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  Verbrennungsmotor - Zweizylinder 2



Der erste Teil endete damit, dass aus dem Zwei- ein Vierzylinder wurde und dieser dann relativ rasch seinen Ursprüngen hubraummäßig davonläuft. DMG erhöht bald auf 6 Liter und nach Daimlers Tod schafft Maybach auf Drängen des Verkäufers Jellinek einen erfolgreichen Rennwagen nach dem anderen. Bis ca. 1920 werden z.B. bei Fiat bis zu 20 Liter erreicht.


Die 20er könnte man dem Streben nach mehr Leistung durch Drehzahl zuordnen, besonders gut zu sehen an den leichten Wagen von Alfa Romeo, während die 30er den Deutschen mit ihrer ausgeklügelten Ladetechnik anheimfallen. Also bleibt der Zweizylinder-Viertakter dem Fahrzeug mit mehr als zwei Rädern für längere Zeit fern. Sogar Kleinstwagen wie der Peugeot Bebe von 1913 oder der legendäre Austin Seven haben vier Zylinder.



Wir bleiben folglich bei den Zweirädern und gehen zu Douglas (Bilder oben), das 'ou' nach 'a' und das 'a' nach 'e' gesprochen. Die Firma produziert ab 1907 in Schottland Motorräder und wird berühmt für ihre Boxermotoren. Englische Motorräder gelten als absolut führend. Warum ausgerechnet einer dieser Motoren so erwähnenswert ist? Weil eine fast hundertprozentige Kopie den Weg zum ersten BMW-Motor ebnet, im Grunde den erzwungenen Umstieg der Firma von Flug- zu Zweiradmotoren.


Eingebaut wird der Motor hauptsächlich bei Zündapp in die Victoria (Bild oben). Ein eigenes Motorrad produziert man bei BMW erst ab 1923, als man bei Zündapp den Motor weiterentwickelt hat und die den BMW-Motor nicht mehr abnehmen. Es ist die R32 (Bild unten) und die glänzt durch eine wesentliche Neuerung. Der Motor ist um 90° gedreht und überträgt das Drehmoment über eine Art Kardanwelle auf das Hinterrad.


Unten die R 37 mit einer zum OHV-Motor weiterentwickelten Version des Boxermotors, der damit für sehr lange Zeit seine Form gefunden hat, darunter auch den vollkommen gekapselten Ventiltrieb. Stolze 12 kW (16 PS) beträgt die Leistung bei 4000/min, obwohl der Hubraum bei 500 cm3 geblieben ist. Von nun an hat dieser Motor und mit ihm diese Bauart des Motorrades eine beispiellose Karriere.


Noch im Jahr 1924 werden die ersten Sporterfolge erzielt, allerdings mit stärkeren Versionen, die ab jetzt die der Serie begleiten. Die Rennerfolge mit den Motorrädern haben wesentlich zu BMWs legendärem Ruf in der Welt beigetragen. Als die beiden größten erwähnen wir hier nur den Geschwindigkeits-Weltrekord 1937 von Ernst Henne, der mit einer 500er Kompressor 279 km/h erreicht, und den Sieg von Schorch Meier 1939 auf der Isle of Man.


Der Zweizylinder-Boxermotor hat sich bei BMW als R-Reihe bis heute gehalten. Der Hubraum wuchs zunächst nur bis 750 cm3 und dann viel später auf 1.000 cm3. Noch 200 cm3 mehr gab es wahlweise ab 1993 im Zusammenhang mit dem Umbau auf obenliegende Nockenwellen und vier Ventile pro Zylinder (Bild unten).


2015 kommt die R 1200 GS sogar mit einer teilweisen Wasserkühlung (heute R-nineT). Hinzuzufügen ist auch noch der Einsatz des Boxermotor in die Isetta, den 600er und den 700er. Geblieben über all die Jahre ist die Bewegung um die Längsachse, die z.B. bei Hondas Sechszylinder durch Umlenkung der Drehrichtung bei Kupplung und Generator etwas ausgeglichen wird.








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