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Jetzt helfe ich mir selbst (2).



Bis zum Golf 7 gibt es diese Bücher noch, ab Golf 8 schon nicht mehr. Nach Reparaturanleitungen für E-Autos brauchen Sie gar nicht erst zu fragen. Aber beim VW-Käfer reichen sie noch bis zum 1302/1303 S.

Wir haben noch ein Exemplar für Käfer ab August '69. Auf dem Cover ist ein Stempel mit 'ÜBER 4,5 MILLIONEN' mal verkauft. Vermutlich gilt das für die ganze Reihe, zumindest alle VWs. Trotzdem eine stolze Zahl von Menschen, die selbst Hand anlegen wollten.

Schade, dass sich dies grundlegend geändert hat. Interessant zu sehen, wie viel Fachjournalist und Diplom-Ingenieur Dieter Korp unter Mitarbeit von zwei vermutlich VW-Käfer Spezialisten seinen Lesern/innen zutraut. Sie werden sich wundern, wir haben 11 Seiten über die Bremsen gefunden.

Wäre das heute noch möglich, solch sicherheitsrelevante Bereiche in Laienhände zu übergeben? Da werden zwar keine Bremsen belegt, aber immerhin bei der Scheibenbremse erneuert. Und was wäre gewesen, wenn beim Entlüften der Hydraulik etwas schiefgegangen wäre?

Der Motorbuch Verlag hat solche Fragen bestimmt juristisch prüfen lassen.

Schade, dass man das heute Laien offensichtlich nicht mehr zutrauen kann und anscheinend auch darf. Beruht das auf der nüchternen Analyse heutiger Nichtfachleute oder hat da jemand ein Interesse dran? Jedenfalls beim Käfer konnte und durfte man noch und hat es trotz viel günstigerer Werkstattpreise als heute wohl auch gemacht.

Allein schon der Titel: Wer will, der kann.

Eines muss klar sein, über Lackpflege allein kann man kein Buch schreiben. Jetzt könnte man denken, dass dieses Buch sich als Konkurrenz zu Werkstätten begreift. Allein, das ist nicht der Fall, die Problematik wird geschickt umgangen.

Da ist zunächst einmal von einer 'Ersten Pannenhilfe' die Rede. Das Buch gehört also ins Handschuhfach. Vielleicht kann man sich bei einer Panne so weiterhelfen, dass man noch sein Zuhause oder eine Werkstatt erreicht. Es ist von Abschleppkosten die Rede, der ADAC wird nicht erwähnt.

Aber auch der ist angesichts moderner fahrender Computer oft ratlos und kommt direkt mit dem Lkw zwecks Verladung. Dann ist vom Auto als 'Familienmitglied' die Rede, eine Sichtweise, deren Verbreitung heutzutage auch stark nachgelassen hat.

Aber der Begriff macht über das Normalmaß hinausgehende Pflege plausibel. Wir sind also hier sogar jenseits vom Sparen an Inspektionskosten, sondern eher bei zusätzlichen Ausgaben. Aber Jogginganzüge kosten auch Geld und Bewegung tut oft Not.

Trotzdem ist das Sparen immer ein gutes Stichwort. Da geht es um eine geeignete Fahrweise, um den Benzinverbrauch zu senken. Oder den Neuwagen richtig einzufahren, damit der Motor länger hält, Rost früh genug erkennen und beseitigen.

Über das Studium der Gewährleistungen kommt man dann auch zum besseren Verständnis von Werkstatt-Rechnungen. Fragen an den Meister sollen in Einzelfällen sogar Irrtümer aufgedeckt haben. Also insgesamt ist dem Buch an einem sogar besseren Verständnis mit der Werkstatt gelegen.

Aber was waren das noch für Zeiten, als man sich noch mit einem Besuch beim Schrottplatz äußerst preisgünstig helfen konnte. Heutige Bücher, so es sie noch gäbe, würden abraten, weil man sich oft zusätzliche Fehler einhandeln kann.

Korp spottet über die serienmäßige Ausstattung des Käfers mit Werkzeug. Was würde er zu heutigen Autos sagen? Ergo fügt er einiges hinzu, auch jede Menge Pflegemittel. Was sein Buch sympathisch macht, ist die zusätzliche Empfehlung einer Rolle Draht. Immerhin, die Zahl der mitzunehmenden Ersatzteile hält sich in Grenzen.

Dieses Buch macht Lust darauf, mehr zu erfahren.

Und was das Buch für die Kfz-Technik wertvoll macht, dass auch Bauteile und -gruppen erklärt und gezeigt werden, die eben nicht von Laien und schon gar nicht ohne Werkstattausrüstung bearbeitet werden können. So entstand ein Interesse, aus dem dann vielleicht ein Beruf geworden ist.







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