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Psychologie - Do It Yourself 1



Es ist der Samstag vor Pfingsten. Herrliches Wetter, die Schulen haben Kurzzeitferien. Auf der Straße vor dem Haus reger Wochenendverkehr, trotz Tempo-30-Zone. Normalerweise nimmt man den nicht wahr, weil sich fast alles an dem Haus zum Garten hin orientiert, wo man dank der Hanglage eine Etage mehr hat.

Aber diesmal ist es anders. Das Auto hat den Geist aufgegeben. Man steht im dunklen Teil der Garage. Muss ja nicht unbedingt jeder mitbekommen. Eigentlich ist man vollauf mit der Reparatur beschäftigt, kann aber nicht umhin, ab und zu auf die Geräusche zu achten. Geradezu gemein, wie die vielen Autos und Motorräder an einem vorbeirauschen. Als wenn sie es extra täten.

Das tut uns aber leid, dass Du ausgerechnet heute Dein Auto reparieren musst, wo das Wetter doch nach einem schönen Ausflug schreit. Aber selbst schuld, hättest Du von vornherein alle Inspektionen erledigen lassen, könntest Du bei diesem neuerlichen Defekt sogar auf Kulanz hoffen. Du sollest Dir generell mehr von anderen helfen lassen, statt immer nur Deinem eigenen dicken Kopf zu vertrauen.

Wohlgemerkt, man weiß gar nicht, ob die vorbeifahrenden Leute einen überhaupt bemerken. Und ob sie wirklich so hämisch wären, wenn, das weiß man auch nicht. Übrigens, man hatte für diesen Pfingstsamstag überhaupt etwas anderes vor, also gar keinen Ausflug geplant, egal wie gut das Wetter sei. Aber jetzt steigt doch ein gewisser Neid in einem auf.

Man fängt leise an, sich zu beschimpfen: Du bist vielleicht einer. Wer genug Geld hat, einen Neuwagen zu kaufen, der hat auch noch etwas für die Werkstattarbeit übrig. Warum musst Du immer meinen, sparsamer als die anderen zu sein. Nachher freuen sich doch nur die Erben. Und wenn Du Pech hast, schaut gleich auch noch der Nachbar vorbei. 'Sie haben aber auch ein Pech mit diesem Auto.'

Wärst Du in die Werkstatt gefahren, hättest Du Dir auch das erspart. Und überhaupt, diese Besserwisserei. Hast Du noch immer nicht verinnerlicht, dass die neueren Autos kaum noch ohne das Knowhow einer Werkstatt-Organisation zu reparieren sind? Und dann das nötige Werkzeug. Hast Du nach dessen Kauf bei der letzten Reparatur überhaupt noch etwas gespart?

Und Garantie wäre zumindest auf die Reparatur auch noch wirksam. Aber nein, Du willst frei sein, Dir immer und überall selbst helfen können. Von Vernetzung hast du wohl noch nie etwas gehört. Besuchst bei Problemen zwar auch Foren, kämst aber nicht im Traum auf die Idee, Dich dort anzumelden und Dein Problem zu schildern.

Dein Sohn hat Dir schon hundertmal vorgeworfen, oft Lösungen für viele Deiner technischen Probleme zu (er-) finden, die zu nichts und zu niemand kompatibel sind. Was fangen wir damit an, wenn Du Dir eines Tages einmal nicht mehr selbst helfen kannst? Vielleicht sind Deine Lösungen sogar genial, ich vermag es nicht zu beurteilen, aber die Gesellschaft wird darüber hinweglaufen wie über abgefallene Schuhsohlen.

Und kommt man dann abends leicht kaputt ins Haus, heißt es: Wie weit bist Du? Im Prinzip ist das heute gut gelaufen, wäre da nicht noch ein kleines ungelöstes Problem, über das ich noch einmal nachdenken muss. Immer dieses 'fast'. Nie kommt man als strahlender Sieger nach dem Motto: Fehler klar erkannt und auf Nimmerwiedersehen beseitigt.

So auch die Probefahrt oder die erste längere Tour mit Gattin. Immerhin, bis hier sind wir schon einmal gekommen. Und dahinten wäre auch eine Bushaltestelle, falls etwas passieren sollte. Natürlich hat man Vertrauen in seine Reparatur, aber weiß das auch das Auto? Zusätzlich fällt auf, wie unbedarft sich die anderen Verkehrsteilnehmer ihren Autos gegenüber verhalten. Wissen die denn nicht, wie kompliziert und damit fehleranfällig ihre Vehikel sind?







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