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  Telematik - Autonomes Fahren 6



Um das Autonome Fahren ist es stiller geworden. Im Moment (2020) liegen die seriennahen Systeme eher bei Level 2. Das nächsthöhere ist zwar versprochen, aber als käufliches System gesehen und evtl. sogar getestet hat es noch niemend. Kann man bei der Elektrifizierung vorsichtig von einem Durchbruch sprechen, für das Autonome Fahren gilt das eher nicht.

Es liegt wohl an der Sensorik, der Vernetzung und deren Verarbeitung. Letztere wird von z.B. Mobileye dadurch beschleunigt, dass man alle Daten in eine Cloud transferiert und dort von ultrastarken Rechnern bearbeiten lässt. Leider sind das noch sehr bescheidene Daten, wenn man der Firma glauben darf.

Lassen Sie uns einmal versuchen, ein Szenario zu entwerfen, wie es vielleicht gehen könnte. Denn, solange jedes Auto über seine Sensorik selbst erkennen muss, worüber es stolpern bzw. verunfallen kann, werden wir wohl kaum zu einem verlässlichen System kommen, wie es schon für Level 3 nötig wäre.

Man hat das Gefühl, die heutigen Systeme können schon eine ganze Menge wie z.B. die Spur und den Abstand zum vorderen Fahrzeug halten, auch alleine Kurven fahren mit rechtzeitiger Abbremsung, Verkehrsschilder und Ampeln erkennen, aber hundertprozentig verlassen kann man sich auf sie nicht. Und genau das steht im Gegensatz zum versprochenen Autonomen Fahren.

Das liegt zunächst an der Sensorik und deren Auswertung. Eine gerade erst installierte Baustelle mit Geschwindigkeitsbegrenzung könnte schon zum Problem werden. Die ist in den Navi-Daten noch nicht verzeichnet, muss also z.B. per Kamera erkannt werden. Funktioniert auch schon ganz gut, wenn auch nicht bei jedem Wetter.

Zusätzlich verlangt aber die Straßenverkehrsordnung, dass die Geschwindigkeit schon am Schild eingehalten wird. Da ist eine Erkennung aus der Ferne gefordert, die der Mensch im Moment jedenfalls noch besser schafft als der Computer. Dieser kann das leider noch nicht so, dass man sich darauf verlassen kann.

Und dann diese Behäbigkeit. Fährt er wirklich an der grünen Ampel sogar als erster an, dann geschieht das quasi in Zeitlupe. Man ärgert sich ja ohnehin über gewisse Sportfahrer/innen, die von der Ampel nicht wegkommen und danach allen die Sporen zeigen.

Auch hat das selbstfahrende Auto noch lange nicht die richtige Kurvengeschwindigkeit auf Landstraßen gefunden. Überhaupt müsste einmal überprüft werden, wie hoch der Anteil an Straßen mit entsprechender Bemalung in Deutschland ist, die sich grundsätzlich für solches Fahren eignen.

Und dann durch die Dörfer. Verzweifelt sucht die Sensorik samt angeschlossener Auswertung nach Anhaltspunkten, wenn Mittel- und/oder Seitenstreifen und bisweilen sogar Kanten von Bürgersteigen fehlen. Dass so ein Auto mit Glück bei der Einfahrt in ein Dorf oder eine kleine Stadt den autonomen Modus beibehält, grenzt entweder an ein Wunder oder an Überschätzung.

Es darf herzlich bezweifelt werden, ob wir mit weiteren kleinen Schritten jemals das Lenkrad in das Armaturenbrett schieben können und die Fahrt im Auto anderweitig nutzen. Unserer Meinung nach fehlt es an Geschwindigkeit. Computer und Telematik sind noch zu langsam, Kartendaten bei weitem noch nicht genau und vor allem aktuell genug.

Aber es gibt Hoffnung. Immerhin sind die Rechte bezüglich des 5G-Standards in Deutschland verteilt. Und noch ein großer Wurf steht uns bevor, der Quantencomputer. Bisher haben wir immer angenommen, es handele sich bei diesem 'nur' um eine weitere Miniaturisierung in den atomaren Bereich hinein.

Aber diese neue Technik birgt zusätzliche Vorteile. Wenn man z.B. bei heutigen Prozessoren Aufgaben in Cores aufteilt, um die Rechenzeit zu verringern, so ist das den Gattern des Quantencomputers sozusagen innewohnend. Vereinfacht ausgedrückt, können Letztere durch ihren dritten Zustand, den der Superposition, quasi mehr als einen Zustand gleichzeitig abbilden.

Kommt also zu der Umgehung der bei den jetzigen Transistoren nicht mehr unbegrenzt möglichen Verkleinerung noch das Parallelrechnen auch schon im kleinsten Gatter hinzu, sprechen Fachleute sogar schon von 'millionenfach' erhöhter Schnelligkeit. Kaum ein heutiger Algorithmus zur Verschlüsselung würde so viel Rechenpower standhalten.

Vielleicht ahnen Sie schon, was man mit solchen Computern und der deutlich verschnellerten Funktechnologie erreicht werden könnte. Wie sich schon jetzt bei den Fahrversuchen zeigt, sind Kartendaten das Mittel, dem Autnomen Fahren vielleicht einmal zum Durchbruch zu verhelfen.

Stellen Sie sich nur vor, die wären nicht nur unglaublich genau, sondern auch topaktuell. Letzteres meint, das Auto, was hier gerade erst gefahren ist, hat Spuren in den Kartendaten hinterlassen. Seine Kamera hat das Kind gesehen, von dem man annehmen könnte, es könnte durch Ihr Auto gefährdet sein.

Wie sollen wir jetzt hier aufzählen, welche unglaublichen Vorteile sich durch so eine Konstellation ergäbe? Wir haben das schon an anderer Stelle dargelegt, was man mit anonymisierten Daten alles zum Wohle der Menschheit im Straßenverkehr tun könnte. Wichtig wäre dabei, keine Auswahl der Sensorik an den Fahrzeugen vorschreiben zu müssen.

Dann kann die Nacht oder ausgesprochen schlechtes Wetter dem selbstfahrenden Auto deutlich weniger als bei heutigen Systemen anhaben, die vor allem eins gut können, jederzeit die Kontrolle an den/die Fahrer/in zurückgeben. Das ist, als würden Sie jemand für die Betreuung Ihrer Kinder bestellen und müssten trotzdem zu Hause in Bereitschaft bleiben.

Nein, so kann man schon ahnen, dass die Systeme der harten Belastung im Straßenverkehr einschließlich der vollen Übernahme der Verantwortung nicht gewachsen sein werden. Und dann gibt es auch noch Hersteller, die behaupten, dieses Ziel z.B. nur mit kamerabasierter Sensorik erreichen zu können.

Nein, das Autonome Fahren ist ein so anspruchsvolles Ziel, das nur unter Aufbringung aller Resourcen erreicht werden kann. Jeder Störfall, bei dem falsches Verhalten des Systems nachgewiesen kann, gefährdet nicht nur Menschen, sondern auch den Fortgang der Forschung auf diesem Gebiet.

Und jede unbeholfene Bewegung, die so ein System auslöst, nährt den Spott derjenigen, die es sich nicht leisten können oder wollen.








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