Suche

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z




Formeln
Alle Tests
Motorölfinder



  OSI-Schichtenmodell



Zugegeben, auch ich bin anfangs um dieses Modell herumgeschlichen. Aber damit ist jetzt Schluss. Im Gegenteil, wir führen sogar noch eine Schicht 0 ein, die es im Originalmodell gar nicht gibt, die 'Mechanik'. Sie hat den Vorteil, dass man in das Modell besser hineinkommt.

Verständnis wird das Hauptziel dieses Kapitels sein. Deshalb, Fachleute, denen das zu wenig an die Begrifflichkeiten der Datenübertragung angelehnt ist, bitte weghören. Nur bei offensichtlichen Widersprüchen unserer Erklärung mit diesen wollen wir durch eine E-Mail gestört werden.

Wir wählen natürlich ein für die Kfz-Technik relevantes Thema, nämlich das Auslesen des Fehlerspeichers, dazu in diesem Fall ein Kabel zwischen OBD-Buchse und Auslesegerät. Letzteres kann natürlich auch ein Laptop oder Smartphone sein.

Sie ahnen es, sobald es um Kabel geht, wird zumindest die Frage der Anzahl und der Anschlusspunkte wichtig. Man könnte jetzt auch noch einen Kabelquerschnitt von z.B. 0,35 mm3 und dazwischen nötige Steckverbindungen und deren Normung erwähnen.

Also ist die nullte Schicht für die korrekte elektrische Verbindung zuständig. Das kann natürlich auch eine Funkverbindung sein, Es ist allerdings auch die letzte, die sich noch mit Hardware befasst, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sich das eigentliche OSI-Schichtenmodell ausschließlich mit Software befasst.

Stimmt nicht ganz, denn die Schicht 1 legt erst einmal fest, was denn überhaupt ein Bit ist. Steigt dazu die Spannung von Null auf 5 oder auf 12 V, oder vielleicht nur von 2,5 auf 3,5? Oder fällt sie gar vom höheren zum tieferen Wert? Und da sie richtig abgetastet werden muss, wie lange bleibt das Signal stehen?

Überhaupt, gibt es zwischen zwei Bits eine Pause, oder gehen die direkt ineinander über? Alles das und noch viel mehr muss in einem sogenannten Protokoll festgelegt sein, sonst ist eine Datenübertragung z.B. auch nur eines Fehlercodes nicht möglich.

Die Schicht 2 schickt sich an, Mechanismen zur Überprüfung der korrekten Übertragung bereitzustellen. Als einfachster Fall wird hier immer wieder das Mitsenden einer Quersumme z.B. eines Datenpaketes genannt. In Wirklichkeit ist diese Prüfung wesentlich ausgefuchster.

Zusätzlich muss die Schicht auch noch Mechanismen zur Fehlerbehebung bereitstellen, von der Wiederholung der Datenübertragung bis hin zum Ausschluss bzw. der Nichtbeachtung eines Teilnehmers von der Kommunikation.

Und was bringen nun Nutzdaten? Wie sind die angeordnet, damit der Adressat sie in der richtigen Reihenfolge wiederfindet? Und wo ist der überhaupt erwähnt? Schließlich muss ja jede/r, der das Datenpaket in die Finger bekommt, wissen, was damit anzufangen ist.

Gehört z.T. auch schon zum Aufgabengebiet der Schicht 3, z.B. die Vergabe der Adresse? Gib es den Teilnehmer überhaupt? Wenn nicht, dann brauchen wir das/die Paket/e erst gar nicht loszuschicken. Und statt zur Bahn wird es letztendlich auch auf den Bus gebracht.

Ja, man könnte die Kabelverbindung zwischen OBD-Buchse und Lesegerät auch als eine Art Bus ansehen. Denn wer bestimmt eigentlich, wie lang der sein und wie viele Mindestteilnehmer der haben muss? Jegliche Ansammlung von Leitungen, durch die Bits übertragen werden, ist im Prinzip ein Bus.

Aber es ist nicht immer so einfach, wie in unserem Fall. Stellen Sie sich vor, lange Listen von Fehlercodes werden per E-Mail verschickt, natürlich mit vielen anderen gleichzeitig. Sind deren Längen z.B. sehr verschieden, muss vielleicht etwas abgeschnitten und nachgeschickt werden.

Und wer viel mit Navi unterwegs ist, weiß, dass es in den allermeisten Fällen mehrere Wege zum Ziel gibt. Also ist der Versand von kompletten oder aufgeteilten Paketen womöglich sogar über verschiedene Wege und das evtl. Zusammensetzen auch Aufgabe von Schicht 4.

Allgegenwärtig ist auch hier die Behandlung von Fehlern.

Die drei Schichten darüber sind insofern besonders, als sie von ihren Aufgaben her auch schon einmal unter der Überschrift 'Anwenderschichten' zusammengefasst werden. Natürlich ist das auch mit den drei darunter unter 'Transportschichten' möglich.

Sie müssen sich jetzt vorstellen, dass bei fast jeglicher Zwischenstation sowohl Empfangen als auch Senden möglich ist. Letzteres möglichst nicht endlos, weil ja auch noch die anderen senden wollen und genau das fällt in den Aufgabenbereich von Schicht 5.

Die Nachrichten über Hacker nehmen fast täglich zu. Die werden sich nicht in das kurze Stück zwischen Ihrer OBD-Buchse und dem Lesegerät einloggen können, aber für fast jegliche größere Kommunikation ist Verschlüsselung Pflicht.

Außerdem kann man erhebliche Netzkapazität sparen, wenn man Pakete vor dem Versand auf die lange Reise komprimiert und das hinterher wieder rückgängig macht. Außerdem passt die Schicht 6 das Datenformat den Gegebenheiten auf dem jeweiligen Teilstück der langen Reise an.

So könnte allerdings die App auf Ihrem Smartphone mit den ankommenden Bits nicht anfangen, geschweige denn decodieren, damit Sie den/die Fehler besser verstehen können. Deren Umwandlung auf ein bestimmtes, von der App erwartetes Protokoll übernimmt die Schicht 7.







Sidemap - Technik Impressum E-Mail Datenschutz Sidemap - Hersteller