Was hat er sich dabei gedacht?

Jetzt kann man sich noch nicht einmal mehr auf die Besitzer von Sonnenkollektoren verlassen. Nein, wir fordern nicht unbedingte Treue und vollkommene Ablehnung des Entwurfs des erneuerbaren
Energiegesetzes, aber was Stefan Lenz da von sich gibt . . .
Er weist dezidiert nach, dass ein Abschmelzen von Förderung für die Betreiber/innen von Sonnenkollektoren schon immer auf der Agenda der Politik stand, nicht erst, seit Frau Reiche im Amt ist. Er nimmt
sich in seinem Video die Netzbetreiber zur Brust.
Löblich, dass er auch die Vorgaben der EU für die Bundesregierung deutlich macht. Damit läuft er langsam warm zu seinem Statement 'marktgetrieben'. Stromeinspeisung soll sich 'immer an der Nachfrage
und den Preissignalen des Marktes orientieren'.
Und genau bei dem, was er aus diesem Grundgedanken folgert, genau damit haben wir unsere Bauchschmerzen, zumal zwischendurch auch noch eine gewisser Hang zur Missachtung der Kleinen unter den
Stromsammlern durchschimmert.
Sein Credo ist, dass insgesamt schon viel zu viel Strom gesammelt und zusätzlich zu den ohnehin schon ungünstigsten Zeiten ins Netz eingespeist würde. Der 'massive Ausbau führe nun mal zu Problemen'.
Lenz schafft also praktisch dringend benötigtes Bewusstsein für den Klimawandel ab.
So jemand hat uns gerade noch gefehlt. Und diesmal nicht vom politischen Gegner, wo bisweilen noch die unbedingte Unterstützung des Kampfes dagegen postuliert, aber natürlich ungenügend unterstützt
wird. Lenz ahnt allerdings, dass er sich damit vielleicht in die Nesseln setzt.
Im Klartext sind also auch ihm die schäbigen 8 Cent pro kWh noch zu viel. Er redet von 'Strombörse' und, noch schlimmer, wir sollen Verträge mit den Nachbarn machen, sogenanntes 'Energy Sharing. Höre
sich jemand diesen Unsinn an.
Wir stellen uns gerade unsere beiden Nachbarn vor, einer hat mehr Sonnenkollektoren auf dem Dach als wir und der andere keine. Sollen wir jetzt unsere bescheidenen 2,5 kWh peak dem ohne im Wettstreit
mit mit dem mit anbieten?
Nein, kontinuierlich können wir natürlich nicht das Wenige anbieten, also nur wenn die Sonne kräftig scheint und wir zu viel Strom ernten. Dass der Nachbar dann auch nicht viel damit anfangen kann, das ficht
Stefan Lenz nicht an. Er will sogar Mieter mit einbeziehen.
Die bräuchten dann, so wie wir, digitale Zweirichtungszähler, die eine Amortisierung versprechen, da sind die Leute längst umgezogen. Sorry, aber das ist doch . . . Wir hätten da noch mehr und bessere
Vorschläge, Vorsorge vom Staat auf die Bürger abzuwälzen.
Warum sollten Eigenheimbesitzer nicht gezwungen werden, Vorhaltebecken für die Entsorgung von Schwarzwasser einzubauen, falls die Kanalisation nicht alles aufnehmen kann? Oder Tanks für
Frischwasser, falls es irgendwann noch weniger regnet?
Jetzt sollen Millionen Besitzer/innen von Eigenheimen den Strom selbst sammeln, um Kosten beim Netzbezug zu sparen. Das ergibt hohe Kosten, die, zumindest bei uns Kleinen, nie wieder hereinzuholen sind. Die
entsprechende Handwerker-Lobby reibt sich schon die Hände.
Unser angebliches Hochtechnologieland schafft es nicht, zu Zeiten von Stromüberschuss diesen z.B. zu sammeln und zu Wasserstoff zu verarbeiten. Wir zahlen aktuell 0,45 € brutto für die kWh Strom und da
soll der Unterschied zu 0,08 € je kWh nicht ausreichen?
So einen schlechten Wirkungsgrad kann die Umwandlung in Wasserstoff nicht haben und durch Forschung scheint sie jeden Tag besser zu werden. Und der Netzausbau kann damit auch noch finanziert
werden, zumal dieser Posten irgendwann günstiger wird.
Was soll das, Strom in kleinsten Dosen zu speichern, wenn es im Großen mit abgeschriebenen Batterien viel günstiger wäre. Ja, bezogen auf den Stromverbrauch haben wir schon manches erreicht, aber
beim Verbrauch von Primärenergie noch allzu viel Nachholbedarf.
| Bisher hat es die Marktwirtschaft nicht vermocht, an dem schon sehr lange bekannten
Phänomen des Klimawandels irgendetwas zu ändern, im Gegenteil. |
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