Batterie-Recycling

Immer, wenn jemand den E-Autos vorwirft, sie würden uns abhängiger von China machen, kontern wir, dass mit jedem Auto ja auch Rohstoffe zu uns kämen und wir uns die eines Tages nur zu holen
brauchten. Ist es wirklich so einfach?
Natürlich nicht, zumal ja eine Batterie zunächst jahrelang im E-Auto ihren Dienst leisten muss, und dann möglicherweise noch eine Zweitverwertung durchläuft. Trotzdem, ein eventueller Mangel an
recycelbaren Batterien ist die kleinste Sorge der Verwerter.
Doch zunächst muss man mit der eventuell noch vorhandenen Restladung fertig werden. Es hat auch schon Brände bei Entsorgungsbetrieben gegeben. Das kann sogar zu einer Evakuierung der
Umgebung führen.
Und dies bei meist völlig fehlenden Unterlagen. Schon der Transport stellt ein Risiko dar. Die Chargen sind halt wild durcheinander gewürfelt. Im E-Auto kann z.B. die Feuerwehr sie eindeutig identifizieren, so
frei angeliefert womöglich noch ohne Aufkleber und Unterlagen nicht.
Und wie groß sind die Mengen? Es sind Versuche von GM mit Cirba Solutions bekannt. Da ging es um 80 ausgediente Batteriepacks, übrigens gut für 12 Tonnen Kathodenmaterial. Hier wurden die einzelnen
Stoffe auch wieder in Batterien für Neufahrzeuge eingesetzt.
Aber das scheint noch die Ausnahme zu sein. Immerhin gibt die EU schon für die Zeit nach 2030 konkrete, noch geringe Prozentzahlen von Elementen vor, die auch wirklich in der Produktion neuer Batterien
verwendet werden müssen.
Damit ist nicht nur die Möglichkeit für einen ein-, sondern einen mehrmaligen Kreislauf geschaffen. Man hat ja noch die Verwertung von Altreifen zu Begrenzungsmaterial im Straßenbau im Kopf. Inzwischen
werden wohl auch wieder Neureifen daraus.
Aber wirklich Lithium, Nickel und Kobalt entstehen in den allerseltensten Fällen bei uns. Eher wird nur die sogenannte Schwarzmasse geborgen, in der die Elemente noch verborgen sind. Allerdings kann man
auch mit nicht vollständig recyceltem Material neue Batterien bauen.
Aber wenn z.B. die Schwarzmasse dann wieder nach Asien exportiert wird, weil man dort in den Verfahren des Recyclings schon weiter ist, dann könnte das für uns auch eine weitere Niederlage bei der
Ausbreitung neuerer Technologien bedeuten.
In USA wehrt man sich dagegen und beschränkt den Export von Schwarzmasse. Verkäufe sind nur an Personen oder Firmen im Inland oder zumindest unter amerikanischer Flagge möglich. Allerdings ist man
da gleichzeitig mit dem Recyceln noch nicht sehr weit.
In Deutschland ist mit der Firma 'cylib', eine der vielen Ausgründungen der RWTH Aachen entstanden. Es geht um Entwicklung auf wissenschaftlicher Grundlage und man arbeitet daran, sie vom Pilotmaßstab in
industrielle Produktion zu überführen.
Partner ist der OEM 'Porsche', der auch gleich am 17. September einen wichtigen Durchbruch verkündete: Erstmals wurden Batteriezellen hergestellt, deren Kathoden-Aktivmaterial vollständig aus recycelten
Rohstoffen aus eigenen Hochvoltbatterien stammte.
Am CHEMPARK Dormagen baut cylib seine Aktivitäten in Richtung industrielle Produktion immer weiter aus. Mit der folgenden Ausbaustufe sollen 60.000 Tonnen Batteriematerial jährlich zu verarbeiten sein,
darunter dann auch gezielt LFP-Batterien.
|