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1899 Erster Boxermotor




Ja, auch beim Boxermotor muss es ein erstes Mal gegeben haben. Das oben abgebildete Exemplar stammt von Karl Benz, der seit 1897 mit Mehrzylindern experimentiert. Anders als Gottlieb Daimler setzt er nicht auf den V-Motor, sondern auf den Boxermotor, nachdem er schon einen Zweizylinder-Reihenmotor mit gegenläufig arbeitenden Kolben konstruiert hat. Es ist die logische Konsequenz, will man 2 Zylinder mit gutem Massenausgleich und gleichmäßiger Zündung vereinigen.

Erstaunlich ist, wie konstruktiv nahe dieser Motor seinen unzähligen Nachfolgern ist. Dank des offenen Kurbeltriebs kann man gut eines der beiden Pleuel auf der Kurbelwelle ohne Mittellager erkennen. Die Zylinder liegen einander nur um eine Kröpfung versetzt gegenüber. Geschmiert werden sie durch gläserne Behälter, die in regelmäßig kurzen Abständen nachgefüllt werden müssen. Umweltfreundlich ist das nicht, denn man kann sich ausrechnen, wo das Öl bleibt.

Von der richtigen Seite fotografiert, offenbart uns dieser Motor sogar den für die Zeit typischen Ventiltrieb. Doch beginnen wir bei den auffälligsten Bauteilen, den Dampfsammlern über den Zylindern. Ein Umlaufkühlsystem gibt es noch nicht. Die Kühlung wird durch Verdampfen (und Kondensieren) von Wasser erreicht. Vorne an der Kurbelwelle ist die 2:1-Übersetzung für Zündung und Ventilsteuerung verdeckt.

Seitlich an die Zylinder angeflanscht ist auf jeder Seite der Ventiltrieb mit dem Saugstutzen zur Montage der Vergaseranlage und den elektrischen Zündkerzen sichtbar. Die Einlassventile, jeweils außen, werden durch den im Motor entstehenden Unterdruck geöffnet. Auf der Gegenseite werden von einem Nocken in der Mitte die (stehenden) Auslassventile angetrieben. Die von Benz deutlich weiter entwickelte Summerzündung arbeitet mit einem Kontakt in der Mitte und ähnelt schon sehr der später über viele Jahrzehnte verwendeten. Daimlers und Maybachs Motoren arbeiten zu der Zeit noch immer mit Glührohrzündung.

Der Motor ist also nicht nur von seiner Bauart her innovativ, sondern auch wegen der übrigen Komponenten. Auch durch den perfekten Momentenausgleich erreichen spätere Exemplare Drehzahlen von über 1000/min, die für die Zeit noch völlig ungewöhnlich sind. Damit verbunden sind entsprechend höhere Leistungen. Bleibt nur noch die Frage, welcher der eigentliche 'Contramotor' ist, dieser oder der von 1897 . . . 11/06








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