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Sektorenkopplung 2



kfz-tech.de/Ye264

Im Kapitel 'Sektorenkopplung 1' haben wir schon gesehen, wie schwierig für unser hoch entwickeltes Land der Weg in die Zukunft sein wird, so verlockend sie auch sei. Der Weg über Gaskraftwerke, die später auf Wasserstoff umstellbar sein werden, scheint unumgänglich.

Wir sind aber auch geschlagen mit einem Nachbarn im Westen, der weiterhin auf Atomkraft setzt und einem im Osten, der immer noch Kohlekraft zu präferieren scheint. Aber es nutzt nichts, wir müssen da durch, denn davon hängt unsere Konkurrenzfähigkeit in der Zukunft ab.

Ist denn der Weg jetzt klar vorgezeichnet? Eigentlich ja und fast noch mehr als beim Verkehr, wo immer noch und sogar mehr Rufer aus der Wüste uns davon abbringen wollen. Aber zu wissen, wo man hinwill, das reicht noch lange nicht.

Es sind die Kosten und die Akzeptanz, die uns da im Wege stehen. Und fast noch schlimmer, die Dauer der gerade jetzt nötigsten Projekte, nämlich im Bereich Netzausbau. Wir haben im vorigen Kapitel schon auf dessen unbedingte Notwendigkeit hingewiesen.

Und auch, wie viel schwieriger es wird, das ganze System bei immer größeren Herausforderungen am Laufen zu halten. Stromzufuhr will halt grundsätzlich konstant gehalten werden. Man kann eben nicht bei Bedarf 'nachfüllen' wie Kraftstoff in einen Tank.

In San Francisco ist gerade der Strom ausgefallen, und alle Waymo-Taxen sind stehen geblieben. Die anderen Autos mit Verbrenner bzw. E-Motor konnten weiterfahren. Sie sehen, wie anfällig ein auf eine Vernetzung angewiesenes System ist.

Fachleute sagen, die Ausbalancierung der Stromnetze sei schwieriger denn je geworden. Jetzt kommen auch noch die Digitalisierung und die Wettervorhersage als wichtige Elemente bei zukünftig nahezu vollendeten Netzen hinzu. Da soll dann vermutlich KI helfen.

Um bei dem Bespiel mit dem Tanken zu bleiben: So viel Zeit, wie an einer Tankstelle, hat man bei der Ausbalancierung von Stromnetzen natürlich auch nicht. Die zusätzlichen Ideen zu den geschilderten Problemen sind trickreich. Haben Sie schon einmal etwas von einer virtuellen Stromleitung gehört?

Ja, die gibt es, ähnlich wie bei einem Allradantrieb im E-Auto, wo zwischen Vorder- und Hinterachse eigentlich keine mechanische Verbindung mehr nötig ist. Hier spricht man von einer virtuellen Kardanwelle und meint damit die Abstimmung zwischen vorderem und hinterem Antrieb.

Ähnlich ist es bei der virtuellen Stromleitung. Sie ist eindeutig zu knapp bemessen für Peak-Leistungen. Wenn aber zu beiden Seiten ein Stromspeicher steht, kann der höhere Bedarf durch intelligente Steuerung ausgeglichen werden.

Das wäre der Bereich Speicherung mit Großbatterien. Der ist natürlich nicht geeignet für eine Dunkelflaute, die im Prinzip mehrere Tage anhalten kann. Da müssen dann große Mengen Wasserstoff aus ansonsten überflüssiger Energie in riesigen Kavernen untergebracht werden.

Und hier wieder die Betonung auf den Netzausbau. Zwar geht das Auffüllen vermutlich recht langsam und erfordert weniger Netzkapazität, nicht hingegen das Abrufen der Energie, die dann vielleicht von mehreren Gaskraftwerken gleichzeitig verarbeitet werden muss.








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