Angebliche PV-Subventionen

Sie waren ja ohnehin schon recht mager, aber jetzt werden sie ganz abgeschafft. Man könnte darüber schimpfen, aber viel wertvoller wäre es, sich die Argumente der Leute anzuschauen, die für die
Abschaffung sind. Welches Denken steckt dahinter?
Gehen wir es einmal in Ruhe durch. Die sagen, alleine dadurch, dass man sich eine PV-Anlage aufs Dach bauen lässt, sei der Vorteil an erspartem Strom so groß, dass man nicht mehr subventionieren
müsse. PV würde auch dann installiert, wenn nicht mehr gefördert würde.
Und noch schlimmer: Wenn man das jetzt nicht beenden würde, wäre das grob ungerecht, weil ja die Menschen, die zur Miete wohnen, nicht nur keine Chance auf PV-Vergütung hätten, sondern im Gegenteil
für diese Förderung auch noch mit zur Kasse gebeten würden.
Das ist schon eine verklausulierte Begründung, typisch nicht nur für die entsprechende Frau Ministerin, sondern auch z.B. für Netzbetreiber. Aber wie stimmig ist die denn? Ist es nicht eigentlich schon ein
Fehler, die schäbigen 6 bis 8 Cent eine 'Subvention' zu nennen?
Tatsache ist doch, dass dafür etwas geliefert wird, was ein Netzbetreiber bzw. ein Stadtwerk wieder verkaufen kann. Wer verkauft denn diesen Strom, wenn die PV-Besitzer/innen als Konsequenz so viel wie
möglich für sich behalten, weil sie sonst nichts dafür kriegen?
Die Abschaffung der Entlohnung für erzeugten Strom vom Dach entpuppt sich hier als Verweigerung, viele Kleine am Geschäft teilhaben zu lassen. Und dann die Lächerlichkeit, die können ja ihren Strom an
der Börse bzw. an die Nachbarn verkaufen.
Die vollen 35 Cent können die PV-Inhaber/innen sicher nicht verlangen. Da müssten die ganzen Mühen abgezogen werden, den Strom über das Netz anzubieten. Und natürlich müsste es auch
in Phasen hohen Angebots möglich sein, die Annahme von Strom zu verweigern.
Alles eben wie im normalen Leben auch: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Aber eben nicht von 'Förderung' reden und den Großen mit ihren hohen Margen die Konkurrenz ersparen. Das beschreibt doch
den Stand der Energiewende 2026 in Deutschland recht gut.
Man sagt z.T. mit Recht, Fachleute im jeweiligen Bereich würden der Politik guttun. Hier aber haben wir die Nachteile. Zu sehr hat sich das Interesse solcher Leute in der Politik durchgesetzt, wie wir im
Rheinland es eigentlich schon seit Jahrzehnten mit RWE erleben.
Machen Sie mal bei uns auf dem Marktplatz einen Stand mit kritischen Bemerkungen. Nein, da kommt kein Beauftragter dieses Konzerns und macht Ihnen das Leben schwer. Die Bürger selbst erledigen das
mit wütenden Attacken, redliche Diskussion unmöglich.
Es gibt, vermutlich auch heute noch, sehr viele Leute bzw. Familien, die hierzulande von RWE abhängig sind. Da ist gar keine direkte Korruption nötig. Man darf sich nur daran erinnern, dass der ÖPNV bei
uns ewig zu einem nicht unerheblichen Teil von RWE mitfinanziert wurde.
Strom würde etwas längerfristiger billiger werden, auch für Mieter/innen ohne PV-Anlage, wenn der Ausbau von Netzen und Smartmetern noch viel entschlossener vorangetrieben würde, auch angesichts
zunächst noch steigender Kosten dafür. Aber dann muss Konkurrenz gewollt sein.
| Nennt man das Entgeld für gelieferten Strom nicht mehr 'Subvention', kehrt sich die
ganze Diskussion um. |
|