Suche

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z




Formeln
Alle Tests
Buchladen
 F7 F9





Tesla 22



USA ist ein tolles und ein schreckliches Land zugleich. Da scheint die Mitte zu fehlen, aber das ist nun wieder von Europa aus schwer zu beurteilen. Ohnehin sollte man sich bei Urteilen nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, wie das z.B. bei YouTube leider mannigfach zu beobachten ist. Bleibt zu hoffen, Sie zählen uns nicht dazu.

Wieder einmal ein Beispiel gefällig? Da rauscht ein Deal zwischen Hertz und Tesla durch den Blätterwald, hätte man früher gesagt. Heute sind das wohl überwiegend digitale Medien. Ganz nebenbei wurde erwähnt, das Elon Musk noch nicht unterschrieben habe, aber wenn man das so las, konnte man den Eindruck gewinnen, das sei nur eine Formsache.

Mich hat schon damals stutzig gemacht, dass Musk betonte, man habe keinen Rabatt gewährt, und das bei 100.000 Autos. Wenn man aber die kolportierte Summe durch die Anzahl von Autos teilte, kam da doch ein Preis heraus, zu dem normale Käufer/innen das Auto nicht kaufen können. Zumal noch die Summe der Zusatzleistungen einschließlich Kosten für Anmeldung und Lieferungen nicht geklärt waren.

Aber, das ist nun nicht mehr aktuell, denn relativ leise schleicht durch die Welt, dass es zu dem Deal gar nicht kommen wird. Aber warum hat man das denn so herausposaunt, wenn das noch nicht unter Dach und Fach war? Hat sich vielleicht einer oder haben sich beide Partner davon einen Vorteil erhofft? Immer wieder diese Nachrichten, die eigentlich ihr Geld nicht wert sind, etwas zu häufig für meinen Geschmack mit Tesla.

Es ist eben doch im Grunde eine amerikanische Firma, alleine schon, wie sie mit den Kunden umgeht. Da gibt es diese ominöse neue Methode der Herstellung des Vorderwagens, von der man an den aktuell produzierten Models 3 und Y z.B. vorn noch nichts sieht. Jetzt heißt es, Tesla habe eine besondere Alu-Legierung dafür erfunden. Das mag ja sein, aber Stabilität und Unempfindlichkeit gegenüber Streusalz sind nicht die einzigen Anforderungen, die an einen solcherart modifizierten Vorderwagen gestellt werden.

Wo sind die Ergebnisse von Crashtests und wie soll eine komplett (druck-) gegossene Einheit im Falle eines Unfalls repariert werden? Man sieht nur immer jeweils eine riesige Maschine, die, wenn sie etwas ausspukt, das nicht nach einem Karosserieteil aussieht. Und dann die Zahlen. Jetzt weiß ich nicht, ob die wirklich von Tesla kommen, denn da wird ein angestrebtes Produktionsvolumen für 2030 mit 20 Millionen angegeben. Das wäre mehr, als VW und Toyota zurzeit zusammen weltweit produzieren.

Hat man da noch die realen Zahlen im Blick? Es gibt zurzeit (Anfang 2022) nur zwei Tesla-Gigafactories, Nevada (USA) und Shanghai (China), die Autos produzieren. Eigentlich könnte VW das Werk in Wolfsburg auch als eine solche bezeichnen, denn es produziert ebenso viele Autos wie eine Tesla-Gigafactory, etwa 3.500 pro Tag. Zwei zusätzliche Werke in Brandenburg und in Texas stehen kurz vor Produktionsbeginn.

Wenn man je Werk die äußerst unwahrscheinliche Zahl von knapp 300 Produktionstagen im Jahr ansetzt, nur dann kommt man auf 1 Mio. Autos pro Jahr. D.h. selbst wenn die vier Werke dereinst alle die maximale Produktionskapazität erreicht haben werden, bleibt man noch unter 4 Mio. pro Jahr, denn 300 Tage pro Jahr sind nicht nur für Brandenburg, sondern auch für die anderen Werke völlig unrealistisch.

Tesla selbst gibt für Brandenburg an, dass hier die erste Ausbaustufe realisiert sei und man 500.000 Autos anstrebe. Das wird für Texas nicht viel anders sein. Damit wären wir erst bei drei Mio. Teslas pro Jahr insgesamt. Wo bitteschön sollen die 20 Mio. bis 2030 herkommen? Immerhin hat selbst der durch Tesla stark beschleunigte Bau in Brandenburg von der Planung bis zur ersten Produktion ca. 2,5 Jahre gebraucht. Es ist immer noch nicht die abschließende Genehmigung erteilt.

Wie wäre es mit etwas mehr Realismus? Natürlich realisiert man den Anstieg der Verkaufszahlen, z.B. im Dezember 2021 unbestrittene Nummer 1 in Deutschland unter den reinen E-Autos, nur noch verfolgt vom e-Up, einem Auslaufmodell von VW. Man bricht sogar massiv in die Phalanx der Mittelklasse-Verbrenner ein. Keine Frage, um den Absatz der 3 Mio. Autos muss man sich keine Sorgen machen.

Wenn nur diese Menge von Ankündigungen und damit verbundener Angeberei endlich aufhören würde. Und dann die verschreckten Reaktionen aus Wolfsburg. Würde dort planmäßig und schnell weiter auf E- Mobilität umgestellt, bräuchte man sich um Platz 1 oder 2 weltweit im Jahr 2030 keine Sorgen zu machen. Denn selbst 10 Mio. produzierte Autos zu dieser Zeit scheinen nach derzeitigem Stand für Tesla unerreichbar zu sein.







Sidemap - Technik Impressum E-Mail Datenschutz Sidemap - Hersteller