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  VW - Ford



Man verhandelt schon seit längerer Zeit und meint jetzt zu einem gewissen Durchbruch gelangt zu sein. In New York. VW CEO Herbert Diess trifft Ford CEO Jim Hackett, der das Eingangsreferat hält. Er verweist auf die Errungenschaften von Ford beim Autonomen Fahren. Diese basieren auf deren starker Beteiligung an Argo AI und wenn man auf deren Webseite schaut, zeigt die hauptsächlich selbstfahrende Fords.

Auf rein elektrische Fahrzeuge kommt Hackett erst später zu sprechen. Das aber ist eher das Thema von Diess. Der Unterschied zwischen den gegenseitigen Investments ist allerdings, dass VW bei Argo AI die enorme Summe von 3,1 Mrd. $ investiert, wovon nur 0,5 Mrd. $ Aktien sind, die momentan noch Ford an dem Unternehmen hält. Sozusagen im Gegenzug kauft Ford 600.000 MEB-Plattformen von VW.

Wichtig, diese Plattformen sind ausdrücklich nur für Europa, nicht etwa für das Kerngeschäft von Ford z.B. in USA. Dazu hat Ford schon vor Zeiten 500 Mio. $ in den Tesla-Konkurrenten Rivian investiert. Dort steht man offensichtlich vor der Produktion von Fahrzeugen ganz anderer Größenordnungen. Die größte Batteriekapazität von VW ist hier die kleinste. Es geht als von 105 bis 180 kWh.

Man spricht ja auch bei dem Deal zwischen VW und Ford von Zusammenarbeit bei den Nutzfahrzeugen, aber ob diese Kategorien dabei sind oder ob VW seine Plattform nach oben erweitert, ist noch unklar. Überhaupt müsse das ganze noch kartellrechtlich untersucht und geklärt werden. Voraussichtlich ist dann erst in knapp einem Jahr eine Unterzeichnung möglich.

Man verhilft natürlich mit dem anderen Teil des Deals Ford zu einer neuen Perspektive in Europa, die schon fast als verlorengeglaubt galt. Besonders das Fordwerk in Köln kann frohlocken, weil dort die verschiedenen Autobauten für die VW-Plattformen entwickelt werden und vermutlich zumindest teilweise ab 2023 auch produziert werden.

Herbert Diess scheint fest an die Vision zu glauben, dass die MEB-Plattformen sich zu einem Standard entwickeln, noch von anderen Herstellern akzeptiert und billiger werden. Am liebsten hätte man jetzt schon eine Zusage für weitere 600.000. Allerdings zeigt die Geschichte, dass solche Joint-Ventures nur einen zeitlich begrenzten Bestand haben. Erinnert sei an die Zusammenarbeit mit Mercedes beim Crafter/Sprinter und an die mit Ford beim Sharan/Galaxy.

Aber vielleicht ist das VW auch gleichgültig, weil man bis zu einem eventuellen Ausstieg von Ford wieder verschiedene Marktführerschaften anstrebt und dann die volle Produktion selbst braucht. Im Moment scheint aber die ausreichende Belieferung mit Batterien zweifelhaft. Bei VW scheint man immer noch zwischen Bau einer neuen, Beteiligung an einer existierenden Batteriefabrik oder Verlass auf Lieferanten hin- und hergerissen zu sein.

Übrigens muten beide Seiten der MEB-Plattform viel zu. So spricht Hackett von neuen leistungsstarken Modellen eines 'Mustang'- oder 'Explorer'-Zuschnitts bzw. von Nutzfahrzeugen. Auch Diess erwähnt neben Pkws usw. auch Wohnmobile, übrigens ein Markt, wo VW ausnahmsweise nicht Marktführer ist, sondern Fiat. Ob dafür aber die Packs reichen, die sich schon beim Audi e-tron nicht gerade als Garanten für vernünftige Reichweiten erwiesen haben?

Bedrückend, was Diess über die CO2-Anteile erzählt. Nein, nicht so sehr für den Verkehr, der danach 'nur' einen Anteil von 14 Prozent am Gesamtaufkommen hat, wobei übrigens der Flugverkehr eingeschlossen sein soll. Wenn es schon beim Verkehr so langsam geht, wie lange wird das mit den anderen 86 Prozent dauern? VW hat danach durch seine Pkws einen Anteil von 1 Prozent, den man längerfristig auf null zu reduzieren hofft. 2030 sollen 40 Prozent davon reich elektrisch sein, ca. 14 Mio. insgesamt.







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