Do it yourself ?

Gestern dieses Video oben angeschaut. Ein nettes Ehepaar, aber leider irgendwie verpolt. Warum? Die kaufen ein kleines Haus in Südfrankreich und angesichts des Kaufpreises denkt man, die wandern aus.
Nein, die bleiben in Köln wohnen.
Das Haus sieht im Video gar nicht so schlecht aus. Also relativiert sich der Kaufpreis ein wenig. Aber dann legt die Dame des neuen (alten) Hauses los. Bis auf die Treppe nach oben muss so ziemlich alles
raus und gründlich verändert werden.
Für eine Zweitwohnung? Umbauarbeiten von mehreren zigtausend Euro? Aber eigentlich geht es mir gar nicht darum. Ein Satz des Mannes hat mich wieder einmal aufhorchen lassen. Er sagt nämlich
angesichts der Umbauten, er habe leider zwei linke Hände.
Solche Leuten gegenüber, natürlich in aller Regel Männer, habe ich mich früher immer überlegen gefühlt. Was habe ich in meinem Leben nicht alles gemacht, sogar kleinere Decken gegossen und ziemlich
verunfallte Autos wieder flott gemacht.
Da gibt es Typen, die ziehen samt Frau in eine Altbauwohnung ein, aber der Vater und der Bruder der Frau richten die Wohnung her. Erbärmlich, wenn man sich so etwas eingestehen muss, so einen echten
Mangel an Fähigkeiten.
Inzwischen sehe ich das anders, erkenne die unglaubliche Intelligenz, die hinter so einem Verhalten steckt. Unsereins hat natürlich auch einmal so angefangen und die ganzen Niederschläge durch nicht oder
schlecht gelungene Arbeiten erlebt.
Es beginnt schon bei der Planung, wo man den ganzen Skeptizismus der Gattin beiseite räumen muss. Man macht Versprechen, z.B. bezüglich der Fertigstellung, die man eigentlich nicht machen sollte,
denn bei Do it yourself kommt es noch mehr anders als man denkt.
Man muss sich diesen Irrsinn einmal vor Augen führen. Man bittet darum, eine Extraarbeit machen zu dürfen, also etwas, was man nachher selbst und ziemlich alleine am Hals hat. Einmal begonnen, gibt es
auch kein Zurück mehr.
Es gibt mit Sicherheit weniger selbstkasteiende Tätigkeiten. Und schon während der Arbeit kommen die Bedenkenträger. In Werkstätten, wo mehr Leute meines Schlages versammelt sind, konnte es
passieren, dass ein leichtes Werkzeug schon einmal so jemanden knapp verfehlte.
Heute steht man als Beklagter nur etwas bedröppelt da. Wie, zum Teufel, ist man jetzt schon wieder in diese selbst gestellte Falle hineingeraten? Und zum wievielten Mal. Klar ist einem dann nur in aller
vermeintlichen Deutlichkeit, dass es das letzte Projekt sein wird.
Ist es natürlich nicht, weil man ein Wiederholungstäter ist. Man erzählt anderen sogar davon, rechnet ihnen vor, wie viel man jetzt wieder gespart hat. Und wie reagieren die? Sie versuchen Dich, z.B. in der
Familie, für möglichst kein Geld zu engagieren.
Oder sie fühlen sich belehrt oder die Ehefrau kriegt es mit und er hat dann ein paar schlechte Tage. Aber auch diese Nachteile hat der Mann nicht, der behauptet, bestimmte Arbeiten nicht ausführen zu
können. Ich fange an, ihn zu bewundern.
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