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Kurbelwelle



kfz-tech.de/YVe29

Wo kommt sie her? Jedenfalls ist sie nicht erst im Zusammenhang mit dem Verbrennungsmotor entstanden. Schon die Dampfmaschine hatte so etwas wie eine Kurbelwelle, bei der Dampflok sogar von außen sichtbar. Aber vermutlich ist sie auch noch älter.

Nicht alle Verbrennungsmotoren haben Kurbelwellen, wenn man nur einmal an den Wankelmotor denkt. Es hat auch einen solchen gegeben, der fast nur aus Kolben und Stangen bestand und seine Energie in Form von Druck weitergegeben hat.

Die Kurbelwelle stellt nichts Geringeres als die exzentrische Lagerung des großen Pleuelauges bereit. Sie kann gegossen oder geschmiedet sein, aber auch wenn sie aus einem großen Zylinder hervorgeht, sie muss immer auf einer Drehbank mit besonderen Anforderungen bearbeitet werden.

Sie ist sehr oft gleitgelagert, aber auch Wälzlager sind möglich, sogar unterschiedliches Vorgehen an Haupt- und Pleuellagern, womit die beiden Arten von Lagern an einer Kurbelwelle deutlich unterschieden wären. Die Pleuellager rotieren, während die Hauptlager ortsfest bleiben.

Das erschwert bei ersteren natürlich die Schmierung, die ganz im Anfang der Entwicklung auch schon einmal ganz oder teilweise nur durch Anspritzen mit Motoröl gewährleistet wurde. Aber schon seit Langem erfolgt sie durch Leitungen in die Haupt- und von dort in die Pleuellager.

Bei Wälzlagern nennt man diese Schmierung hydrodynamisch mit der Konsequenz, dass sie erst mit etwas Drehzahl und genügend Druck wirklich gut funktioniert. Erstere hat man allerdings im Laufe der Entwicklung spritzsparender Verbrenner deutlich absenken können.

Nur zwei Hauptlager hat es in der Geschichte sogar bis zu vier Zylindern gegeben, sind aber eigentlich nur bei Ein-. und Zweizylindern üblich. Selbst letztere gibt es auch mit einem zusätzlichen Mittellager. Trotzdem muss bei größeren ihre Zahl nicht unbedingt gleich der von Pleuellagern plus eins sein.

Reihenmotoren mit vier Zylindern sind ganz oft drei-, solche mit sechs Zylindern vierfach gelagert. Boxermotoren mit vier Zylindern sind ebenfalls dreifach, während die wenigen mit sechs Zylindern vier- oder auch, wie z.B. beim Porsche, siebenfach gelagert sein können.

Die Kurbelwelle muss auch nicht immer für jeden Zylinder ein eigenes Pleuellager bereitstellen, es können auch zwei Pleuel nebeneinander auf ein Pleuellager greifen. Ein Beispiel ist hier der klassische V6 mit 60° zwischen den Zylinderreihen.

Ein dritter Teilbereich an der Kurbelwelle wären die Ausgleichsgewichte, eigentlich nur bei bestimmten Boxermotoren weggelassen. Sie sorgen für eine gewisse, aber nicht immer unbedingt vollständige Auswuchtung der Kurbelwelle, durch Sackbohrungen in die Gewichte einstellbar.

Es gibt halt auch Überlegungen, das hinzuzunehmen, was der Rest des Kurbeltriebs an Unwucht mit sich bringt. Kurbelwellen sind enorm wichtig für einen tiefen Schwerpunkt des Motors. Nicht Boxermotoren sind die besten, weil die ihr Abgassystem noch verstauen müssen, sondern V-Motoren.

Sie merken schon, die Kurbelwelle ist so etwas wie das zentrale Bauteil des Verbrennungsmotors. Nicht zuletzt bestimmt sie ja auch über den Hub den Hubraum des Motors und hat mit Einfluss auf das Verdichtungsverhältnis.


kfz-tech.de/YVe15







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