Suche

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z



Alle Tests
  F7     F9


 Buchladen

 Aufgaben/Tests

 Formelsammlung

 Motoröl-Finder






Psychologie - Nabelschau



Wo will man hin, wenn man Bücher schreibt, einen Videokanal oder eine Internetsite gründet? Keine Frage, man will mehr Anerkennung und, wenn möglich, mehr Geld. Letzteres ist dabei der eindeutig schwerer zu erfüllende Wunsch, denn die goldenen Jahre der Verdienste im Internet sind eindeutig vorbei. Beim Bücherschreiben gab es sie noch nie, bis auf wenige Ausnahmen.

Im Grunde wird alles immer schwerer zugängiglich, woran viele Leute Spaß haben könnten. Denken Sie nur an die sogenannten einsamen Strände, die nach und nach von immer mehr Touristen entdeckt werden. Wäre ja auch zu schön, wenn man eine Fangemeinde hätte, die genug dafür bezahlt, dass man sein Leben fristen könnte und in Ruhe immer mehr an sich selbst oder der Welt entdecken könnte.

Da ist also zunächst das Publikum. Nehmen wir ruhig einen Aspekt davon, mehr Erfahrung haben wir ohnehin nicht mit dem/der klassischen Bücherfreunden/innen in Vor-Internet-Zeiten. Aber auch schon damals gab es den Fluch des ersten Buches als Bestseller. Nehmen wir an, das ist auch noch eine Autobiografie und die hat durchschlagenden Erfolg. Was glauben Sie, was daraufhin passiert?

Na klar, das Publikum wird ungeduldig. Wann kommt der zweite Band? Es hat aber nur ein Leben. Es wäre also nur möglich, das Ganze noch einmal zu erzählen. Darum merke, das Publikum ist eine Art Nimmersatt. Und wenn ein youtuber behauptet, es müsse sozusagen akzeptieren, dass z.B. in seinem Kanal ja das Anschauen umsonst sei, so ist das schlicht falsch.

Denn die Zuschauer bringen die Quote und die entscheidet über seine Einnahmen, egal ob von youtube direkt, über die Werbung oder sonstwo her. Und der/die Zuschauer/in 'bezahlt' mit seiner Freizeit, was er/sie sich vielleicht nicht klarmacht, aber vielleicht noch einen größeren Wert als Geld hat. Nein, man stiehlt nicht seine/ihre Zeit, aber hätte sie ganz gerne, schaut auf die Zahlen. Vermutlich steht dahinter noch viel mehr die oben schon erwähnte Anerkennung als das Einkommen.

Wer in die Öffentlichkeit tritt, muss mit der Zeit unbedingt die kennen lernen, bei denen er/sie Beachtung finden soll. Bei Nichtbefolgen droht die Strafe der Bedeutungslosigkeit. Eine Vision hatten solche Personen vielleicht früher einmal. Auf jeden Fall aber sind Ideen nötig. Keine Chance hat jemand, der nur seine Kommentare anschaut und daraus grundsätzlich neue Konzepte entwickelt. Die können dadurch höchstens angestoßen werden.

Sie merken schon, da muss etwas sein, was raus will. Und es muss groß oder sagen wir besser weitreichend genug sein. Man könnte auch 'vertikal' statt 'horizontal' orientiert sagen. Bei in etwa Gleichem flaut beim fünfhundersten Mal spätestens das Interesse ab, und wenn es auch noch so gut gemacht ist. Was hier nicht eingeordnet werden kann, ist das Meiste am Fernsehprogramm. Keine Ahnung, warum das offensichtlich immer noch so viele durchgehend anschauen.

Auf sein oder das Publikum zu schimpfen, hat überhaupt keinen Zweck. Da können Sie auch Ihr Auto anbrüllen, wenn es nicht startet, Wobei wir jetzt Publikum nicht mit Auto vergleichen wollen. Nein, im Gegenteil. Wir haben festgestellt, das auf unseren Internetseiten die Besucherzahlen eine erstaunliche Reaktion zeigen, fast proportional zu den Mühen, die wir uns mit den Seiten geben. Dabei können die das doch eigentlich gar nicht wissen.

Soll man das doch eine 'Vision' nennen, wenn man zwar nicht weiß, wohin man sein Publikum mitnehmen will, aber eine gewisse Zuversicht, dass einem schon immer wieder etwas Neues einfallen wird. Ein wohl zu starkes Wort. Überhaupt, das Wichtigste ist es, auf 'dem Teppich' zu bleiben. Oft, wenn sich jemand selbst darstellt, kann er/sie es nicht verhindern, dass kleine Eitelkeiten durchschillern.

Gewiss, das aufgestockte Selbstwertgefühl ist die Triebfeder für den Drang in die Öffentlichkeit. Man hat das Gefühl, das eigene Können sei bisher von der Gesellschaft zu wenig gewürdigt worden. Eigentlich möchte man sogar erreichen, dass die zu erwartende Anerkennung in der großen und weiten Internetwelt zurückschlägt auf eine solche im Freundes- und Verwandtenkreis.

Darauf kann man allerdings lange warten. Denn, wie das Sprichwort schon sagt, ist der Prophet im eigenen Land nichts wert. Man wird sogar Zeichen des bewussten Ignorierens erkennen. Eventuell spaltet sich der bisherige Freundeskreis auf. Nur die echten schaffen es, einem neidlos auf die Schulter zu klopfen und eine gewisse Anerkennung zu zollen.

Also, wer berühmt werden will, braucht zunächst einmal sehr viel Demut. Gewiss, dieses Bild passt absolut nicht in unsere Zeit, aber es gibt auch genug Beispiele, wo es sich an gewissen Schreihälsen (kein Femininum verfügbar?) bewahrheitet. Gemeint ist eben hier nicht die Fünf-Minuten-Terrine, sondern ein auf lange Durchhaltezeit hin konzipiertes Projekt.

Deshalb hat es auch wenig Sinn, dauernd auf die Abonnenten zu hören. Ohnehin sind die meisten Appelle an sie sinnlos, manche sogar niedlich: 'Falls Ihr auch diese Farbe oder eine andere sinnvoll findet, schreibt es bitte in die Kommentare.' Nicht, wie Helmut Schmidt es einmal gesagt hat, wer Visionen hat, müsse zum Arzt, sondern wer keine hat, sollte seinen youtube-Kanal oder Internet-Site aufgeben.








Sidemap - Technik Impressum E-Mail Datenschutz Sidemap - Hersteller