Jahrestag Ukrainekrieg

Ist auch Ihnen das schon einmal aufgefallen, immer, wenn ein Konflikt hochkocht, sogar in einer kriegerischen Auseinandersetzung mündet, entdeckt man in der Analyse der Entwicklung dahin Punkte, an
denen dessen Vermeidung offensichtlich verpasst worden ist.
Da war vielleicht die Überheblichkeit der einen Seite zu groß, sind Hilferufe der anderen überhört worden. Hätte man schon damals die Entwicklung aufhalten können? Man weiß es nicht, aber es kann
grundsätzlich nicht verkehrt sein, dem anderen zuzuhören.
Was bedeutet das jetzt für die Chinesen von heute? Sie haben offensichtlich ein gewaltiges Nachholbedürfnis, weil sie eine unglaublich lange Zeit von der Welt nicht nur verkannt, ausgebeutet und z.T. sogar
ausgerottet worden sind. Nein, einen auf Mitleid wollen wir hier nicht machen.
Ist auch gar nicht nötig, denn die Wucht, mit der sie inzwischen gelernt haben, in die Welt zu treten, macht das vollkommen überflüssig. Leider aber spalten sich die Sprüche über sie in 'Sind trotzdem noch
rückständig' und 'Sind eine Gefahr für die Welt'.
Solche Sprüche, oder besser gesagt Festlegungen, schützen die Menschen leider davor, etwas tiefer in die Materie einzudringen. Wir wollen das einmal tun unter zwei Voraussetzungen: Wir wissen auch nicht
mehr als Sie und wir setzen kühl denkende Politik voraus.
Glauben Sie wirklich, Russland will die ganze EU erobern? Mit der Mentalität der Südländer zurechtkommen und streikenden Franzosen, immer mehr nach rechts tendierenden Nordländern und vielleicht dann
eher unberechenbaren Polen und Ungarn.
Erst alles bei uns kaputtschmeißen und dann mit Fünfjahresplänen wieder aufbauen? Man kann sich ja vieles vorstellen, aber das gewiss nicht. Aber genau dafür rüsten wir mehr auf, als es uns vielleicht gut
tut. Die Bundeswehr war noch nie gut beim überhasteten Geldausgeben.
So und jetzt übertragen Sie das einmal auf China und Taiwan. Kann man dort einen Krieg anzetteln, ohne unendlich viel Schaden anzurichten? Und wie nah sind Zentren Chinas und damit ebenfalls leichte Ziele
für in Notwehr abgeschossene Raketen?
Ja, wir wissen nicht, was in Hirnen durchgeknallter Politiker alles vonstattengeht, aber selbst Putin kämpft verzweifelt um einen Friedensschluss, der zumindest so tut, als wäre er eine Rechtfertigung für die
vielen gefallenen Soldaten/innen.
Es gibt einen großen Unterschied zwischen gelegentlichen, provokativen Verletzungen des Luftraumes und einem echten militärischen Angriff. Und dabei hat China noch eine deutlich erfolgreichere Strategie,
die Welt zu 'erobern'.
Man arbeitet sich wirtschaftlich enorm voran, versucht ein Land nach dem anderen von sich abhängig zu machen, der Welt zu zeigen, was man draufhat. Wie passt das denn zu einem möglichen Angriff auf
Taiwan, von deren weltweiten Spitzenstellung im IT-Bereich und Abhängigkeit Chinas einmal ganz abgesehen?
Hat denn Russland insgesamt von dem Krieg in der Ukraine eher profitiert oder verloren. Man bemüht sich zurzeit, zu bekunden, was trotz der Sanktionen noch alles gut funktioniert. Hätte man das in dieser
Intensität nötig, wenn wirklich alles gut funktionieren würde.
Allerdings, wenn wir an Japans Stelle wären, wir hätten auch umgeschaltet von der Defensive in die Offensive. Aber nicht so wie die Rest-Nato, die sich von einem amerikanischen Diktator beinahe jeden Tag
von der einen in die andere Ecke jagen lässt.
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