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Liebhaber - EAuto (3)



Wir verraten nicht, welches Auto er sich gekauft hat, aber es war aus der Kategorie 'Tesla'.

Lieber Fahrer/innen von E-Autos,

So langsam wird es Zeit unser im vorvorigen Kapitel gemachtes Versprechen zu erfüllen, nämlich eine Art von Vergleich zwischen Autos, der eben nicht werbend und/oder stark auf Bewertungen beruhenden auftritt, sondern dem/der Fragenden möglichst viel Spielraum zur eigenen Entscheidungsfindung lässt. Wir versuchen uns hier nun an der Fragestellung, ob man sich denn zurzeit einen Verbrenner, einen Hybriden oder ein reines Elektroauto kaufen sollte.

Unser Proband, oder besser gesagt Fragesteller, ist überzeugt davon, dass wir alle etwas gegen den Klimawandel tun müssen. Seine letzte Wahl fiel in eine Zeit, als es die heutigen Alternativen noch nicht einmal im Ansatz gab, sein Diesel entsprechend alt. Er hat entsprechend viele Kilometer auf dem Buckel. Immerhin hat er schon einen Partikelfilter, stößt also beim Beschleunigen keine Rußwölkchen mehr aus. Der Wagen soll ersetzt werden. Nein, an irgendwelchem sportlichen Gehabe hat unser Freund kein Interesse.

Von E-Autos bzw. Hybriden hat er keinerlei Ahnung, sonst hätte er sich nicht an uns gewandt. Wie berät man so einen Menschen, der eigentlich nur fahren will und das möglichst klimaneutral? Wir fragen zunächst nach den zu bewältigenden Kilometern pro Jahr und gelangen auch beim Blick auf den Tacho des alten Diesels zu der Erkenntnis, dass da schon einige zusammenkommen. Auch soll es bei einem Fahrzeug in der vierköpfigen Familie bleiben.

Was wir brauchen sind drei Referenzfahrzeuge, an denen der Fragesteller, wenn er sich für eine der drei Kategorien entschieden hat, eventuelle Kaufkandidaten messen kann. Da spielt dann auch das Budget eine Rolle, dass wir bei dieser Wahl hier noch außer Acht lassen. Unter den genannten Bedingungen und den bisherigen Zulassungszahlen wählen wir zunächst das Tesla Model 3 mit der größten Batterie aus.

Wir hätten nicht gedacht, dass sich die Wahl des Hybriden so schwierig gestalten würde. Eigentlich wollten wir hier zur Firma mit dem größten Knowhow auf diesem Gebiet, nämlich Toyota. Aber leider bieten die den von uns gewünschten und ebenfalls meistverkauften Prius in Deutschland seit dem vorigen Jahr nur noch als PlugIn-Hybrid an. Der allerdings kommt mit seiner schweren Batterie für unseren Fragesteller nicht infrage, auch nicht der von Wikipedia als Vergleichsfahrzeug vorgeschlagene Hyundai Ionic Hybrid.

Bei Toyota sind Verbrenner und E-Antriebe so gut miteinander verzahnt, dass selbst auf längeren Strecken noch Spareffekte möglich sind. Er wäre vielleicht noch gebraucht käuflich, aber unser Freund sucht ein Fahrzeug für seine Firma, und da dürfte es doppelt schwierig sein, einen Prius mit möglicher Erstattung der Mehrwertsteuer zu finden.

Sicher gibt es sogar Diesel-PlugIns und solche mit bis zu 100 km Reichweite, aber erstens sind die Werte oft geschönt und zweitens sind für unseren Probanden alle sagen wir 80 km Nachladen und die, verglichen mit dem Tesla, unendlich schlechtere Ladeprozedur keine Option. Womit wir bei einem Nachteil der reinen E-Autos und gleichzeitig einem Vorteil des Model 3 wären. Man sollte sich also unbedingt z.B. Videos oder Internetseiten von Ladekurven anschauen, möglichst gestaffelt nach noch vorhandener Kapazität und Temperatur auch der Batterie.

Wer nachts zuhause laden kann, ist bezüglich Kosten und Geschwindigkeit immer im Vorteil. Letztere reicht immer aus, weil man bei einem E-Auto von einer Ladung 5 bis 80 Prozent ausgehen muss, mehr schadet auf die Dauer dem Erhalt der Kapazität und der Batterie selbst. Wir fühlen uns verpflichtet, unseren Freund zu warnen. Das Autofahren ändert sich mit dem Übergang von einem Diesel zu einem E-Auto. Allerdings eigentlich nur dann, wenn das nächtlich geladene Kontingent nicht reicht. Je mehr das der Fall ist, desto mehr Veränderung.

Während man früher mit einem Tank voller Diesel losgefahren ist, fast so weit wie man wollte und mit beliebig gewählten Pausen, werden diese jetzt weitestgehend vom Auto bestimmt. Das gilt übrigens auch für die Geschwindigkeit. Auch bei einen Tesla Model 3 gibt es für die lange Strecke eine Art Maximalgeschwindigkeit, die weit unter der mit diesem Auto möglichen liegt. Fährt man schneller, steht man länger an der Ladesäule. Sie dürfte so zwischen 120 und 140 km/h liegen, bei den meisten anderen Fahrzeugen dieser Klasse niedriger sein als im Tesla.

Das ist natürlich nur dann ein Argument, wenn man alle paar Jahre ein neues Auto kauft. Aber unser Freund will auch sein nächstes Auto so lange fahren, wie alle vorherigen. Und genau da wird es kritisch. So kann man sich zurzeit mächtig über die steigenden Strompreise ärgern, aber die haben zumindest den Vorteil, dass ihr Anstieg irgendwann begrenzt sein wird, aber was ist mit den Diesel-Fahrzeugen? 'Einen letzten Tropfen Rohöl wird es nicht geben.' Warum nicht? Weil es dann schon unerschwinglich teuer geworden sein wird.

Nein, es geht hier gar nicht nur um die Steigerung des Dieselpreises, auch nicht um die Steuern von Kraftstoff und Fahrzeug. Eine ungefähre Ahnung davon vermitteln Freunde von Oldtimern. Früher hat der Kotflügel des Käfers ca. 25 DM gekostet, heute kriegen Sie ihn kaum für das Zehnfache in Euro. D.h. sobald Teile bzw. ganze Fahrzeuggruppen aus der Produktion fallen, werden sie unerbittlich immer teurer. Und genau dieser Prozess hat bereits begonnen. Unser Freund jedenfalls hat an diesem Argument schwer zu knacken.







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