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Einführung



Der Band eDrive 2 soll sich mit dem konkreten Unterhalt eines E-Auto beschäftigen. Eigentlich wollten wir noch nicht zu einem so frühen Zeitpunkt auf die E-Mobilität umsteigen. Die Gründe dafür seien hier kurz erwähnt.

Wir haben mit unserem VW Golf 6 einfach kein Glück gehabt, nicht nur weil bei ihm als eines der ersten Fahrzeuge die Täuschung mit den angeblichen Prüfstandswerten aufflog. Wir wurden schon misstrauisch, als wir bereits bald nach dem Kauf auf einer Messe von Versuchen bei Continental erfuhren, Reparaturen an CR-Injektoren durch entsprechende Ersatzteile zu ermöglichen.

Bei der Gelegenheit nachgefragt, ob sich das denn angesichts des Preises für neue lohne, wurde dieser mit etwa 750 € angegeben. Zuhause den Golf-Motor inspiziert stellten sich die vier Injektoren natürlich von Continental heraus. Irgendwann kam die Nachricht, die Firma habe die Fertigung aufgegeben bzw. Richtung Bosch verschoben.

Um eine lange Geschichte zu kürzen, haben nach und nach alle vier Injektoren den Geist aufgegeben, vermutlich bei der elektrischen Schaltung nach etwas stärkerer Belastung. Bei den letzten beiden kann das aber nicht der Fall sein, weil wir uns einfach nicht mehr getraut haben, auch nur etwas stärker zu belasten.

Von unseren vorherigen VWs waren wir es gewohnt, die Fahrzeuge viel früher in Eigenregie zu übernehmen, als es für eventuelle Kulanzfälle ratsam gewesen wäre. So wurde dann auch mit den Injektoren verfahren, gleich im Anfang mit mäßigem Erfolg. Man war freilich schon drauf gefasst, dass es nicht ohne Probleme abgehen würde.

Als Hauptfehler sei erwähnt, das Drehmoment der einzigen Befestigungsschraube der ersten zwei Injektoren nicht sauber ermittelt zu haben, sondern einfach an der Schraube für den dritten und vierten. Die Folgen einer zu fest angezogenen Schraube kann man sich leicht denken. Der Zylinderkopf wurde an der Stelle der abgerissenen Schraube nie wieder ganz heil.

Immerhin ist das Auto, wenn auch mit einer zusätzlichen Konstruktion, die ein mögliches Ausbrechen einer solchen Schraube, wieder voll funktionsfähig, wenn auch nicht gerade vorzeigbar. Dann kam der Diesel-Skandal. Erste Auswirkung, ein zweiter Grund, das Auto nie wieder loszuwerden. Und schon simple Messungen an einem Viergasgerät schienen den Verdacht der Manipulation zu bestätigen.

Was uns aber noch viel mehr als der unglaubliche Wertverlust unseres Autos ärgerte, war die Art, wie wir zum Software-Update 'gebeten' wurden. Denn VW verweigerte auf diese als Reparatur zu bezeichnende Aktion jegliche Garantie. Andererseits wäre der Wagen aber ohne das Update nie mehr durch den TÜV gekommen. Man fühlt sich wie in einer Bananen-Republik.

Und dann der Prozess gegen VW, der jetzt hoffentlich nach sieben Jahren mit einem Schuldspruch beendet ist. Es kam dazu, weil VW unglaublich wenig Geld zu Wiedergutmachung anbot. Hätte man das Doppelte angeboten, wir hätten nie geklagt. Jetzt muss VW mehr als das Vierfache bezahlen und natürlich zusätzlich Zinsen und die Prozesskosten.

Die Taktik ist klar, nämlich die Regulierung so lange hinauszuzögern, bis möglichst viele Fahrzeuge die 250.000 km erreicht haben, ab denen VW gar nichts mehr bezahlen muss. Zwischendurch gab es noch eine sogenannte Musterklage, bei der sich hauptsächlich die Anwälte die Taschen vollgestopft haben.

Aber das Ergebnis ist doch etwas traurig, denn wir werden unseren Golf abgeben müssen. Wir haben nachgefragt, ob wir ihn zurückkaufen können, aber das geht nicht. Offensichtlich ist das Verfahren der Abgabe für Tausende ehemalige VW-Kunden das gleiche. Schade, denn er wäre jetzt für weitere Jahre noch gut gewesen, ist gerade erst durch den TÜV.

Allzu groß ist die Trauer allerdings nicht, denn so wie die Dinge stehen, hätten wir das Auto nie mehr verkaufen, sondern nur noch verschrotten können. Und dazu wäre er wohl auch nach weiteren Jahren in unserer Hand zu schade. Und so kommen wir dann zur E-Mobilität, wie wohl kaum jemand anders.

VW hat übrigens seine wasserdichte Art beibehalten. ID.3 nur in mehr einem Jahr lieferbar. Dabei kennen wir den Chefverkäufer persönlich. Hyundai kann immerhin innerhalb eines halben Jahres liefern und die Autos kommen nicht aus Korea, sondern aus Tschechien. Und kosten neu so viel, wie ein gebrauchter ID.3.







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