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Energiekonzern-Lobbyistin 3



Auf die Situation im Winter fehlt auch bei sehr vielen Kritikern/innen ein wenig der Blick, denn es ist nun mal eine Tatsache, dass Solar in den berühmten drei Wintermonaten schwächelt. Wichtig wäre es, nicht nur auf Solar, sondern auch auf die Windkraft im Winter zu schauen.

Da dürfte es etwas besser aussehen. Um gleich zu möglichen Lösungen zu kommen: Wie wäre es, wir hätten mehr Strom, als wir bräuchten und damit im Winter auch genügend von Windrädern für unsere Wärmepumpen bzw. Klimageräte? Sie merken schon, wir beginnen mit der Zukunft.

Dann könnten wir im Sommer wie bisher unsere Kavernen füllen, aber nicht mit zugekauftem Erdgas, sondern mit durch zu viel Strom erzeugtem Wasserstoff. Der müsste dann den Winter über reichen, aber nicht, um ihn wieder in Strom umzuwandeln. Man muss auch bedenken, dass wir künftig viel weniger Primärenergie brauchen.

Also wäre die Wasserstoffwirtschaft das ganze Jahr versorgt. Aber wie kommen wir dahin? Wie vermeiden wir den Bau teurer Gaskraftwerke, die nachher rumstehen bzw. abgerissen werden? Bevor wir aber hier zu einer vielleicht zu wenig überdachten Lösung kommen, hier noch ein wichtiger Hinweis.

Man kann ja über Frau Reiche sagen, was man will, letztlich ist sie zu der gleichen Entscheidung gekommen wie Herr Habeck, wenn auch durch die EU dazu gezwungen. Müssen wir das nicht zur Kenntnis nehmen, wenn wir über die mögliche Energielücke reden bzw. deren Existenz bestreiten?

Und da Gaskraftwerke vorgeschlagen werden, wissen wir leider noch nicht einmal so ganz genau, woran es denn im Winter fehlen könnte. Ist es Wärme oder ist es Strom? Da ist übrigens ein weiteres Argument, der Frau Reiche mangelnde Konsequenz vorzuwerfen. Was will Sie, mehr Gasheizungen beibehalten oder mehr Wärmepumpen?

Das kommt bei der Mär von der 'Technologieoffenheit' heraus, die Verwirrung. Trotzdem, wenn die Regierung nicht genau weiß, wo sie hinwill, müssen wir eben praktikable Vorschläge machen. Und, seien Sie jetzt schon gewarnt, die sehen erstaunlich wenig kreativ aus.

Wenn ich nicht weiß, wie viel ich wann brauche, kaufe ich erst einmal wenig.

Dazu eine kleine Geschichte: Wir haben einmal im Frühjahr in einer bitterkalten Nacht auf einem Campingplatz im Auto übernachtet und erst am nächsten Morgen erfahren, dass ein Zimmer vielleicht sogar noch günstiger gewesen wäre.

Wir sehen also die Versorgungslücke auch, wollen aber die uns als sinnlos erscheinende Verschwendung von Steuergeldern für den Bau und auch die zweifellos für große Betreiber lukrativen Zuschüsse zu etwas unterbinden, was nur vorhanden sein und nicht laufen muss.

Und da wir so allmählich zu der Meinung kommen, dass weder Experten noch Regierung einen Plan haben, woran es denn genau fehlt, schlagen wir Folgendes ernsthaft vor:

1. Bestehende Gaskraftwerke länger betriebsbereit halten und technisch modernisieren, statt sie stillzulegen.

2. Kraftwerke, die nur selten laufen, über Kapazitätszahlungen wirtschaftlich absichern.

3. Den europäischen Stromhandel intensiver nutzen. Natürlich macht das in gewissem Maße abhängig von Nachbarländern, aber Deutschland exportiert in manchen Stunden selbst große Mengen Strom. Die gegenseitige Unterstützung ist Teil des europäischen Strommarkts.

4. Flexible Großverbraucher stärker einbinden. Manche Industrieprozesse können ihre Last zeitlich verschieben und so Lastspitzen entschärfen.

5. Den Ausbau von Windenergie, Netzen und Speichern beschleunigen, damit die Übergangsphase möglichst kurz bleibt.

Wenn Frau Reiche wirklich die Kräfte des Marktes stärker nutzen und dadurch zu einer Senkung des Strompreises kommen will, dann aber richtig und eben nicht Großkonzerne über staatliche Zusagen absichern. Dann müssen wir eben noch eine Weile erpressbar bleiben.

Übrigens macht sich Frau Reiche mit ihren Gaskraftwerken noch erpressbarer.

Allerdings, wenn man von der einen Aufgabe befreit wäre, könnte man doch so ein riesiges Ministerium verpflichten, alles aber auch wirklich alles für die Erneuerbaren und den Aufbau der Netze zu tun. Die Abhängigkeit muss in mehr Druck münden, Habeck hat es gezeigt, als Putin uns das Gas abgesperrt hat.

Jetzt denken Sie da einmal das Potential der im Moment deutlich wachsenden Flotte von E-Autos hinzu. Speichern Sie das eher lokal, dann kann man damit Flauten überbrücken und belasten das Netz nicht. Zusätzlich sind mehr lokale Ladesäulen möglich. Mehr Win-win ist eigentlich kaum möglich.








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