 2026 VW ID.Polo
Es ist nicht zu fassen. Das darf doch nicht wahr sein. Wir müssen Sie ernsthaft bitten, Ihre Kaufabsicht für den neuen ID.Polo noch einmal zu überprüfen. Dies ist umso bedauerlicher, als wir diesem Auto
eigentlich alles Gute zum Genesen des VW-Konzerns wünschen würden.
Aber es gibt Management-Entscheidungen, die sind voller Möglichkeiten der Verbesserung. Man fragt sich bisweilen wirklich, wie der Stolz vieler Mitarbeiter, dieses Auto geschaffen zu haben, hier durch
Entscheidungen der Oberen zu Grabe getragen wird.
Es ist oft so, wie gefühlt in Deutschland, dass man im Prinzip nah dran ist an den Wohltaten dieses Landes, aber irgendwie durch falsche Entscheidungen oder Nachlässigkeiten gehindert wird, davon
Gebrauch zu machen.
Doch von Anfang an: Da wird von einem deutschen Weltkonzern verlangt, endlich ein bezahlbares, vollelektrisches Auto auf den Markt zu bringen. Nun gut, es dauert seine Zeit, bis die Oberen sich auf einen
elektrischen 'Volkswagen' besinnen.
Aber jetzt ist er da und bald käuflich zu erwerben. Wirklich? Kann man sich auf ihn freuen? Man wird die Version für 25.000 € wohl erwerben können, nachdem VW, wie in der
Branche allgemein üblich, alle Erstkäufer gemolken hat.
Die für die Trend-Version zu entrichtende Summe ist wie erwartet. Man wird 'Einbußen' hinnehmen müssen, z.B. Stahl- statt Leichtmetallfelgen. Geschenkt. Besonders von innen beleuchtete Bereiche vorn und
hinten werden fehlen, von manchen Leuten jedoch gar nicht vermisst werden.
Was jede(r) erwartet hatte, nämlich einen deutlich abgespeckten Innenraum, wird es nicht geben, nur kleine Änderungen an den Verkleidungen, wiederum geschenkt. Die zwar nicht, aber Vieles wird man für kleines
Geld zurückkaufen können, sogar 99 kW (135 PS) statt 85 kW (115 PS).
Ist zwar Schwachsinn, aber freiwillig. Nur das viel interessantere Extra, nämlich die größere Batterie, die bekommt man nicht. Dafür muss man vollkommen neu ansetzen, im Prinzip ein teureres Auto kaufen, für
33.795 €, exakt 8.800 € mehr als für die Basis-Version.
| Diese Beurteilung erfolgt nach den Angaben des derzeitigen Konfigurators. |
Das einzig wirklich sinnvolle Extra, das kriegt man eben nur für großes, bei Licht betrachtet für sehr großes Geld. Dabei hat der Wagen doch wirklich gute Voraussetzungen, auch als einziges Auto einem Haushalt
mit begrenztem Budget zu dienen. Mit dem könnte man sogar in Urlaub fahren.
Der Gepäckraum ist für die Klasse riesig. Hinten können sogar Erwachsene einigermaßen gut sitzen. Die Rücksitzlehnen sind auch in der Basis-Version 40 zu 60 umklappbar. Man dürfte sogar 500 kg
anhängen. Und das alles ist möglich, nur die dazu passende Batterie nicht.
8.800 €, da haben wir uns vor vier Jahren aufgeregt, dass wir für unsere 25 kWh mehr beim Hyundai Kona 6.500 € bezahlen mussten, hier sind es nur 15 kWh und das, obwohl die Batterien in der Zeit mit
Sicherheit schon wieder günstiger geworden sind.
Wir haben gerade 12,66 kWh gekauft, und obwohl man immer davon ausging, Heimspeicher seien viel teurer als solche im Auto, hat der nur ungefähr 3.000 € gekostet. Leute von VW, wo kauft ihr Eure Batterien,
solange Ihr sie nicht selbst produziert?
Oder gleicht Ihr mit dem Zusatzsalär Eure Defizite an der Basis-Version aus. Der Druck in den Autohäusern wird unglaublich sein, doch bitteschön die größere Batterie zu kaufen. Der/die Kunde/in geht mit
25.000 € hin und kommt mit mindestens 33.000 € raus.
Dabei entpuppt sich die LFP-Batterie in der Basis-Version inzwischen auch noch zunehmend als wartungsintensiv. Einmal pro Woche soll man sie laut Mazda möglichst bis 100 Prozent laden, weil sie sonst die
Orientierung über ihren Ladezustand verliert und evtl. falsch anzeigt.
| VW plant ähnliche Regelungen. |
Hierzu kommt vielleicht noch die Kalibrierung nach unten, den Wagen nämlich mit unter 20 Prozent abstellen und diese einschalten. Das Programm 'verheizt' dann die 20 Prozent und lädt wieder auf 100
Prozent. Wir haben uns in dieser Weise noch nie um unsere NMC-Batterie gekümmert.
Vehicle To Load (als Extra) ist zwar eine tolle Idee, aber wir haben schon von Einschränkungen gehört, die, werden sie nicht beachtet, die Garantie für die Batterie belasten könnten.
Wir stellen uns das gerade für eine Leasing-Rückgabe vor.
Als Fazit bleibt ein gutes Produkt, auf das die Mitwirkenden mit Recht Stolz sein können, aber für 25.000 € leider nur als Zweitwagen brauchbar. Die größere Batterie ist viel zu teuer, auch wenn man die leicht
gesteigerte Ladeleistung berücksichtigt.
|