplungshydraulik ist zwar auch ohne diese machbar, aber wenig sinnvoll. Stellen Sie sich vor, es gäbe Wechselintervalle für die hydraulische Kupplungsbetätigung. Und besonders für kleinere Fahrzeuge wird uns
das Schaltgetriebe mit normaler Kupplung noch länger erhalten bleiben.
Funktion
Oben im Bild ist zunächst einmal eine über Seilzug betätigte Kupplung dargestellt. Wird das Pedal durchgetreten, so klemmen die Kugeln über einen Konus an der Seilumhüllung im äußeren Käfig fest. Der restliche
Seilweg zieht am Ausrückhebel unten. Wird dieser Hebel wegen der Abnutzung der Kupplungsscheibe weiter nach unten verstellt, so zieht in der Lösestellung das rote Klemmstück den inneren Käfig nach unten.
Entsprechend kürzer wird auch die Seilverbindung vom Pedal zum Nachstellmechanismus. Wird bei stärker ausgestellter Kupplungsbetätigung jetzt das Pedal durchgetreten, so klemmen die Kugel die Seilhülle jetzt
weiter unten fest. Es steht für den Weg des Ausrückhebels jetzt mehr Seil zur Verfügung.
Reparatur
Wahrscheinlich ist es am einfachsten, immer gleich ein neues Seil einzubauen, auch wenn nur die Lasche am Kupplungshebel defekt ist. Billig ist das Neuteil allerdings nicht. Wir reden hier vom Wiedereinhängen
des Kupplungsseils. Es pflegt beim Aushängen die Stahlseele ganz nach innen zu ziehen. Hängen Sie es trotzdem ein, schleift die Kupplung jämmerlich.
Dass es nur mit Spezialwerkzeug oder nur zu zweit geht,
stimmt so nicht. Allerdings ist es sehr unbestimmt, wann das Ziehen an der Stahlseele und das endlose (und scheinbar sinnlose) Verdrehen und Verbiegen der Hülle endlich dazu führt, dass der Zug wieder in seine
Anfangsstellung geht und die Seele ein deutliches Stück weit herauskommt.
Dann allerdings bloß nicht loslassen. Entweder baumelt da noch das Plastikteil um den Zug, dessen untere Seite sich mit zwei
Noppen an dem Zug befestigen lässt, oder Sie haben eine Drahtkonstruktion vorbereitet, die diese Position der Nachstellvorrichtung sichert, bis der Zug kupplungsseitig wieder eingebaut ist.
Notlauf - Kupplung>
Mit einer defekten Kupplungshydraulik (Bild oben) oder einem gerissenen Kupplungsseil noch fahren, geht das überhaupt? Ja, falls Sie noch nicht diesen neumodischen schlüssellosen Zugang haben, sondern
durch einen Knopf oder den Zündschlüssel ihr Auto starten. Halt. Erst erklären wir Ihnen die Methode und eventuelle Risiken und dann entscheiden Sie selbst.
Ihr Kupplungspedal trennt den Motor nicht mehr vom Getriebe. Im günstigeren Fall können Sie dann mit viel Umsicht, eingelegtem zweiten Gang und dem Starten des Motors direkt losfahren. Zugegeben, das ist nicht
ganz ruckelfrei und schadet auch ein wenig dem Starter, aber was meinen Sie, was der sich z.B. von manchem unaufmerksamen oder unbedarften Zeitgenossen alles gefallen lassen muss.
Aus engen Parklücken (1) oder bergauf (2) kommen Sie so nicht weg. Da ist unter Umständen Schieben (1) angesagt oder das Anfahren im ersten Gang (2). Dann müssten Sie an einer verkehrsberuhigten Stelle
den Gang noch einmal ohne Gas und mit leichter Gewalt herausnehmen, anhalten und den Motor erneut mit dem zweiten starten.
Das ist zwar nicht normal und auch nicht spritsparend, aber wir fahren jetzt so langsam, wie es der fließende Verkehr zulässt, im zweiten Gang auf möglich kurzem Weg aus der Stadt heraus. An jeder roten Ampel
und bei jeder Vorfahrt, die wir beachten müssen, immer das gleiche Spiel. Ohne Gas Gang raus, anhalten, Motor aus und alles wieder von vorn, je seltener desto besser. Bei Stau bleiben Sie am besten gleich
stehen, rufen den Abschleppdienst oder gehen erst einmal essen.
Am besten geht es ihrem Auto auf der nicht zu vollen Autobahn. Allerdings müssen Sie vorher noch in den höchsten Gang wechseln. Deshalb lassen Sie erst einmal den Motor im zweiten Gang ziemlich hoch drehen.
Dann Gas wieder wegnehmen, den Gang heraus nehmen und mit maximal etwas über Leerlaufdrehzahl zügig in den höchsten Gang schalten. Mit ein wenig Gefühl macht das noch nicht einmal Geräusche.
Ja, Sie haben recht. Der Starter leidet je nach Anzahl der Stopps. Auf keinen Fall sollten Sie ihn weiter betätigen, wenn er keine Wirkung zeigt. Auch für die Getriebesynchronisation ist das kein Fest. Aber wer mit
Gefühl an die Sache herangeht, kann höchstens bei ohnehin angeschlagenen Bauteilen einen ernsthaften Defekt erleiden. Und wer sich problemlos abschleppen lassen kann, macht eine solche Transaktion
ohnehin nicht.
Kupplungsscheibe
Aufgabe
Für ruckfreies Einkuppeln sorgen, Toleranzen zwischen den Flächen der Druckplatte und des Schwungrades ausgleichen und beim einteiligen Schwungrad Resonanzen desGetriebes mindern.
Funktion
Auf dem Bild oben sind zusätzlich zur Trägerplatte noch links und rechts die federnden, manchmal auch leicht gewellten Zwischenlagen erkennbar. Auf denen sind die vorderen Beläge aufgenietet. Sie lassen die
Reibbeläge im eingekuppelten Zustand gleichmäßig anliegen und ermöglichen damit ein weiches Anfahren. Innen ist die Kupplungsscheibe über eine Keil- oder Kerbverzahnung mit der Getriebeantriebswelle axial
verschiebbar und drehfest verbunden.
Die Verzahnung ermöglicht der Kupplungsscheibe, sich nach dem Abheben des Druckrings von der Schwungscheibe zu lösen. Ist die Verschiebbarkeit z.B. durch Rost nicht
gewährleistet oder hat die Kupplungsscheibe zu viel Schlag, so trennt die Kupplung nicht völlig und Geräusche beim Schalten zeigen, dass die Getriebesynchronisation belastet ist.
Beim Einkuppeln wird sie zwischen Druckplatte und Schwungrad eingeklemmt. Falls kein Zweimassen-Schwungrad montiert ist, sorgen in den Zwischenlagen tangential angebrachte Schraubenfedern (Bild innen),
die eine begrenzte radiale Verdrehung zulassen, für eine Dämpfung von Getriebegeräuschen (Rasseln) und anderen Schwingungen.
Kupplungsbeläge werden aus organischen Materialien hergestellt. Die darin
enthaltenen Harze dienen als Bindemittel.
Kontrolle
Soll die Kupplungsscheibe auf einen möglichen Defekt hin untersucht werden, ist neben der Sichtprüfung mit Kontrolle der Belagdicke u.U. auch eine Prüfung auf Scheibenschlag sinnvoll.
Wichtig
Ältere Beläge von Kupplungsscheiben können Asbest enthalten. Deren Belagstaub darf nicht eingeatmet werden.
| Anforderungen an die Beläge |
| Hohe Wärmebeständigkeit |
| Große Verschleißfestigkeit |
| Auch bei hohen Temperaturen hoher Reibwert |
| Belagarten |
| organisch |
| metallisch |
| keramisch, gesintert |
Kupplung - Reparatur
| Achtung: Spezieller Befestigungssatz für SAC-Kupplung-Montage |
Bevor Sie überhaupt anfangen, sollten zumindest der Preis einer kompletten Kupplung und deren Verfügbarkeit geklärt sein. Außerdem sollte sämtliches nötige Spezialwerkzeug vorhanden sein. Ohne Handbuch
bzw. gültige Prüf- und Drehmomentwerte wird das nichts. Manchmal ist es klug, die voraussichtlichen Gesamtkosten mit dem Voranschlag einer vernünftigen Werkstatt und mit dem Restwert des Fahrzeugs zu
vergleichen. Lohnt sich die Reparatur überhaupt?
Wir setzen grundsätzlich die Beachtung aller Unfallverhütungsvorschriften voraus. Da mit einem Ausbau der Kupplung in der Regel der Starter demontiert werden muss, ist es klug, alle Vorbereitungen zu treffen, dass
der Starter ausgebaut werden kann. Denken Sie daran, dass die Radioanlage ihren Dienst nach dem Wiederanklemmen von der Eingabe eines Radiocodes abhängig macht. Beachten Sie weitere mögliche
Probleme mit der Batterie, aber zumindest die Hauptleitung zum Starter muss frei sein.
Natürlich haben Sie vorher sichergestellt, dass der Fehler wirklich vom Inneren der Kupplung herrührt und nicht etwa von deren Betätigung. So haben Sie z.B. eine in höheren Gängen und bei Bergauffahrt schleifende
(durchrutschende) Kupplung trotz genügend Spiel in der Betätigung bemerkt. Oder Sie können keinen Gang mehr schalten, ohne dass es kracht, obwohl sich der Ausrückhebel direkt an der Kupplung beim Treten
des Pedals genügend weit bewegt.
Zum Erneuern der Kupplung wird in den allermeisten Fällen das Getriebe ausgebaut. Ganz selten muss der Motor gleichzeitig mit
raus, wie z.B. beim Porsche 911. Dieser Sport- und auch Geländewagen verfügen evtl. über Allradantrieb, was den Aus-/Einbau noch einmal kompliziert. Da geht dann auch bei geübten Schraubern schon mal ein
kompletter Arbeitstag drauf.
Bei Heckmotor-Oldtimern (z.B. Käfer) kann es auch vorkommen, dass der Motor alleine herausgenommen wird. Man demontiert ansonsten ein Gehäuse, in dem beim Frontmotor mit Hinterradantrieb nur das
Getriebe steckt. Beim Frontantrieb enthält es zusätzlich noch den Achsantrieb. Bei Opel ließ sich früher die Getriebewelle zurückziehen. Das Getriebe blieb drin. Bei deren Nachfolgern wird es z.T. über
Gewindestangen nur ein Stück herausgezogen.
Bevor es jetzt endlich losgeht, noch ein Hinweis. Wir fühlen uns an dieser Stelle verpflichtet, Sie auf einen in dem meisten Fällen nötigen Motorträger hinzuweisen, denn mit dem Ausbau des Getriebes verliert das
Triebwerk mindestens eine wirksame Befestigung. So eine Stütze, die meist von oben quer über den Motorraum gespannt wird und die dann z.B. über eine Kette oder ein Seil den Motor oben hält, kann man sich
auch selbst anfertigen.
Von unten ist ein Motor ungünstig zu stützen, weil die Wagenhöhe evtl. variiert wird und/oder die Ölwanne meist nicht angetastet werden darf. So eine Stütze kann im Eifer des Gefechtes auch leicht zur Seite gedrückt
werden. Und was der fallende Motor nicht verletzt, das schafft vielleicht das durch abgerissene Schläuche auslaufende, immer noch heiße Kühlmittel.
Wenn Sie keinen Schlagschrauber haben, lösen Sie Radmuttern am besten, bevor Sie das Fahrzeug anheben. Dazu werden beim Frontantrieb in der Regel die Achsmuttern gehören. Vielleicht müssen ja auch
Räder runter. Wenn Sie mich fragen, würde ich mir die schlimmsten Schrauben zuerst vornehmen. Dazu zählen die Befestigungen der Antriebswellen. Vielleicht nicht ganz so schlimm ist die Kardanwelle bei
Hecktrieblern. Es gibt Fahrzeuge, da muss der Querlenker oder sogar das ganze Federbein abgebaut werden.
Bei den Arbeiten von unten ist zu Beginn das Abziehen irgendwelcher elektrischen oder sogar noch mechanischen (Tachowelle) Verbindungen wichtig. Dazu gehört natürlich auch ein eventuelles Masseband, das
später keinesfalls vergessen werden darf. Danach müssen alle getriebeseitigen Stützen dran glauben und manchmal auch der/die Innenkotflügel. Moderne Autos erfordern auch den Abbau der Unterboden-
Verkleidung. Müssen die Antriebswellen aus dem Achsantrieb herausgezogen werden, ist vielleicht das Ablassen des Getriebeöls sinnvoll.
Kompliziert ist mitunter die Kupplungsbetätigung. Ist Sie hydraulisch, dann sollte man eine Öffnung des Hydrauliksystems vermeiden und den Nehmerzylinder abschrauben und an der Leitung wegbinden. Geht das
nicht, lässt man den Bremsflüssigkeitsbehälter bis ‚Min' leerlaufen und muss nachher (nur) die Kupplungsbetätigung entlüften. Bei einem Seil ist es auf den ersten Blick einfacher. Es wird ausgehängt. Hat es
allerdings eine automatische Nachstellvorrichtung, dann kommen später gewisse Schwierigkeiten auf Sie zu. Es kann übrigens von unten der Ausbau der gesamten Abgasanlage nötig sein (Fiesta).
Vom Motorraum her sind weitere Arbeiten nötig. Auch hier müssen alle nötigen Steckverbindungen auseinander und der Starter abgebaut werden. Manchmal kompliziert sind Schaltgestänge bzw. Schaltseile (Bild 4).
Suchen Sie eine Stelle, an der Sie diese aushängen können. Meiden Sie mögliche Veränderungen der Einstellung. Es soll Hecktriebler z.B. als Oldtimer geben, da muss die ganze Mittelkonsole entfernt werden. So
weit, so schön.
Sind wir jetzt weit genug, um das Getriebe abzuschrauben? Eigentlich würden jetzt ein Helfer und/oder eine von diesen schönen, hydraulischen Hebeeinrichtungen gebraucht. Ist letzteres nicht zur Hand, wird der
Helfer umso mehr gebraucht. Lassen Sie Sorgfalt walten beim Bau eines Tisches für das Getriebe. Bedenken Sie auch, dass dieses ein Stück vom Motor abrücken muss, damit es runter kann. Ich hoffe für Sie, dass
am Ende der Motor oben im Auto hängt und das Getriebe sicher auf dem Boden liegt.
Am Getriebe nehmen wir höchsten noch wahr, ob sich viel (schwarzer) Reibbelag oder Öl in der Kupplungsglocke befindet, was den Austausch mindestens eines Simmerrings nach sich zieht. Ansonsten tragen wir
es beiseite und widmen uns dem Motor. Nicht direkt losschrauben, erst anschauen. Hat sich z.B. das Ausrücklager eingeschliffen? Sind Zähne aus der Tellerfeder ausgebrochen? Sie werden einwenden, dass diese
Teile eh neu kommen und Sie haben recht. Merken Sie sich trotzdem schon jetzt, wie herum die Kupplungsscheibe eingebaut ist!
Über kreuz werden die Schrauben an der Druckplatte in mehreren Etappen gelöst. Dann haben wir das Schwungrad vor uns. Hier ist aber wirklich die Kontrolle auf Riefen oder blaugelaufene Stellen durch
Überhitzung sehr wichtig. Sind keine vorhanden, bleibt uns das Schwungrad erhalten. Sollte allerdings bei Öl in der Kupplungsglocke auch ein Verdacht auf die Motorseite fallen, muss die Dichtung dahinter erneuert
werden.
Nein, Sie können noch nicht mit dem Einbau der Neuteile beginnen. Neuere Fahrzeuge haben ein Zweimassenschwungrad und das sollte geprüft werden. Hoffentlich haben Sie den möglichen Verdrehwinkel, der
auf jeden Fall größer als 20° ist. Langsam muss die Möglichkeit zur Verdrehung des getriebeseitigen Schwungradteils gegenüber der Kurbelwelle immer schwerer werden. Auch das mögliche Kippspiel zwischen
den beiden Schwungradhälften sollte geprüft werden.
Sie haben alle Teile gesäubert? Und schon den Karton mit Druckplatte, Kupplungsscheibe und Ausrücklager geöffnet. Überlegen Sie kurz, damit Sie keinen Fehler machen! Was sollte noch jetzt gemacht werden. Ein
Beispiel wäre ein in der Kupplungsglocke integrierter Nehmerzylinder oder ein Zentralausrücker. Den könnte man mit austauschen, auch wenn er jetzt noch dicht ist. Immerhin wäre sonst wieder ein Getriebeausbau
fällig.
In der Vorbereitung für den Wiedereinbau gibt es jetzt bei den Konstruktionen noch Zusatzarbeit, wo die Getriebewelle in der Mitte des Schwungrades bzw. in der Kurbelwelle gelagert ist. Hat Ihr Schwungrad in der
Mitte ein Loch, dann bedarf das erhöhter Aufmerksamkeit. An dieser Stelle ist es nämlich leicht möglich mit einem Schlag Motor und Getriebe zu erledigen. Also, achten Sie auch eine Gleit- oder sogar Nadellagerung.
Sind z.B. die Nadeln vollzählig, intakt und bleiben sie an den richtigen Stellen, wenn das Getriebe wieder eingebaut wird.
Nein, wir montieren die neue Kupplung erst, wenn wir die neue Kupplungsscheibe auf der Getriebeantriebswelle probiert haben (Bild 5). Ist sie dort formschlüssig? Lässt sie sich problemlos axial verschieben?
Schmieren sollte man hier höchstens ein wenig. Vielleicht ein wenig die Auflage der Ausrückgabel (falls vorhanden) auf dem Ausrücklager. Z.B. Teflon oder ähnlicher Kunststoff sollte auf keinen Fall geschmiert
werden. Die Neuteile reinigt man nur an den Anlaufflächen.
Die Schrauben am Rand der Druckplatte sollen wieder in Etappen und über kreuz angezogen werden. Spätestens hier muss erwähnt werden, dass für fast alle Muttern/Schrauben im Kfz ein Drehmomentwert
existiert, der auch einzuhalten ist. Auch sollten Sie noch einen Moment warten, denn die Kupplungsscheibe muss genau mittig z.B. am Schwungrad dahinter ausgerichtet sein, sonst können Sie den Getriebeeinbau
vergessen. Werkstätten haben dafür einfache Vorrichtungen (Bild 6). Können Sie sich in diesem Fall auf Ihre Augen verlassen?
Wir werden jetzt sehen, ob der Getriebeeinbau zum größten Murks des Jahrhunderts ausartet. Benutzen Sie bitte nur die Kraft Ihrer Arme. Hebelwirkung oder gar verlängernde Gewinde mit Muttern sind verboten.
Wenn es so nicht geht, ist etwas faul (siehe oben), und dieser Fehler muss erst behoben werden. Wer jetzt würgt, riskiert später eine nicht exakt trennende Kupplung. Das war's dann.
Alles drin und dran? Sämtliche Elektrik und alle Massebänder. Die evtl. noch vorhandene Tachowelle? Kriegen Sie alle Gänge rein? Sind nach dem Wiedereinbau der Batterie alle Funktionen geprüft worden? Dann
können wir uns jetzt noch dem Kupplungsseil mit automatischer Nachstellung widmen. Entweder Sie nehmen gleich ein neues (nicht billig) oder Sie lesen dazu hier
weiter.
Alles fest, auch und besonders die Triebwerksbefestigungen, Räder und Antriebswellen? Dann prüfen wir jetzt den Anlasser, indem wir das Auto starten. Falls Sie keine ungewohnten Geräusche hören, könnten wir
losfahren. Falls Ihr Auto noch über ein nachzustellendes Kupplungsseil verfügt, sollte die Kupplung etwa zwei Zentimeter vor Endstellung kommen, sonst noch einmal nachstellen. Der Rest ist nur die Frage, ob sich
das Auto so wie gewohnt anfahren, kuppeln und schalten lässt.
Zentralausrücker
Man nennt die Kupplungsbetätigung mit dem außen liegenden Nehmerzylinder tatsächlich Semihydraulik, wobei 'semi' aus dem Lateinischen kommt und 'halb' heißt. Gemeint ist, dass nur die Hydraulik nicht bis an
die Druckplatte heranreicht. Es gibt halt noch den Ausrückhebel.
| Doppelkupplungen werden noch semihydraulisch betätigt ... |
Wir konzentrieren uns aber jetzt auf die (Voll-)Hydraulik ohne Hebelmechanismus. Die entsprechende, vom Geberzylinder kommende Leitung führt uns also in die Kupplungsglocke und mündet in einem Ringzylinder.
Dieses Bauteil wird Zentralausrücker genannt.
Früher hat man beim Kupplungswechsel das Ausrücklager mitgetauscht, nicht aber unbedingt den Nehmerzylinder, weil der leicht erreichbar war, wenn er nicht grade mit in der Kupplungsglocke war. Heute tauscht
man mit dem Ausrücklager gleich auch den Zentralausrücker, weil man nach dem Zusammenbau nicht mehr dran kommt und weil er zusammen mit dem Ausrücklager ein Teil bildet.
Es geht sogar noch weiter. Bei einem sogenannten deckelfesten Zentralausrücker stützt sich dieser nicht an der Wand zum Getriebe hin ab, sondern bleibt mit dem Kupplungsdeckel verbunden, so dass er axiale
Schwingungen mitmacht. Wäre er an der Wand der Kupplungsglocke befestigt, würden sich diese Schwingungen auf sein Ausrückverhalten bzw. auf das Kupplungspedal übertragen.
Womit wir jetzt nicht die Frage klären wollen, woher der Druck für das Ausrücken kommt. Neben dem gewöhnlichen Kupplungspedal kann also eine Art Kupplungsautomatik oder ein automatisiertes Schaltgetriebe
vorliegen. Letztere bedürfen natürlich einer Sensorik, die in Kupplungzylindern integriert oder seitlich angebracht ist. Gerade das feinfühlige Einkuppeln ohne zu langes Schleifen, vielleicht erschwert durch große Last,
gehört zu den schwierigsten Aufgaben auch moderner Elektronik.
Die Selbstnachstellung funktioniert im Prinzip wie bei der Semihydraulik. Das Gehäuse eines Zentralausrückers ist eher aus sehr temperaturfestem Kunststoff als aus Aluminium. Bei den nicht deckelfesten
Ausrückern kann das Gehäuse mit dem Führungsrohr eine Einheit bilden. Die Verwendung von Kunststoff-Spritzguss gegenüber Aluminium ist natürlich auch eine Kostenfrage.
Mancher Zentralausrücker trägt eine rot gekennzeichnete Montagesicherung. Diese sollte man auf keinen Fall lösen, bevor die Montage nicht abgeschlossen ist. Wegen der dann zu befürchtenden Undichtigkeiten
sollte man sie keinesfalls wieder verwenden, wenn man die Montagesicherung zu früh gelöst hat. Es gelten aber in jedem Fall die beiliegenden Montageanleitungen.
| Kurzes Video mit semihydraulischer Betätigung ... |
Mehrscheibenkupplung 1
Aufgabe
Die Mehrscheiben-Ölbadkupplung ist eine relativ verschleißarme Möglichkeit, Motoren mit niedrigem Drehmoment mit Getrieben mit geringeren Ansprüchen an eine saubere Trennung zu verbinden. Sie kommt
hauptsächlich bei Zweirädern vor.
Funktion
In beiden Bildern 2 und 3 stellt das Gehäuse eine Zahnradverbindung zum Getriebe her. Mit ihm sind durch Aussparungen die Beläge drehfest verbunden. Jeweils zwischen zwei Belägen greift eine Stahlscheibe, die
mit ihren Öffnungen (Bild oben rechts) vom Motor angetrieben wird. Kommt das gesamte Paket unter Spannung, so greift die Kupplung. Mit dem Lösen hat dieser Kupplungstyp manchmal seine Schwierigkeiten, er
neigt zum Kleben.
Mehrscheibenkupplung 2