Suche

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z




  Mobiles  

  F7     F9


 Buchladen

 Aufgaben/Tests

 Formelsammlung

 Motoröl-Finder




  eDrive - Laden 2




Eigentlich sollte in diesem Kapitel nur über das Laden von Gleichstrom berichtet werden, aber der Wechselstrom beschäftigt uns noch weiter. Es gibt nämlich eine leichte Verwirrung mit den Steckern. Oben rechts sehen Sie den universell benutzbaren CCS Typ 2. Der ist klar aufgeteilt zwischen Wechselstrom oben und Gleichstrom in den beiden Pins unten.

Daneben dann der vom Aussehen her gleiche Stecker von Tesla. Wer jetzt aber meint, der könne keinen Gleichstrom laden, der irrt. Tesla war halt sehr früh mit seinen Ladestationen und hat den Gleichstrom auf zwei der hier sichtbaren Pins verteilt, mit ein Grund für den schon erwähnten Umstand, dass Tesla nur einphasigen Wechselstrom laden kann.

Die Anekdote ist dabei, dass der Tesla-Stecker sehr wohl bei Fahrzeugen anderer Hersteller passt, die nur Wechselstrom laden können, also die unteren beiden Pins nicht haben. Was passiert jetzt, wenn man den Tesla-Supercharger z.B. an einen Hyundai Ioniq anschließt? Zum Glück gar nichts, denn Strom fließt erst, nachdem die Ladesäule den Deal genehmigt hat.

Übrigens können Sie das auch als eine Art Lebensversicherung bei zufälliger Berührung der Kontakte hinter der Ladeklappe nehmen. Es gibt hier zwar keine Garantie, aber der Strom dorthin bleibt ohne Stecker grundsätzlich abgeschaltet. Noch ein wichtiger Hinweis: Probieren Sie das oben Erwähnte bitte nicht aus, denn es könnte sein, dass der Tesla Supercharger oder das Auto das Kabel nicht wieder freigibt.

Das bedeutet aber auch, wer mit einem Tesla irgendwo anders als am firmeneigenen Supercharger schnellladen will, braucht unbedingt einen Adapter zu CSS Typ 2. Den also immer mit sich führen. Übrigens hat der einphasige Wechselstrom in amerikanischen Haushalten irgendwie Tradition. Dies ist umso verwunderlicher, als die Netzspannung in der Regel etwa 120 V beträgt, also halb so viel wie bei uns.

Und wie betreibt man jetzt dort einen Elektroherd? Ganz klar, hier können nur alle Teilverbraucher wie Platten und Herd parallel geschaltet sein, was die Stromstärke in enorme Höhen treibt. Das erfordert auch wegen der geringeren Spannung eigentlich enorme Leitungsquerschnitte. Wird da nicht korrekt installiert, werden die Leitungen warm und Verluste sind die Folge.

In Deutschland gibt es E-Techniker, die bei einer Absicherung von 32 A zu 4 mm2 Kabelquerschnitt raten. Das ist einerseits übertrieben, denn offiziell sind hier 2,5 mm2 erlaubt. Die Verlegung erfordert dann einen ziemlichen Aufwand, am besten in Kabelkanälen. Können Sie sich die Installationskosten vorstellen?

Man kann natürlich auch die E-Techniker verstehen, die einerseits etwas für ihren Berufsstand tun wollen, aber auch für die Umwelt, denn so ein Kabel wird bei Belastung bestimmt nicht warm. Allerdings erscheint der ganze Aufwand für das Laden von E-Autos ziemlich übertrieben, denn das Laden mit über 4,6 kW pro Phase ist wohl eh' genehmigungspflichtig, bzw. wird erst gar nicht erlaubt.



Also, die Amerikaner übertreiben es nach unten und die Deutschen nach oben mit dem Aufwand. Unter dem Blickwinkel des Gesamtstroms wollen wir uns einmal die drei oben gezeigten, miteinander verbundenen Sicherungen anschauen. Sie erkennen die jeweils 63 A, müssen aber wissen, dass die für die gesamte Hauselektrik gelten.

Übrigens kann man die damit in welcher Situation auch immer komplett ausschalten. Aber jetzt verteilen Sie einmal. Würden Ihnen neben dem Elektroherd mit 3 * 16 A auch noch 3 * 32 A für Ihr E-Auto erlaubt werden, müsste sich die gesamte restliche Hauselektrik mit 3 * 16 A begnügen. Sie müsste also so über die drei Phasen verteilt werden, dass keine mehr als 16 A zieht. Schon im Prinzip unmöglich.

Das ist das Problem der sogenannten 'Schieflast'. Würden alle drei Phasen der Autoaufladung voll benutzt und auch noch gleichzeitig mit dem Backofen die an dessen Phase hängenden Verbraucher im Haus ihre 16 A überschreiten, dann schaltet die Sicherung ab, auch wenn es sich nur um eine Phase handelt.

Bleiben noch Vermutungen, was die dahinter an einer Keller-Außenwand im plombierten Kasten befindliche Sicherung macht. Ist hier die Abschalt-Stromstärke gleich und nur die obige schneller ('flink'), oder hat man Pech und auch die spricht an? Dann muss der Stromversorger ran, vermutlich kostenpflichtig.

Aber was heißt das denn für Sie und mich als Otto Normalverbraucher? Ganz einfach: Finger weg von 32 A und von einer Wallbox. Im allergünstigsten Fall mit viel Installation und Erlaubnisnachfragen bringt sie höchstens 1 kW mehr, wo doch eigentlich 3 * 16 A entsprechend 11 kW ausreichen. Achten Sie lieber beim Kauf des E-Autos auf drei Phasen zum Laden.

100 Prozent Atmosphäre, fast 0 Prozent Information . . .








Sidemap - Technik Impressum E-Mail Datenschutz Sidemap - Hersteller