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  Psychologie - Umwelt




Wenn ich das schon höre. Da bezeichnet die Auto Motor Sport es als 'nachhaltig', dass 70 Prozent aller Porsche, die jemals ausgeliefert wurden, noch fahrbereit sind. Wenn es eine Instanz für die Zulassung von Begriffen gäbe, müsste dieser eigentlich aus dem Sprachschatz entfernt werden. Denn wann hätte ein Oldtimer je ein vorhandenes Auto ersetzt?

Das wird alles zusätzlich angeschafft bzw. geordert. Ein bekanntes Autohaus in unserer Gegend ist stolz darauf, zehn neue Pedelecs angeschafft zu haben, um ihre Angestellten angeblich zum Umsteigen zu bewegen. Als wenn die danach weniger Autofahren, oder gar ihr privates Auto abschaffen würden. Dabei weiß man doch, dass BMW eine Kooperation mit Kettler eingegangen ist und der Verkauf der Pedelecs nicht so ganz rund läuft.

Da melden sich inzwischen zahlreiche Besitzer (eigentlich nur Männer) von E-Autos, die beweisen wollen, dass diese günstiger sind als Verbrenner. Nein, natürlich nicht im Neupreis, aber 'in the long run'. Aber gerade da ist der Pferdefuß begraben, denn die Batterien werden wohl nicht so schnell billiger, wie die staatlichen Prämien vermutlich verschwinden.

Die rechnen auch die Preise für gebrauchte E-Autos hoch, obwohl die gerade zurzeit mit der Prämie für Neuwagen im Keller sein dürften. Überhaupt, wie häufig wechseln die Befürworter von E-Autos ihre Fahrzeuge? Statt gut 12 Jahre, haben diese ihre Vehikel oft nur zwei bis vier Jahre. Man merkt richtig, wie die so langsam alle aus der Deckung kommen.

Lange haben Sie geschwiegen, weil sie glaubten, ihrer youtube-Gemeinde den hohen Kaufpreis z.B. eines Tesla nicht vermitteln zu können. Jetzt versuchen Sie, mit der Rechnung über einen längeren Zeitraum diese in einen Vorteil für das E-Auto umzukehren. Glück haben Sie, weil inzwischen die Versicherungsprämien für ein E-Auto wohl signifikant gesunken sind.

Übers Knie brechen sie bisweilen die Berechnung der Kosten für den Verbrauch. Da kostet das E-Auto umgerechnet auf 100 km nur noch ein Drittel von einem Diesel. Ha, ha, ha. Auch den Neupreis versucht man zu manipulieren. Einer rechnet den ID.3 auf die Version mit der kleinsten Batterie herunter, die es noch gar nicht gibt und zieht auch noch die Prämie ab, die es bei seinem Erscheinen wohl längst nicht mehr geben wird.

Offensichtlich hat der Mensch zunächst die Meinung in einer bestimmten Ausrichtung und sammelt danach die Argumente, natürlich nur die zu der Richtung passenden. Da scheint auf einmal Leasing billiger als Neukauf zu sein, auch und gerade, wenn noch eine andere Firma beteiligt ist. Als ob die und deren Mitarbeiter vom himmlischen Tau leben, und der Raten- günstiger als Barzahlung ist. Hier gehen langsam grundlegende Prinzipien der Finanzmathematik verloren.

Sehr viele scheinen eine Bekämpfung des Klimawandels auch aktiv unterstützen, aber an ihrem Verhalten nichts ändern zu wollen. Und immer den Finger auf die Politik und die Industrie gerichtet, von einem blanken Unverständnis der Möglichkeiten dort ausgehend. Natürlich könnte man statt der Subventionen für die Braunkohle jeden dort Beschäftigten entlassen und ihm einen stattlichen Lottogewinn auszahlen. Aber ist das als politische Lösung auch durchsetzbar?

Jedem/r als Nebenjob fünf Pflichtjahre in der Politik. Am besten noch fünf freiwillig, wenn er/sie die Basisarbeit in einer Partei kennengelernt hat. Dann würde die Bevölkerung einmal erkennen, wie schwierig es ist, für eine Entscheidung der Sachpolitik Mehrheiten zusammenzukriegen. Es ist sehr einfach, Forderungen zu stellen und nicht dafür in Form einer Abstrafung bei der nächsten Wahl büßen zu müssen.

Wir müssen als Demokratievolk noch sehr viel lernen. Wilfried Kretschmann, in vorgerücktem Alter zum Ministerpräsidenten geworden, hat das leidvoll erfahren. Schon im Amt hat er sich noch kritisch über die Automobilindustrie geäußert. Vermutlich hat man ihn irgendwann zu Daimler eingeladen, ihm die ganzen Fabrikanlagen allein in Stuttgart und Umgebung gezeigt. Und die darin arbeitenden Menschen. Danach war Ruhe mit Holzen gegen diesen Industriezweig.

Damit wir uns richtig verstehen. Ein kritisches Auge auf die Automobilfertiger ist dringend nötig, aber so ganz pauschale Urteile nun wirklich nicht hilfreich. Auch Lobbyarbeit muss sein, wenn sie denn nicht so furchtbar verdeckt geschieht. Aber so einfach verbieten und zwingen zu entlassen und abzureißen, das geht nicht, schon allein aus verfassungsrechtlichen Gründen.

Man muss trotzdem der Industrie Vorgaben machen und im Moment scheinen die neusten Regelungen zu CO2 ja wirklich an die Grenzen zu gehen, auch wenn man diesem Industriezweig vorwerfen muss, sich offensichtlich auf das Jahr 2020 auch ohne Corona nicht genügend vorbereitet zu haben. Aber wenn jede/r, der/die den Klimawandel nicht negiert, Entschiedenes aktiv dagegen tun würde, hätte das weitaus mehr Wirksamkeit als alle Maßnahmen der Politik und Industrie zusammen.

Ehrlichkeit zieht meist auch die Konsequenz des Verzichts nach sich. Ich weiß, das hört man nicht gern. Lieber etwas kaufen, was angeblich der Umwelt dient und damit den Verzicht umgehen. Und danach die Argumentation anpassen. So geht es aber mit Sicherheit nicht gut für die Umwelt aus. Der ganze Schrott, der jetzt für die Großstädte angeschafft wird, um schneller von A nach B zu kommen. Ersetzen zumindest zehn von denen außer kleinsten Fahrstrecken und Suchen nach einem Parkplatz den Neukauf eines Autos?







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