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 Verbindlicher Heizungscheck?



Bis jetzt hat Herr Habeck uns gut informiert und saxhgerecht auf die evtl. im Winter kommenden Probleme hingewiesen. Wir waren zufrieden mit seiner Art, Politik in schwierigen Zeiten zu machen, aber jetzt kommt leider die vielleicht bei Grünen etwas zu starke Naivität durch.

Er hat die Hunde von der Kette gelassen, die immer nur verdienen wollen, den Leuten seit Monaten angeblich so günstige Wärmepumpen andienen nach dem Motto, beauftrage jetzt, zahle später. Nein, nicht die Rechnung der Handwerker/innen, sondern die der Energieversorger.

Jetzt muss angeblich ein sogenannter 'Heizungscheck' her. Was das ist, lässt das Wirtschaftsministerium im Dunkeln. Aber es tauchen schon die ersten Lobbyisten des Installations- und Heizungsbereichs auf, die das Geschenk nur zu bereitwillig annehmen.

Da gibt es ein Interview von t-online mit einem Herrn Schwarz, nomen est omen. Der ist Geschäftsführer des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Bayern. Und der findet die Pläne von Herrn Habeck noch nicht einmal gut, wie denn das?

Das können Sie getrost mit einem Bauern vergleichen, der zu viele Kühe und zu wenig Melkpersonal bzw. Leute, die dafür sorgen, dass die Kühe rechtzeitig durch die Melkanlage geschleust werden. Eigentlich ein zutreffendes Bild, was jedem Betreiber einer (Gas-) Heizung demnächst bevorsteht.

Bei rund 10 Mio. Gasheizungen findet er 300.000 Monteure/innen in Deutschland zu wenig. Da kämen auf jede(n) gut 33 Heizungen bis vielleicht zum Jahresende. Sollten Sie sich wundern, dass Herr Schwarz das für nicht machbar hält: Die kommen fast immer zu zweit.

Sie finden, dann wäre das immer noch machbar. Weit gefehlt, denn Herr Schwarz denkt an die lukrativeren Aufgaben, die sich das Gewerbe besonders in letzter Zeit geschaffen hat, nämlich die Neuinstallation von Heizungen. Und das, obwohl gerade bei denen Lieferengpässe herrschen.

Nein, Sie können sicher davon ausgehen, dass es bei den meisten Heizungschecks nicht bei einem Besuch bleibt, denn hier haben wir das immer schon schlechte Prinzip, dass der/die Prüfer/in auch gleichzeitig in den Genuss eines neuen Auftrags kommen könnte.

Eigentlich möchte Herr Schwarz die jetzt erwogenen Heizungschecks auch noch ausgedehnt wissen. Dann hätten die Mitglieder seines Verbandes eine regelmäßige Einnahmequelle, denn die Wartung von Heizungen ist ja z.B. für Eigenheimbesitzer nicht verbindlich.

Das behauptet er übrigens vom Kfz-Bereich, wo er von 'vorgeschriebenen Untersuchungen, wie Ölwechsel oder Motorchecks' schwadroniert. Haben Sie schon einmal wegen einer TÜV-Reklamation das Öl wechseln müssen?

Nun gut, von dem, dem Heizungsbau benachbarten Gewerbe der Kfz-Technik, jedenfalls solange es Verbrennungsmotoren gibt, hat Herr Schwarz offensichtlich wenig Ahnung. Aber von seinem eigenen wohl auch nicht, denn von der verpflichtenden Prüfung durch den/die Schornsteinfeger/in kein Wort.

Oder ist das etwa Absicht, wo doch ohnehin bei der regelmäßigen Wartung durch Heizungsbauer manche Prüfungen echt parallel zu denen der Schornsteinfeger/innen durchgeführt werden nach dem Motto, doppelt geprüft hält länger, oder wenn nicht, bringt es zumindest mehr Geld ein?

Tut es natürlich nicht, denn nach Herrn Schwarz hat 'man die Kosten von rund 1.000 bis 1.500 Euro' für einen hydraulischen Abgleich in einem Einfamilienhaus innerhalb von ein bis zwei Jahren wieder raus. Da lasse sich 'massenweise' Energie sparen.

Jetzt muss man einmal überlegen, ob man für die reine Heizung, das Warmwasser ist ja vom hydraulischen Abgleich nicht betroffen, schon jemals 1.000 bis 1.500 Euro bezahlt hat. Dann hätten also alle bisherigen Käufer/innen einer neuen Heizung, bei der ein solcher Abgleich obligatorisch ist, rein gar nichts für den Energieverbrauch durch Heizen bezahlt.

Bleibt die Frage, ob man überhaupt noch jemanden in Deutschland um Rat fragen kann, wenn man nicht gerade mit ihm/ihr befreundet oder verschwägert ist. Denn nicht alle tragen den Namen der Firma, bei der sie arbeiten oder mit der sie werbemäßig verflochten sind, am Hemdskragen.

Bleibt nur der Appell an Herrn Habeck bzw. das Wirtschaftsministerium, bei der Politik des Augenmaßes zu bleiben und die gefräßigen Hunde nicht von der Kette zu lassen.







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