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Quo vadis 2021?



Es lassen sich so ganz grob zwei Richtungen zur Bewältigung der Klimakrise ausmachen. Die eine behauptet, den Lebensstandard unbedingt erhalten zu wollen. Ja womöglich noch zu steigern, um mit den Steuern und Abgaben technische Innovationen voranzutreiben, die dann auch ins Ausland exportiert werden können und weiteres Wachstum erbringen.

Der andere Standpunkt weist ganz dezent darauf hin, dass wir schon jetzt durch Inflation und Spritpreise unter einer Verminderung unseres Wohlstands leiden. Die erwägen z.T. den Bürgern jährlich etwas von den höheren Kosten zurückzugeben. Aber grundsätzlich sind sie für Abgaben- und Steuererhöhungen besonders für die Reichen u.a. auch bei CO2.

Es wird wohl eine Mischung beider Systeme geben, aber wie verhält sich die Autoindustrie dazu? Klar bekennt sich VW ausschließlich zu reinen E-Autos. Dürfte interessant sein, was der Zweitgrößte in der Welt macht, nämlich das genaue Gegenteil. Seltsam oder? Ist das nun der unbedingte Glaube an Hybrid- und Wasserstoff-Technik, oder spielen da auch Marketing-Überlegungen der Abhebung vom Branchenersten eine Rolle?

Gewiss, Toyota hat mit seinem Hybridantrieb im Prius damals in drei Generationen einen fulminanten Start hingelegt. Es war die Art der Zusammenfügung von E- und Verbrennungsmotor ohne jede Kupplung, die man bis dato so noch nie gesehen hatte. Während die anderen nur von Verbrauchssenkung gefaselt haben, war sie beim Prius nachweisbar, wenn man sich beim Treten des Gaspedals zurückhielt.

Bis heute profitiert die Firma von ihrem guten Ruf. Aber was ist aus den hoffnungsvollen Anfängen der Hybridtechnik geworden? Statt 4,4 bzw. 8,8 kWh beim Prius hat der neuste Camry nur noch 1,6 und der Yaris gar 0,94. Was bitte soll man da mit einem 59 kW (80 PS) leistenden E-Motor anfangen? Klar, eine hohe Systemleistung ins Prospekt schreiben und natürlich die geringe Batteriekapazität dezent verschweigen.

Wer einen Yaris kaufen will, zahlt für die Hybrid-Version über 4.000 € mehr. Aber der einfache Verbrenner ist auch mit dem der Hybrid-Version nicht zu vergleichen. Dessen 1,5L Version hat schon per se 15 kW (20 PS) mehr und eine Vollautomatik praktisch obendrauf. Immerhin, eine manuell zu bedienende Klimaanlage hat der Basis-Yaris auch schon. Er wäre eigentlich ein gutes Angebot, würden die Strategen den Kunden/innen nicht die wesentlich teurere Version mit 0,8 bis 1,0 Liter weniger Verbrauch aufschwatzen.

Doch was ist diese Prophezeiung wert? Sie nutzt eine uralte Regelung der EU, wonach eine volle Batterie bei den ersten 100 km nicht mitgerechnet wird. Fährt der/die Kunde/in also weiter, dann ist er/sie mindestens bei dem höheren Verbrauch, wenn der nicht durch den größeren Ballast noch mehr ansteigt. Und ein letztes: Wer garantiert denn, dass man abends mit einer für den nächsten Tag vollgeladenen Batterie ankommt?

Die Tragödie begann schon, als man den Hybridantrieb in den Lexus verpflanzte, denn da ist sparsames Fahren schwierig und nur gewollt, so lange es keine Umstände macht. Den gleichen Motor finden Sie im beliebten RAV4, diesmal kombiniert mit einer wiederaufladbaren 18 kWh Batterie. Man kann es nicht fassen, dass für diesen Wagen ein Verbrauch von 1 l/100 km angegeben wird. Da sehen Sie, was die Regeln oben für einen Praxiswert haben.

Man hätte eine reelle Chance mit dem umgekehrten Verfahren gehabt, nämlich den Motor immer mehr zu verkleinern und die Batterie zu vergrößern. In der Endstufe fiele der Motor kaum noch ins Gewicht und man hätte den Weg zum EV ohne Reichweitenangst beschritten. Stattdessen hat man gerade erst einen Prototyp vorgestellt, der angeblich 2022 kommen soll. Der ProAce zählt nicht, weil von Stellantis übernommen.

Elon Musk: Einen Prototyp vorstellen, ist einfach, dessen Massenproduktion ist die Hölle.

Nein, wenn man sich die Tatsachen anschaut, kann man zu dem Schluss gelangen, dass Toyota sich bis zu einer größeren Verbreitung von Wasserstoffautos so durchhangeln will. Es wäre nicht das erste Mal, dass Asiaten gegen westliche Vernunft ein Prinzip zum Laufen gebracht hätten. Darauf deutet die Konkurrenz mit Hyundai hin. Da tobt in Asien ein Wettkampf. Nicht umsonst ist der Preis des Mirai bei ehemals 79.000 € Gleichstand um fast 16.000 € günstiger geworden.

Schaut man sich die Anzahl der Tankstellen in Japan an, dann hat man dort von der Olympiade profitiert. Man wird vermutlich gegenüber Deutschland von einer Verdoppelung 2022 ausgehen können. In Südkorea, ein Drittel der Fläche von Deutschland, geht man 2022 von einer mehr als Verdreifachung aus. Entweder wir beeilen uns mit der Batterie-Entwicklung, oder wir sind von einem unserer wichtigsten Märkte ausgeschlossen.







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