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1912 Benz 8/20



1910 scheinen die politisch schwierigen Jahre nach 1907 überwunden, die Russische Revolution, die Bankenkrise in USA und die Folgen in Deutschland. Wichtig für das hier vorgestellte Auto: 1906 wird die Hubraumsteuer eingeführt. Als Folge sind zwar immer noch reiche Leute die allein möglichen Kunden, aber die verlangen nach vergleichsweise deutlich weniger Hubraum und akzeptieren die entsprechend geringere Leistung. Denn für so ein Chassis sind bei Benz immerhin noch 6.500 Goldmark fällig, mindestens noch 1000 für die Karosserie.

Das kann Opel natürlich billiger, aber so ein Benz hat doch größere Ausmaße, feine Lederpolster, mehr Prestige und eine viel geschmeidigere Federung. Natürlich gibt es nach wie vor bei Benz für sehr viel mehr Geld auch über 7 Liter Hubraum. Damit erreicht man 100 km/h, während der hier vorgestellte 8/20 bis 60 km/h ohne Probleme läuft. Darüber kann es bei der Konkurrenz von der starren Vorderachse her ungemütlich werden. Ohnehin sollte man bei den fehlenden Vorderradbremsen auf genügend Abstand achten.

Mehr ist eigentlich außer der aus heutiger Sicht komplizierten Start- oder besser gesagt Ankurbelzeremonie nicht zu beachten. Vier Gänge sind eigentlich purer Luxus, da man ohnehin meist im Dritten verharrt. Gangwechsel sind wegen den zu der Zeit recht störrischen Getrieben nicht sehr beliebt. Aber ein Motor (Bild 6 unten) mit viel mehr Hub als Bohrung und so geringer Nenndrehzahl unterstützt einen da in jeglicher Hinsicht. Zusätzlich kann man sich sogar die manuelle Zündverstellung sparen (siehe Lenkrad).


Der erste Typ dieser neuen Spar-Baureihe ist der 8/18 von 1910 mit gleichem Hubraum und etwas weniger Verdichtung (4,2 : 1). Entwickelt wird der 8/18 eigentlich in Gaggenau, der seit 1907 zu Benz gehörenden Süddeutschen Automobilfabrik. Dort werden Lastwagen produziert, heute unter Daimler-Regie eher Teile davon. Vielleicht haben ja 8/18 und 8/20 daher ihre gute Konstitution, die kaum zu erschüttern ist. Übrigens sind zu der Zeit Daimler und Benz noch erbitterte Konkurrenten.

Kardan- statt Kettenantrieb (Bild 5 oben)

Benz ist mit seinen vier Zylindern in einem Block technisch wohl etwas voraus. Daimler setzt ihn aus zwei Blöcken zusammen. Man könnte den 8/18 von 1910 auch als einen für viele Jahre vorbereiteten Wagen bezeichnen. Noch weit über den Ersten Weltkrieg hinaus hat seine Technik Bestand. Die nächste entscheidende flächendeckende Änderung, die Vierradbremse, lässt noch etwa 15 Jahre auf sich warten.









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