Framing in der Politik

Nach ChatGPT ist Framing, 'ein konfliktträchtiges oder problembehaftetes Thema mit einer positiv klingenden Metapher oder einem aufwertenden Adjektiv zu versehen'. Eine Metapher ist nach Wikipedia ein
sprachlicher Ausdruck, der in einen anderen Bedeutungszusammenhang gebracht wird.
Wem das zu kompliziert ist, hier ein Beispiel. Wenn Bundeskanzler Merz einen Europäischen Atomschirm fordert, dann ist diese Metapher aus dem Sinnzusammenhang mit einem Schirm herausgerissen.
Denn ein Schirm schützt uns dann, wenn es z.B. regnet.
Ein sogenannter Atomschirm würde aber keineswegs vor einer Atomrakete schützen, die bereits gestartet wurde. Er funktioniert nur nach dem Prinzip der Abschreckung. Der angenommene Gegner soll also
davon abgehalten werden, eine Atomrakete zu starten.
Das macht natürlich die Verbindung zu einem 'Schirm' jetzt noch viel schwieriger, denn der würde ja im Prinzip nur aus dem gleichen Material bestehen, wie es auch der Angreifer hat, Atomraketen. Das wäre
dann ein Schirm, der verhindert, dass es regnet.
Den gibt es natürlich nicht. Aber warum benutzt man denn solche unzutreffenden Begriffe. Die sind mitunter bewusst technisch ungenau gewählt, weil sie der leichteren Kommunikation dienen. Das ist eher ein
psychologisch gemeinter 'Schirm' als ein echter.
Ohnehin stellt er in diesem Fall eine Verniedlichung dar. Stellen Sie sich einen geöffneten Schirm gegen eine Rakete mit Atomsprengkopf vor. Insgesamt ist das wie beim Sprachgebrauch einer Versicherung,
die auch nicht verhindern kann, dass ein Schadensfall eintritt.
Die Metapher 'Schirm' senkt die emotionale Hemmschwelle in der öffentlichen Debatte (ChatGPT). So ein Phänomen gibt es auch in anderen Sprachen, z.B. im Englischen (nuclear umbrellar). Birgt natürlich
die Gefahr, dass man zustimmt, obwohl man sich über die Konsequenzen nicht im klaren ist.
Da wir uns hier aber mehr mit der Kfz-Technik beschäftigen, kommt uns in diesem Zusammenhang ein anderer Begriff in den Sinn, der 'hocheffiziente Verbrenner' (Video oben). Was das sein soll, konnte noch nicht
einmal eine Bundespressekonferenz klären.
Der wurde nur, wiederum als Metapher, erfunden, um gegen das schon beschlossene, ab 2035 geltende Verbot aller Neuwagen zu holzen, die nicht emissionsfrei sind, mit Ausnahme solcher, die mit E-Fuels
betrieben werden. Rein technisch gesehen gibt es keine hocheffizienten Verbrenner.
Mit einem E-Antrieb wird der Verbrennungsmotor aufgrund physikalischer Gegebenheiten nie mithalten können. Grundsätzlich stößt er auch immer eine gewisse Portion schädlicher Abgase aus, und wenn es
nur Stickoxide sind, die bei jeder Verbrennung im Zusammenhang mit Luft entstehen.
Er soll die Fragen der Industrie- und Klimapolitik in eine Art 'Technologieoffenheit' führen, wieder so eine Metapher. Man will sich partout Wege neben dem wohl einzig sinnvollen in Richtung reine E-Mobilität
offenhalten, wozu auch immer das gut sein soll.
| Die noch kühneren Ideen kreisen um ein Weiter so mit unseren bisherigen Verbrennern.
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