Suche

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z




Formeln
Alle Tests
Buchladen
 F7 F9



 Reifen 2



Wir haben es also, verglichen mit anderen Tests von Komponenten am Automobil, mit einem hohen Anteil an subjektiven Bewertungen zu tun, in der Regel wohl durch das Testpersonal, ausgewertet vermutlich höchstens durch Statistik. Was dann fehlt ist die Fülle an objektiven Messdaten.

Man spricht von der Reproduzierbarkeit, also der Wiederholung von Tests unter gleichen Bedingungen mit natürlich möglichst dem gleichen Ergebnis. Nur so ist dann später ein sauberer Vergleich mit geänderten Konstruktionen von Reifen möglich.

Denn es könnte ja auch sein, dass man sich bei dem unglaublich großen Geflecht an Kriterien irgendwo verschlechtert hat. Im Grunde ist der Reifen ein hervorragendes Beispiel für Kompromisse beim Konstruieren, ganz allmählich in einem Bereich Vorteile zu erzielen, ohne in anderen signifikant herunter zu fallen.

Ein gutes Beispiel dazu ist die eierlegende Wollmilchsau in Form eines Ganzjahresreifens, der das immer aufwendigere Ummontieren, Programmieren und Aufbewahren erspart. Ist der Winterreifen schon ein Kompromiss, weil es im Winter auch richtig warm werden bzw. schütten kann, ist es der Ganzjahresreifen umso mehr.

Man kann also getrost davon ausgehen, dass dieser nicht so konsequent auf den Einsatz bei Eis und Schnee hin konstruiert wurde wie ein Winterreifen. Die schönste Lösung war zur Erzielung objektiver Werte beim Fahrkomfort, wenn auch nicht ganz ernstgemeint, die Wasserschüssel auf dem Dach, die während der Testfahrt über schlechte Wege gefilmt wurde.

Natürlich kann man die Weitergabe der von der Fahrbahn aufgenommenen Schwingungen auch vernünftig messen, meist in Schwingungen pro Sekunde (Hertz). Je weniger man die auf den Reifen wirkenden an der Karosserie wiederfindet, desto komfortabler erscheint ein Reifen. Besondere Beachtung verdient dabei die Hinterachse, weshalb überhaupt der Fahrkomfort meist immer schlechter wird, je weiter man hinten sitzt.

Ein schönes Beispiel ist angeblich (wir werden es noch sehen) unser zu erwartender Hyundai Kona Elektro. Hier ist durch Umbau von Verbrenner- auf Elektrotechnik offensichtlich eine Hinterachse entstanden, die schon bei Landstraßenfahrt leicht störende Geräusche an den Unterboden und dann nach vorne gibt.

Unklar, ob die auch schon beim Verbrenner vorhanden waren und unter dessen Geräuschteppich verschwanden, jedenfalls sollen sie deutlich wahrnehmbar sein. Zum Glück muss man hier als Privatmensch nicht alle möglichen Bereifungen durchtesten, sondern wird vermutlich durch Bekleben hinten mit schwerer Folie Abhilfe schaffen können.

In der Folge trifft die Komplexität eines Reifen auf die des Fahrwerks und beide weiter auf einen Blechboden, der auch nicht so ganz ohne Probleme ist. Das ist alles viel schwerer zu qualifizieren als die Tatsache, ab wann so ein Auto auf dem immer wieder gleichen Belag einer Kreisfläche ausbricht.

Und es ist ja nicht nur die Tatsache, dass eine Bereifung bei einer bestimmten Kurvengeschwindigkeit ausbricht, sondern auch, wie sie ausbricht. Tut sie das plötzlich und überrascht damit den/die Fahrer/in, dann sollte sie das lieber früher und kontrollierbarer tun. Sprich: die Eigenschaften von Reifen müssen in das heutige Fahrgeschehen passen.

Jetzt stellen Sie sich nur vor, man hat von Reifeningenieuren/innen eines Tage verlangt, nach all diesen Kriterien optimierten Reifen auch noch das Spritsparen beizubringen. Und nicht nur das, sondern auch sollte die in der E-Mobilität so wichtige Reichweite ins Auge gefasst werden. Vielleicht ahnen Sie jetzt ein wenig von der Sisyphusarbeit, die dahintersteckt.

Um die Verwirrung komplett zu machen: Wie ist vor diesem Hintergrund die Initiative zu beurteilen, doch bitteschön auf Umweltschutz zu achten und den allergrößten Teil eines Reifens weiter zu verwenden? Runderneuern (Video unten) ist sicherlich eine überdenkenswerte Sache, aber wie steht es dann um den Einfluss von wünschenswerten Einflüssen in das Verkehrsgeschehen?








Sidemap - Technik Impressum E-Mail Datenschutz Sidemap - Hersteller