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1981 DeLorean



Amerikaner haben bei der Nennung des Namens 'DeLorean' mitunter feuchte Augen, so beliebt ist dieser Versuch eines ehemaligen GM-Managers, aus der fest gefügten amerikanischen Autowelt von 1975 auszubrechen. Dabei sieht der Wagen auf Schwarz-weiß und Farbfotos fast gleich aus. Das liegt an seiner grauen Außenhaut.


Aus dem Material hat es schon 1967 einen Porsche 911 gegeben, damals zu Werbezwecken von der Fa. Edelstahl Rostfrei in Auftrag gegeben. Beim DeLorean gehört es in gebürsteter Form zur Grundausstattung. Schick, aber empfindlich, denn für jede kleine Delle müssen Spezialisten ran.


Erwähnen müssen wir mit dem legendären 300 SL noch ein deutsches Auto, dessen Flügeltüren wohl fast noch mehr beeindruckt haben. Sogar Elon Musk hat sie im Model X wiederbelebt. Während aber dort die Unterseiten einklappen, schafft der Delorean deren Öffnung mit nur 36 cm zusätzlicher Breite.

Die Karosserie von Giugiaro begeistert noch heute. Fast noch mehr das Chassis mit einem kleinen Stück Zentralrohr, das sich dann zu beiden Seiten spreizt. Vorn passt ein dreieckiger Tank noch gerade bis zur Vorderachse, hinten das Getriebe. Ja, es ist ein Heckmotor, V6 von PSA hinzugekauft. An den 65 Prozent Gewicht auf der Hinterachse hat der DeLorean schon zu knacken.


Fast noch mehr aber an der auch nach europäischen Maßstäben zu geringen Motorleistung. Der Motor stammt aus einem Gemeinschaftsprojekt von Volvo, Peugeot und Renault, wobei letzterer auch noch das Fünfganggetriebe beisteuert. Der V6, der eigentlich ein V8 werden sollte, verfügt zwar schon über eine KA-Jetronic, aber die Befrachtung mit Katalysator gibt ihm leistungsmäßig den Rest.

Mehr Leistung hat der Motor im Renault Alpine A 310

Das Ende der DeLorean Motor Company kommt angesichts verheerender Verkaufszahlen. Über die Mängel wegen zu wenig Entwicklungszeit, die unglückliche Subventionspolitik der Labour Party für Nordirland und etlichen Vorwürfen an John DeLorean und dem an der Entwicklung beteiligten Colin Chapman schweigen wir und erhalten den Amerikanern ihre Freude an dem Wagen. 11/18

John DeLorean stammt aus kleinen Verhältnissen, macht aber seit seinem Eintritt bei GM, der zu dieser Zeit größten Autofabrik der Welt, eine sagenhafte Karriere bis zum Vizepräsidenten. Er ist z.B. für das Erscheinen des GTO und des Firebird verantwortlich bei Pontiac und später bei Chevrolet. Allein sein ausschweifender Lebensstil und seine Arroganz passen wohl ganz und gar nicht zum Stil eines in der Regel sehr konservativen Konzernlenkers. 1975 geht er im Zorn und beschließt, eine eigene Autofabrik zu gründen und es den ehemaligen Kollegen zu zeigen.

Im vom Bürgerkrieg zerrütteten Nordirland mit 25 Prozent Arbeitslosigkeit erhält er fast 100 Mio. Subventionen der britischen Regierung und will noch einmal so viel aus eigenen oder geliehenen Mitteln hinzutun. Als erstes Projekt schwebt ihm ein Sportwagen vor, den er von einem der angesagtesten Designer (Giugiaro) entwickeln lässt. Die so entstehende Form ist es wohl, die Herzen fast überall, aber besonders in USA höher schlagen lässt. Das ursprüngliche Konzept eines Mittelmotor-Sportwagens ist 1975 nicht nur in USA absolut angesagt.

Leider wird nichts draus, weil man als Einzelunternehmer mit kleiner Stückzahl nicht auch noch das Triebwerk bauen kann. Und dass Ford nicht einen ehemaligen GM-Mann und eventuellen Konkurrenten beliefert, hätte sich DeLorean eigentlich denken können. So schleppt sich das Projekt trotz Baufortschritte der Fabrik dahin. Auch für einen Entwicklungsauftrag an Porsche wird die Zeit zu knapp. Als Triebwerk findet sich nur der von Peugeot, Renault und Volvo genutzte Motor, wegen Erdöl-Preiskrise von V8 auf V6 gestutzt, daher wohl die 90° Zylinderwinkel.

Weil im Renault 30 als Front- und Alpine als Heckantrieb verwendet, passt er zusammen mit der Getriebeeinheit auch in den DeLorean, allerdings nicht mehr als Mittelmotor. Colin Chapman, der schließlich die Entwicklung übernimmt, konzipiert ihn wegen der Kürze der Zeit als Heckmotor und verbindet ihn mit der Vorderachse mit einem wunderschön anzuschauenden Zentralrohr-Chassis, dass sowohl vorn als auch hinten scherenförmig auseinander läuft. Erstaunlich, dass trotz dieser Innenraum schonenden Bauweise sehr wenig Platz für groß gewachsene Leute auf dem Fahrersitz herrscht.

Porsche 911 nur wenig teurer, aber besser verarbeitet und viel schneller.

Noch dicker kommt es mit der Motorleistung. Ohnehin für einen Sportwagen besonders knapp, frisst die gerade aufkommende Abgas-Gesetzgebung (mit Kat usw.) so viel von den ohnehin nicht üppigen 96 kW (131 PS), dass am Ende trotz Hubraumerhöhung von 2,7 auf 2,85 Liter nur 95 kW (130 PS) übrig bleiben und die sind diesmal auch noch nach SAE-Norm gemessen. Er soll damit immer noch knapp 200 km/h schnell sein, von artgerechter Beschleunigung kann keine Rede sein.

Erst von Januar 1981 bis Dezember 1982 kommt es zur Produktion von ca. 9000 Fahrzeugen. Er kostet anfangs 25.000 Dollar und später deutlich mehr. Angeblich ist er als besonders langlebig konzipiert, was er seiner Nirosta-Außenhaut verdankt. Alle DeLorean haben also die gleiche Lackierung. Gleichzeitig ist das Material allerdings härter und schwerer zu verarbeiten als normales Stahlblech, wodurch die Verarbeitung zu gleichmäßigen Spaltmaßen leidet. Überhaupt soll diese nicht immer optimal gewesen sein.

Zwei Drittel der Wagen sind angeblich noch fahrbereit.

Zwischen Außenhaut und Zentralrohr, was übrigens meistens gar kein Rohr ist, besteht die eigentliche Karosserie aus Glasfaser verstärktem Kunststoff. Trotzdem sind die Aufsehen erregenden Flügeltüren auch wegen ihrer Einbauten nicht leicht zu handhaben sind. Die sind es wohl auch, die dem Wagen immer noch solch eine Aufmerksamkeit verschaffen. Vielleicht auch der Einbau des 'Flux- Kompensators' zwischen beiden Sitzen, der aus dem Sportwagen in der Zeichentrick-Serie 'Back to the Future' eine Zeitmaschine macht. Und das ist bei weitem nicht der einzige Film, in dem der Wagen auftritt.

Seinem Produzenten John DeLorean hat der Wagen jedenfalls kein Glück gebracht. Auf der Suche nach weiteren Finanziers gerät er an Drogen-Dealer und fliegt mit ihnen auf. Vorbei das Luxus-Leben und die Ehe mit Top Model und Schauspielerin Christina Ferrara. John DeLorean stirbt 80-jährig 2005 an einem Gehirnschlag.










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