 1968 Lombardi Grand Prix
Dürfen wir vorstellen, eine italienische Schönheit vom Ende der Sechziger auf der Basis des Fiat 850 Spezial? Gebaut wird er in der
Carrozzeria Francis Lombardi mit Hausdesigner Giuseppe Rinaldi. Noch bekannter ist die Karosserie als Abarth Grand Prix und Scorpione. Der hat aber 450 cm3 und 20 kW (28 PS) mehr, ist aber auch
fast 3.000 DM teurer.
Vermutlich um den Wagen so deutlich billiger anzubieten, hat man beim Lombardi auf den Motor des Fiat 850 Spezial und nicht auf den des Coupés zurückgegriffen, der hätte 4 kW (5 PS) mehr gehabt. Er ist ohnehin schon fast 5.000 DM teurer als das Coupé, sieht natürlich auch viel verwegener aus. Dafür kann man Gepäck höchstens
vorn im Reserverad und hinter den Sitzen unterbringen.
Man beruft sich bei dem abgeschnitten wirkenden Heck auf Professor Kamm, was sich allerdings in der Höchstgeschwindigkeit gegenüber deutlich höheren des Coupé kaum bemerkbar macht. Ohnehin dreht der
Motor dann 800/min über Nenndrehzahl. Bergab ist also Zurückhaltung angesagt. Die Drehzahlgrenze wird für Stoßstangenmotoren allgemein bei 7000/min angesetzt. Der Fiat-Motor scheint da eine Ausnahme zu
sein, zumindest kurzzeitig.
Bis auf die hintere Wand und die Abdeckung des Motorraums besteht die Karosserie aus Stahl. Die Anordnung der Instrumente und Bedieneinheit ist wohl der geringen Höhe geschuldet, die für stilsicheres Einsteigen
schon ein wenig Übung erfordert. Die Klappscheinwerfer geben dem Wagen ein spezielles Flair. Sie sind zu der Zeit absolut angesagt und zur Not auch von Hand aufklappbar.
Allgemein wird das Fahrwerk auch des Coupés trotz großer Hecklast gelobt, getadelt werden Fahrgeräusche und die Sicht nach hinten. Angesichts der Fahrleistungen hat es der Lombardi Grand Prix schwer, zumal
Fiat zu der Zeit vor Kraft und neuen Modellen kaum laufen kann. 11/18
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