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Karmann Ghia



Typ 14 B-4, 1.192/1285/1584 cm3, 77 x 64 mm/85,5 x 69 mm, 6,6/7,0/7,5 : 1, OHV, Fallstromvergaser, 22/25/32/37 kW (30/34/44/50 PS), 3400/3600/4100/4000min, Radialgebläse, Viergang, Halbautomatik, doppelte Kurbellenker, Drehstabfederung, Zweigelenk-Pendelachse/Schräglenker, Drehstabfederung, Trommeln/Scheiben, Trommeln, 810/820/870 kg + Fahrer(in), 116/120/130/140 km/h, Heckmotor, längs, Heckantrieb, 7.500/8250* DM, *Cabrio, 1955 - 1974


Kosename: Hausfrauenporsche


Er wird nach Vorgesprächen schon im Jahr 1953 von der Fa. Karmann in Osnabrück in Zusammenarbeit mit Luigi Segre, Chefstylist der Turiner Firma Ghia (gesprochen 'Gia') entwickelt und macht beide weltberühmt. Die Karosserie wird über ein VW-Käfer-Chassis mit zunächst 22 kW (30 PS) und ganz zuletzt 37 kW (50 PS) gestülpt und ist damit für ihr Aussehen etwas zu langsam.

Das Auto hat im Prinzip zwei Sitze, weil von der Rückbank des Käfers nicht viel übrig bleibt. 1955 kommt es als Coupé und 1957 als Cabrio heraus. Der Preis ist mit 7500,- DM gegenüber 4600,- DM für einen Export-Käfer gewaltig. Trotzdem erreicht der Karmann Ghia mit fast einer halben Million produzierter Autos eine stolze Zahl und ist damit zugleich die erfolgreichste Sonderkarosserie auf Basis des VW-Käfers.


Man verabredet etwas im Frühjahr auf dem Genfer Salon und bekommt schon im Herbst von den Italienern einen ersten Prototyp präsentiert. Oben sehen Sie, wie das Schmuckstück ausgesehen haben könnte, für die Zeit in seiner Schlichtheit zumindest außen besonders gelungen. Noch nicht einmal die später chromverzierten Öffnungen sind vorhanden.


Innen soll es aber deutlich prächtiger zugegangen sein. Da ist der relativ kleine Raum mit Leder verziert. Am deutlichsten unterscheiden sich die hinteren Leuchten und die Lüftungsschlitze auf der Heckklappe. VW-Chef Nordhoff soll nur noch kurz wegen des zu verlangenden Preises gehadert haben. Immerhin war es das teuerste VW-Modell.

Die Scheinwerfer werden geändert. Die Karosserie des Ghia ist natürlich so breit wie die des Käfers einschließlich seiner Trittbretter. Deshalb werden die Bodenbleche zu Beginn der Serie erst bei Karmann mit Verbreiterung eingesetzt, bis VW dann auch die breitere Bodengruppe liefert. Neben der Lüftung für den Motor hinten muss man auch den Luftfilter auf den des Transporters umstellen.


Der Karmann Ghia ist natürlich etwas schneller als der Käfer, sogar meist schneller als der Käfer mit dem nächstgrößeren Motor. Trotzdem sind nur geringe Änderungen am Fahrwerk nötig. Nicht viel Platz im Gepäckraum. Oben sehen Sie ihn ohne Unterlage in einer späteren Serie mit seitlicher Tankklappe. So folgen die Änderungen immer denen des Käfers.


Trotz des relativ klein anmutenden Glashauses lassen sich neben zwei Erwachsenen vorn zur Not noch zwei Kinder auf der Rückbank unterbringen. Deren Lehne ist wie beim Käfer umklappbar und so als Ergänzung des geringen Raumes vorn für Gepäck nutzbar. Die Vordersitze haben nur eine Lehnenverstellung, variieren aber in der Höhe je nach Abstand zum Lenkrad.


Die Reparaturabteilung einer VW-Werkstatt begrüßt den Karmann Ghia zwiespältig. Zweifellos ist mit einem Unfallschaden an dem Auto eine Menge Geld zu verdienen, aber im Vergleich zum Käfer auch ungleich mehr und vor allem schwierigere Arbeit. Von wegen Kotflügel mit Kederband anschrauben. Alles muss stump geschweißt und in der Regel entweder verzinnt oder verspachtelt werden.

Besonders die Nase vorn ist bei nicht fachgerechter Arbeit bisweilen nur noch aus Spachtel geformt. Man sagt solchen Fahrzeugen nach, dass es bei Unfällen stark stauben würde. Sogar die Montage der rahmenlosen Fenster ist unter Berücksichtigung einer zu erhaltenden Leichtgängigkeit eine Herausforderung, während die Arbeiten an der Mechanik sich nicht unterscheiden.


Typ 34 B-4, 1493/1584 cm3 (83/85,5 x 69 mm), 7,2/8,5 : 1, OHV, 1/2 Flachstromvergaser, 106 Nm, 2400/min; 33/40 kW (45/54 PS), 3800/4200/min, Axialgebläse, Viergang/Automatik, doppelte Kurbellenker, Drehstabfederung, Zweigelenk-Pendelachse/Schräglenker-Radaufhängung, Drehstabfederung, Trommeln, später Scheiben, Trommeln, 40 Liter, 910/940 kg + Fahrer(in), 135/145 km/h, Heckmotor, längs, Heckantrieb, 1961 - 1969


An den Erfolg des Karmann Ghia auf Basis des Käfers von 1955 will der Typ 34 1961 anknüpfen. Seine Basis ist der Typ 3, von dem er die gesamte Bodengruppe samt Antrieb bis hin zu Teilen der Inneneinrichtung übernimmt. Der 'Hut' stammt wieder von der italienischen Design-Firma Ghia in Turin, allerdings mit Anleihen an den Chevrolet Corvair.


Interessant ist die Abwandlung der ansonsten umlaufenden Kante hinter den Türen und vorne in der Mitte. Die Kante ist übrigens damals eine ausgesprochene Herausforderung für die Blechbearbeitung, aber auch für die Sicherheitsbestimmungen verschiedener möglicher Exportländer. Insgesamt bleibt die große Resonanz aus.


DieStückzahlen sind für die verbleibenden Länder zu gering, der Preis zu hoch und der Abstand in den Fahrleistungen zum kleineren Modell nicht groß genug. Das ebenfalls geplante Cabrio (Bild oben) bleibt ein Prototyp.








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