Die Geschichte der Ford-Werke ist untrennbar verknüpft mit der von Henry Ford. Er wird 1865 in Dearborn bei Detroit geboren. Seine Vorfahren sind Farmer, die ursprünglich aus Irland stammen. Sein Vater ist Zimmermann bei der Eisenbahn, bevor er seine eigene Farm in Michigan bewirtschaftet. Diese Gegend hat wegen ihrer günstigen Grundstückspreise eine gewisse Anziehungskraft. Der Clan der Fords bringt es zu ansehnlichem Landbesitz. Dabei hilft die erste Einwanderergeneration der zweiten.
Die Zivilisation in Dearborn beginnt gerade erst. Henry besucht die einklassige Dorfschule. Vater William Ford hat verschiedene wichtige Ehrenämter. Soziale Kontakte und ein gewisses Ansehen wird auch für Henry Ford in Zukunft wichtig sein. Unter den Farmern und (ehemaligen) Zimmerleuten ist Talent für (fein-) mechanische Maschinen selten. So hat Henry Ford eine gewisse Sonderstellung. Als Heranwachsender repariert er die Uhren seiner Umgebung. Schon mit 16 Jahren verlässt er das Elternhaus in Richtung Detroit, der naheliegenden, drittgrößten Stadt der USA.
Kurze Zeit arbeitet er für den James Flower & Brothers Machine Shop als eine Art Lehrling, bis er Mitarbeiter der Dry Dock Company wird. Nach ca. drei Jahren kehrt er, wohl eher Farmer mit Hang zur Mechanik als umgekehrt, nach Dearborn zurück. Hier hilft er einen Sommer lang bei der Arbeit mit einer kleinen Dampfmaschine von Westinghouse. Im Jahr darauf ist er schon herumreisender Vertreter und Reparateur in Diensten der Firma. 1885 lernt er Clara kennen, die er 1888 heiratet. Sie leben zunächst auf einer Farm, bis es ihn 1891 doch wieder nach Detroit treibt. 1893 wird hier Sohn Edsel geboren.
Er ist in Detroit bei der Edison Illuminating Company erfolgreich mit der Wartung von Turbinen beschäftigt. Dies lässt ihm genügend Zeit, um dort in einer kleinen Werkstatt seinem Hobby, dem Bau eines Motors/Autos nachzugehen. Wenn nur die Turbinen störungsfrei laufen. Er macht Karriere und wird leitender Ingenieur für immerhin 100 Dollar im Monat. Mitarbeiter und einen extra Raum kann er für sein Projekt gewinnen. Karl Benz hat seinem ersten (Zweitakt-) Motor zu Silvester das Laufen beigebracht, bei Henry Ford ist es Weihnachten und die Mithilfe seiner Ehefrau, als sein Nachbau eines Zweizylinders zum ersten Mal ein regelmäßiges Geräusch von sich gibt.
Die Fähigkeiten von Henry Ford liegen eher in der erfolgreichen Nachahmung als in der entwickelnden Ingenieursarbeit. Später wechselt die kleine Mannschaft in einen Schuppen hinter der Stadtwohnung der Fords. Leider kommt so ein Auto in Teilen hinein, muss aber den Raum als komplette Einheit verlassen. So entpuppt sich die Öffnung vor der ersten Probefahrt als viel zu klein und muss mit Gewalt vergrößert werden. Noch in der Nacht macht das Gefährt zum ersten Mal die Straßen von Detroit unsicher ...
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