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Psychologie - Nabelschau



Wo will man hin, wenn man Bücher schreibt, einen Videokanal oder eine Internetsite gründet? Keine Frage, man will mehr Anerkennung und, wenn möglich, mehr Geld. Letzteres ist dabei der eindeutig schwerer zu erfüllende Wunsch, denn die goldenen Jahre der Verdienste im Internet sind eindeutig vorbei. Beim Bücherschreiben gab es sie noch nie, bis auf wenige Ausnahmen.

Im Grunde wird alles das schwergängiger, woran viele Leute beginnen, Spaß zu haben. Denken Sie nur an die sogenannten einsamen Strände, die nach und nach von immer mehr Touristen entdeckt werden. Wäre ja auch zu schön, wenn man eine Fangemeinde hätte, die genug dafür bezahlt, dass man sein Leben fristen könnte und in Ruhe immer mehr an sich selbst oder der Welt für sie entdecken könnte.

Da ist also zunächst das Publikum. Nehmen wir ruhig neuere Aspekte davon, mehr Erfahrung haben wir ohnehin nicht, z.B. mit den klassischen Bücherfreunden/innen in Vor-Internet-Zeiten. Aber auch schon damals gab es den Fluch des ersten Buches als Bestseller. War das z.B. eine Autobiografie mit durchschlagendem Erfolg, was glauben Sie, was daraufhin passiert?

Na klar, das Publikum wird ungeduldig. Wann kommt der zweite Band? Es gibt aber keinen von einem Leben, es sei denn man erzählt das Ganze noch einmal. Darum merke, das Publikum ist eine Art Nimmersatt. Aber trotzdem kann man mit dem Publikum nicht so umgehen, wie mit jemandem, dem man etwas schenkt.

Denn die Zuschauer bringen die Quote und die entscheidet über Einnahmen, egal ob z.B. von youtube direkt oder über die Werbung. Und der/die Zuschauer/in 'bezahlt' mit seiner Freizeit, was er/sie sich vielleicht nicht klarmacht, aber evtl. noch einen größeren Wert als Geld hat. Nein, man stiehlt als Betreiber nicht Zeit, aber hätte sie ganz gerne, schaut auf die Zahlen, vermutlich dahinter viel mehr die oben schon erwähnte Anerkennung als das Einkommen suchend.

Wer in die Öffentlichkeit tritt, muss mit der Zeit unbedingt die kennen lernen, bei denen er/sie Beachtung finden soll. Bei Nichtbefolgen droht die Strafe der Bedeutungslosigkeit. Eine Vision hatten solche Personen vielleicht früher einmal. Auf jeden Fall sind aber Ideen nötig. Keine Chance hat allerdings jemand, der nur seinen Kommentaren aufs Maul schauen und daraus grundsätzlich neue Konzepte entwickeln will. Die können dadurch höchstens angestoßen werden.

Sie merken schon, da muss etwas sein, was raus will. Und es muss groß oder sagen wir besser weitreichend genug sein. Man könnte auch 'vertikal' statt 'horizontal orientiert' sagen. Bei in etwa Gleichem flaut beim fünfhundersten Mal spätestens das Interesse ab, wenn es auch noch so gut gemacht ist. Ein Beispiel dazu ist das Meiste am Fernsehprogramm. Keine Ahnung, warum das offensichtlich immer noch so viele durchgehend anschauen.

Auf sein oder das Publikum zu schimpfen, hat überhaupt keinen Zweck. Da können Sie auch Ihr Auto anbrüllen, wenn es nicht startet. Wobei wir jetzt Publikum nicht mit Auto vergleichen wollen. Nein, im Gegenteil. Wir haben festgestellt, das auf unseren Internetseiten die Besucherzahlen eine erstaunliche Reaktion zeigen, fast proportional zu den Mühen, die wir uns mit den Seiten geben. Dabei können die das doch eigentlich gar nicht wissen.

Soll man das doch eine 'Vision' nennen, wenn man zwar nicht weiß, wohin man sein Publikum mitnehmen will, aber eine gewisse Zuversicht hat, dass einem schon immer wieder etwas Neues einfallen wird. Ein wohl zu starkes Wort. Überhaupt, das Wichtigste ist es, auf 'dem Teppich' zu bleiben. Oft, wenn sich jemand selbst darstellt, kann er/sie es nicht verhindern, dass kleine Eitelkeiten durchschillern.

Gewiss, das aufgestockte Selbstwertgefühl ist die Triebfeder für den Drang in die Öffentlichkeit. Man hat das Gefühl, das eigene Können sei bisher von der Gesellschaft zu wenig gewürdigt worden. Eigentlich möchte man sogar erreichen, dass die zu erwartende Anerkennung in der großen und weiten Internetwelt zurückschlägt auf eine solche im Freundes- und Verwandtenkreis.

Darauf kann man allerdings lange warten. Denn, wie das Sprichwort schon sagt, ist der Prophet im eigenen Land nichts wert. Man sollte sich eher auf Zeichen des bewussten Ignorierens einstellen. Eventuell spaltet sich sogar der bisherige Freundeskreis auf. Nur die echten schaffen es, einem neidlos auf die Schulter zu klopfen und eine gewisse Anerkennung zu zollen.

Also, wer berühmt werden will, braucht zunächst einmal sehr viel Demut. Gewiss, dieses Bild passt absolut nicht in unsere Zeit, aber es gibt auch genug Beispiele, wo es sich an gewissen Schreihälsen (kein Femininum verfügbar?) bewahrheitet. Gemeint ist eben hier nicht die Fünf-Minuten-Terrine, sondern ein auf lange Durchhaltezeit hin konzipiertes Projekt.

Deshalb hat es auch wenig Sinn, dauernd auf die Abonnenten zu hören. Ohnehin sind die meisten Appelle an sie sinnlos. 'Falls Ihr auch diese Farbe oder eine andere sinnvoll findet, schreibt es bitte in die Kommentare.' Nicht, wie Helmut Schmidt es einmal gesagt hat, wer Visionen hat, muss zum Arzt, sondern wer keine hat, sollte seinen youtube-Kanal oder Internetsite aufgeben.








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