Suche

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z




Formeln
Alle Tests
Buchladen
 F7 F9



Jim Farley 1



kfz-tech.de/Ye247

Nun gut, es gibt in USA große Entfernungen, aber die durchschnittlichen Amerikaner unternehmen nur vier Touren von mehr als 150 Meilen. Wahrscheinlich ist hier pro Jahr gemeint. Das aber läge innerhalb der Möglichkeiten mancher EVs, von sehr kalten Tagen abgesehen. Gedacht wird hier aber wohl an den Lightning. Er hat damit einen Trip durch Kalifornien zusammen mit seinem Sohn gemacht.

Das Laden zuhause ist sein Thema. Man muss also nur in den seltensten Fällen draußen an eine Ladestation. Dazu muss man wissen, dass in USA zwar einphasig, aber u.U. mit einer wesentlich höheren Rate als den bei uns üblichen 11 kW geladen werden kann. Farley geht davon aus, dass die Preise für Elektroautos 'kollabiert' und sich deshalb denen der Verbrenner angeglichen haben.

Er betont noch einmal, dass Ford der einzige Hersteller sei, der nicht bankrottgegangen sei, wahrscheinlich gemeint im Gegensatz zu GM, es aber doch passieren könnte, wenn man nicht diesen Übergang in die E-Mobilität machen würde. Daher wünscht er sich, dass mehr über das Erlebnis des Fahrens mit einem E-Auto gesprochen würde als über Reichweitenangst und Sorge, rechtzeitig eine Station zu finden, an der man ohne Probleme laden kann.

In USA scheint man sich deshalb den Hybriden zuzuwenden. Deren Absatz steigt deutlich im Gegensatz zu dem in Europa. Ford ist in diesem Sektor in USA die Nummer 3 natürlich hinter Toyota. Der F-150 ist seit 47 Jahren die Nummer 1 in USA. Alle 40 Sekunden läuft ein F-150 vom Band. Er wird heute zu 25 Prozent als Hybrid verkauft.

Farley gibt für die Staaten Florida, Texas und Kalifornien an, die Leute würden dort hauptsächlich Hybride aus Angst vor Stromausfall kaufen. Er meint, das sei kein gutes Bild, das sein Land da abgibt, aber es sei die Realität. Das Geschäft mit den Hybriden ist dieses Jahr (2024) um 40 Prozent gestiegen.

Und weil so ein Auto quasi mit zwei Antrieben verkauft wird, macht Ford dabei mehr Gewinn als beim Verkauf von nur Verbrennern. Und dann kommt noch eine reichlich gewagte Angabe der Verbrauchsreduzierung, zwei Meilen pro Gallone, was etwa 1,2 Liter auf 100 km entspricht. Trotzdem meint Farley, die Ersparnisse würden insgesamt übertrieben dargestellt und die beim Kauf eines reinen E- Autos nicht genügend gewürdigt.

Allerdings ist er der Ansicht, dass die Hinwendung des Publikums zu den Hybriden ein gutes Anzeichen ist, der halbe Weg sozusagen zum Elektroauto. Amerika habe ja ohnehin eine E-Tradition. Immerhin gab es noch 10 Jahre nach der Jahrhundertwende quasi als Konkurrent zu Ford die Detroit Electric Company. Je ein Drittel der Neufahrzeuge wurde mit Strom, Dampf oder Benzin betrieben.

Natürlich waren die Frauen Kundinnen bei ersteren, z.B. die Frau von Henry Ford, weil die sonst einen Chauffeur gebraucht hätten, z.B. zum Ankurbeln. Also war das E-Auto auch schon damals bequemer und es ist nötig, das auch für heute zur Kenntnis zu nehmen. Seine Ansicht, ob EVs vom Staat subventioniert werden sollten, bleibt allerdings zunächst unklar.

Deutlicher wird er, wenn er im Gegensatz zu anderen CEOs betont, dass die großen Elektrofahrzeuge mit entsprechend teuren Batterien wenig profitabel herzustellen seien. Der Markt sei eher mit kleinen elektrisch angetriebenen Autos aufzubrechen. Als Beispiel erwähnt er den Erfolg des E-Transits. Handwerker könnten die Mindestgröße der Batterien aufgrund ihres immer gleichen Aktionsradius besser kalkulieren.

In diesem Zusammenhang führt er China an und den dortigen Erfolg kleiner EVs, im Zusammenhang mit einer guten Ladestruktur. 70 Prozent aller elektrisch betriebenen Fahrzeuge in der Welt werden laut Farley in China hergestellt. Zusätzlich scheint China zurzeit jedenfalls das volle Knowhow bei der Herstellung von Batteriezellen zu besitzen.

Er lobt außerdem die dort entwickelte LFP-Batterie: halbe Kosten, doppelt so viele Ladezyklen möglich, feuerresistent. Und über die anscheinend massive Subventionierung der Hersteller dort kommt er dann doch positiv auf das Thema 'Staatliche Hilfen' zurück. Er sieht also auch die Drohungen der Biden-Regierung mit Einfuhrzöllen als gerechtfertigt.

Gleichzeitig differenziert er die Folgen solcher Politik für jedes Unternehmen, erwähnt GM mit deren Engagement in China und schreibt VW sogar 60 Prozent der Gewinne als aus China kommend zu. Vielleicht finde man ja zu einer Regelung, wie sie schon seit 25 Jahren mit Toyota funktioniere.

Dann erwähnt er das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Handel=Treaty) und in dem Zusammenhang Mexiko als Mitglied. Schon jetzt wird jedes vierte dort verkaufte Auto von chinesischen Firmen gebaut. Der Export in die USA ist seit Gründung des Abkommens 1994 frei. Was ist, wenn China diese Möglichkeit nutzt, um Strafzölle zu umgehen?

Jetzt kommt bei Farley wieder der Wettbewerbsgedanke ins Spiel. Es bleibt nach seiner Ansicht den Herstellern außerhalb von China gar nichts anderes übrig, als in den nächsten fünf Jahren wettbewerbsfähig zu werden. Anscheinend lässt sich der globale Handel wirklich nur noch schwer zurückdrehen und solche Biden-Drohungen taugen nur etwas, um die Aufnahme von Verhandlungen zu erzwingen.







Sidemap - Technik Impressum E-Mail Datenschutz Sidemap - Hersteller