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  Telematik - Autonomes Fahren 7



Nein, neue praktische Erfahrungen mit solchen Systemen gibt es Anfang 2021 nicht. Noch immer schwächeln die Systeme. Man spricht von bis zu 98 Prozent Betriebssicherheit. Zu wenig. Selbst wenn die Todesrate durch Verkehr in Deutschland von derzeit etwa 3.000 zunächst durch solche Systeme deutlich reduziert würde, man würde ihnen mit Recht jedes einzelne Todesopfer ankreiden, das durch sie verursacht würde.

Ein Rechner kann immer noch bei allen möglichen Situationen seinen Dienst einstellen. Aber man nennt so etwas nicht ohne Grund 'abstürzen'. Will sagen, im Straßenverkehr kann so ein Absturz regelrecht gefährlich sein. Es geht dann nicht darum, das Fahrzeug irgendwo geordnet abzubremsen, weil der Computer mit der Situation nicht zurechtkommt, sondern es bleibt die Fahrsituation erhalten und der Computer reißt die Hände hoch.

Dazu die beiden Beispiele aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz. Die eine Möglichkeit, wie der Computer lernt, rührt von den spektakulären Erfolgen über die besten Schach- und Go-Spieler her. Da hat er, teilweise auch die ganze folgende Nacht hindurch, die jeweilige Partie noch unglaublich oft nachgespielt. Die Intelligenz bestand also eher in der unglaublich schnellen Ausführung.

So kann also ein Weg zum Überleben gesucht werden, was dann letztlich auch den Sieg bedeutet. Man probiert die verschiedensten Möglichkeiten, die sich natürlich wegen der hintereinanderliegenden Entscheidungen potenzieren. Deshalb ist eben auch für den Computer Nachtarbeit angesagt. Wenn man es genauer betrachtet, ist es eigentlich gar keine künstliche Intelligenz. Jeder Mensch könnte das vermutlich auch, er müsste nur mit einem genügend übersichtlichen Report-System und genügend Zeit ausgestattet sein.

Außerdem wären die Folgen untragbar. Erst am Ende der unglaublich vielen Proberunden steht eventuell ein Sieg. Der muss aber im Straßenverkehr jedes Mal gesichert sein. Also weg mit dieser Möglichkeit und hin zu dem anderen Modell, wobei dem Computer beigebracht wird, Bilder nicht nur aufnehmen, sondern auch interpretieren zu können. Das ist ein Fußgänger, das ein Verkehrsschild und hier ein Pkw. Also recht stupide das Bild nehmen und durch eine Person diese sozusagen beschriften lassen. Gut und schön, aber selbst dabei können schon die ersten Fehler passieren.

Normal kann man einen Fahrradfahrer von einem Fußgänger unterscheiden, aber was ist, wenn das Bild zunächst ein Fahrrad und erst dahinter einen Menschen zeigt, der das Rad schiebt. Kommen die Oberschlauen daher und sagen, dass diese Art der Interpretation gar nicht nötig sei. Denn beide würden den freien Fahrweg des Autos stören und könnten gleichbehandelt werden. Kann man so eines Gewimmels im Verkehr einer Großstadt Herr werden?

Sicher nicht, denn z.B. von ruhenden Dingen ohne Antrieb gehen mit Sicherheit weniger Gefahren aus als von abfahrbereiten Autos oder Fußgängern, die vielleicht ohne Andacht plötzlich ihre Richtung wechseln und über die Straße wollen. D.h. die Tester/innen fahren längst nicht mehr mit ihren mit Sensorik und Rechnern hochgerüsteten Autos durch den Verkehr und halten die Hände bereit, sondern sitzen in einem etwas normaleren Auto und lassen sich zeigen, welche Objekte der Computer sicher erkannt hat.

Das bringt uns auf einen weiteren Punkt, nämlich der Frage, wie man auf der bekannten Skala von 1 bis 5 weiter vorgehen soll. Stufe 2 scheint irgendwie erreicht zu sein. Ist jetzt nach der Logik die nächste dran? Da gibt es Vorbehalte, weil bisher die Verantwortung allein bei der/dem Fahrer/in lag. Und da hat es schon haarsträubende Übertretungen gegeben. Denn, wenn der Mensch irgendwann das Gefühl hat, sein System sei sicher, dann beginnt er nachlässig zu werden und sich darauf zu verlassen.

Wir wollen jetzt gar nicht aufzählen, welchen Fremdbeschäftigungen die Leute in ihren angeblich autonom fahrenden Autos alle nachgegangen sind, jedenfalls ist es fast ein Wunder, dass z.B. in USA nicht noch mehr passiert ist. Deshalb plädieren nicht wenige Experten dafür, das Level 3 auszulassen, das Autonome Fahren weiter zu entwickeln, bis man mindestens Stufe 4 erreicht hat. Wie bei unvernünftigen Kindern, denen man das Spielzeug wegnimmt und erst wieder gibt, wenn sie dafür zu alt sind.

Aber Spaß beiseite, ist es denn wirklich so schwierig, Leute dazu zu bringen, Dinge ausschließlich dafür zu nutzen, wofür sie gedacht sind? Da müssten natürlich die vollmundigen Versprechungen ein für alle Mal verschwinden. Man hat es ja auch geschafft, uns den Gebrauch von Sicherheitsgurten anzutrainieren, wenn auch manche es immer noch nicht schaffen, ihn ordentlich über die Schulter zu legen. Trotzdem, hier noch einmal unsere Forderungen, die endlich auch etwas mit Telematik zu tun haben.

Eine gemeinsame Datengrundlage für möglichst alle Verkehrswege ist unerlässlich. Ferner muss es Standards für Verbindungen der Fahrzeuge untereinander (car2Car) und mit festen Installationen geben (car2X). Dazu gehören endlich auch bessere Vorkehrungen gegen Datenschutz. Wieso ist das bei Bitcoins möglich und hier nicht? Geht das wirklich nur mit diesen riesigen verteilten Rechenleistungen? Außerdem muss es Institutionen ähnlich der Tower in Flughäfen geben. Wir brauchen keine Dauerverbindung zum Hersteller, sondern solche zu unabhängigen Institutionen.







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