Balkonkraftwerk 4
| Bitte unbedingt den Text dazu lesen . . . |

Das wäre sie gewesen, unsere Anlage, heute schon geliefert. Alles gut? Leider nein. Man hat sich großzügig 10 Stunden eingeräumt, die Anlage zu liefern. Von 8 bis 18 Uhr musste jemand zuhause sein.
Immerhin, um 10 Uhr rollte der Lkw mit der großen Klappe hinten vor.
Und warum können wir Ihnen noch keine Bilder der einzelnen Komponenten bieten? Weil die hoch beladene Palette leider mit so einem simplen Plastikbändchen an der Seite befestigt war. Vermutlich schon in der
ersten Kurve hat sie sich dann losgerissen und ist umgefallen.
Bevor ich die Kamera zur Hand hatte, wurde sie vom Fahrer wieder senkrecht gestellt. Ein Glück, dass ich nicht auf das Angebot von DHL eingegangen bin, mir die Palette ohne meine Anwesenheit einfach aufs
Grundstück stellen zu lassen.
So konnte ich die Annahme verweigern. Immerhin sind die Solarpanels vorn und hinten aus Glas. Sie hätten einmal sehen sollen, welchen Weg die in dem Lkw zurückgelegt hatten, bevor sie an der anderen
Seite aufknallten. Schade, wird wohl nichts mit der Montage am Wochenende.
Und wie das so unsere Art ist und da wir ja parallel zu dem ganzen Gewusel einen kaputten Wechselrichter haben, wanderten unsere Gedanken zu der Situation in fünf Jahren. Dann gibt der Netzbetreiber für
unseren tollen Solarstrom keinen Cent mehr.
Den Wechselrichter für eine bestehende Anlage zu kaufen, war schwieriger, als wir gedacht hatten. Einmal schon vollkommen falsch bestellt, zum Glück von der Firma frühzeitig noch einmal nachgefragt.
Inzwischen Geld zurück über Ebay.
Wir ärgern uns natürlich mit jedem sonnigen Tag, der ohne Nutzung vorüber geht. Denn so ganz genau wissen wir immer noch nicht, wie wir einen zweiten Fehlkauf hätten vermeiden
können. Ersteigern wäre also unmöglich gewesen, und Neuware ist oft nicht direkt bepreist.
Als wir dann unseren Wechselrichter bei Ebay genau angeben, kommt uns ein gebrauchter entgegen, sogar noch etwas stärker. Er passt vermutlich komplett mit der Befestigung und den Anschlüssen. Aber
warum kauft man so etwas wieder, was einen schon zwei Mal im Stich gelassen hat?
Weil es besonders günstig ist? Ist es, aber das ist nicht der Grund. Nach unseren Plänen brauchen wir dieses Gerät ziemlich genau noch fünf Jahre, danach nicht mehr. Warum? Weil diese gesamte Lösung
mit den maximal 800 W und der Berücksichtigung nur einer Phase nicht optimal ist.
Wofür wir schon jetzt schwärmen, ist ein dreiphasiger Wechselrichter. Der soll uns ermöglichen, zusätzlich auch noch die alte Anlage irgendwie mit der neuen zu verbinden. Es reicht übrigens nicht, die alten
Module in Reihe auf etwa gleiche Spannung zu bringen und dann zu parallelisieren.
Wir werden dann einen Regler brauchen, der alle Kollektoren zusammen schaltet. Den bifazialen Anteil hinzugerechnet wären das ca. 5 kW peak. Andere haben dafür erheblich mehr bezahlt. Denn
immerhin ist unsere Alt-Anlage längst abgeschrieben. Mehr als 2 kW sammeln darf man auch heute schon.
Bifazial bedeutet hierbei übrigens, dass die Kollektoren auch noch Energie von der Rückseite her aufnehmen können, z.B. durch Reflexion an einer weiß gestrichenen Hauswand. Bei uns kommen drei der
Kollektoren auf ein hoffentlich ebenso gut reflektierendes Metalldach.
Also hat der jetzt gekaufte Wechselrichter nur ein eingeschränktes, hoffentlich trotzdem unfallfreies Leben bei uns, mit 224 € einschließlich Versand kein allzu großes Risiko. Geliefert wird er leider erst morgen. Immerhin
können wir ihm uns nach dem verunglückten Transport der Neuanlage voll widmen.
Sie können übrigens so eine Anlage, wie die von uns Gekaufte, im Netz auch zum gut halben Preis erwerben und in verschiedenen Standorten in Deutschland selbst abholen. Die hat allerdings nur ca. 10 kWh Speicher.
Das wäre ja noch zu verschmerzen. Aber es fehlt ihr auch eine Steckdose für den Notstrom.
Ein hochinteressantes Teil, das hoffentlich die wenigen Kilometer unseres Autos vielleicht völlig unabhängig vom Netz machen wird. Der Traum könnte wahr werden, bedarf allerdings noch eines erfolgreichen Versuchs.
Wir werden im nächsten Kapitel zu diesem Thema darüber berichten.
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