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Warum hat es so lange gedauert?



Warum hat es so lange gedauert, bis der VW-Käfer ersetzt wurde? Geboren ist er unter der Herrschaft der Nazis, wo die Intentionen eines fast schon besessenen Konstrukteurs mit denen eines mindestens ebenso besessenen Diktators zusammenkamen.

Der hatte Autobahnen im Sinn, vermutlich eher wegen geplanter Feldzüge. Die erklärte er dem gemeinen Volk, indem er diese zunächst für Reisen mit Bussen einsetzte, aber die Aussicht schürte, man könne sie dereinst mit dem eigenen Auto befahren.

Das Geld für das riesige Autowerk hatte er einst den Gewerkschaften entwendet. Zusätzliches kam durch das Sparen auf das vermeintlich bald zu erwerbende Auto ein. Der Gesamtplan jedoch löste sich durch Kriegführung sehr bald in Luft auf.

Nach dem Krieg sollte Deutschland eigentlich rein agrarisch organisiert werden, wurde jedoch gebraucht, als sich die Differenzen zur Sowjet-Union immer mehr verschärften. So gelang es der Organisationskraft des britischen Militärs, eine zerbombte Produktionsstätte sehr bald wieder profitabel zu machen.


Parallel dazu gab es die konsequente Ausmerzung von Fehlern, einen schon sehr früh beginnenden Export und den Aufbau von Kundendienst, der seinen Namen wirklich verdiente. Sobald das einigermaßen erfüllt war, wuchs die Produktion deutlich über das Stammwerk in Wolfsburg hinaus.

War der Wagen seiner Konkurrenz zu Zeiten seiner Geburt technisch überlegen, so holte die bis in die 60er Jahre hinein deutlich auf. Aber der inzwischen deutsche Generaldirektor tat alles, um den Wagen zwar zu modernisieren, aber in seinen Grundprinzipien unbedingt beizubehalten.


Es gab Verbindungen nach Italien, die z.B. an einem sportlich aussehenden Wagen designmäßig beteiligt waren, aber der Hauptlieferant für Verbesserung war die Fa. Porsche, die ebenfalls zumindest am Konzept des Heckmotors festhielt. So wurde der VW-Käfer zwar von Jahr zu Jahr besser, blieb aber für den unbedarften Betrachter unverändert.


Hinzu kam, zwar erst nach dem zweiten Anlauf, der ungeheure Erfolg in USA, der vermutlich auch sehr stark dem Größenwahn der dortigen Autohersteller und deren bisweilen eher schlampig ausgeführte Arbeit zu verdanken war. Denn eigentlich passte der Käfer dort wie die Faust aufs Auge.


Unübersehbar die Phalanx von Fahrzeugen, die den VW-Käfer hätten ersetzen können, allerdings bisweilen so designt, dass dieser meist gut dabei wegkam. Das Ende war dann eher eins mit Schrecken, weil alle Todesstöße auf einmal auf VW zuzukommen schienen.


Hintereinander aufgezählt war da eine aus politischen Gründen angezettelte Rohöl-Preiskrise, zum Schutz amerikanischer Hersteller veränderte Zulassungsbestimmungen, die fast nur den Käfer trafen, daraus resultierende Umbauten, deren Preise auch noch die letzten Kunden/innen verschreckten.


Der Weg in die Insolvenz schien praktisch unvermeidlich, denn ein Nachfolger schien bis kurz vor Zwölf nicht zur Verfügung zu stehen. Das von Porsche vorgesehene Konzept wurde zum Glück noch rechtzeitig eingestampft. Hilfreiche Menschen brachten das Konzept von Giugiaro zu einem lobenswerten Abschluss.

Hätte Ferdinand Porsche den Werdegang seines Kindes miterlebt, man kann sicher sein, er hätte auch schon zu erfolgreichen Zeiten des Käfers beherzter eingegriffen, wie das so seine Art war.







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