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Psychologie - Digitalisierung



Ein großes Wort, oft falsch benutzt. Denn Digitalisierung hat wenig zu tun mit dem Ausbau der Funknetze. Auch kann die Politik nur bedingt etwas an der Digitalisierung tun. Man vergisst, dass sie ja z.B. keine Produktionsmittel hat und wenn sie Projekte selbst in die Hand nimmt, das sehr häufig schiefgeht. Politik kann eben keine Arbeitsplätze schaffen, höchstens mehr Angestellte und Beamte einstellen.

Sie soll Rahmenbedingungen kreieren, unter denen wirtschaftliche Aktivitäten wachsen und gedeihen können, allerdings auch Auswüchse davon möglichst frühzeitig erkennen und durch hoheitliche Maßnahmen begrenzen. Deshalb verlassen wir an dieser Stelle die Politik und wenden uns der Wirtschaft zu. Auch wählen wir hier nur ein einziges Projekt aus einer Vielzahl von Möglichkeiten unter dem weiteren Stichwort 'Industrie 4.0' aus.

Es soll darum gehen, Verwaltung zu vereinfachen. Das betrifft nicht nur flachere Hierarchien oder Verlegung eines Büroplatzes nach Hause, um Transportverluste zu sparen. Man kann sich leicht vorstellen, welches Wohlfühlspektrum hinter einer solchen Umstellung zum Vorschein käme. Vor allem würde es Leuten, die mit inneren Problemlösungen z.B. bei der Produktion von Gütern nicht so vertraut sind, endlich einmal einen greifbaren Vorteil dieser Schlüsselbegriffe vor Augen führen.

Übrigens hat Management mit den vielen Anforderungen vermutlich die gleichen Probleme wie zeitweise die Politik, was die Wechsel an der Spitze unserer Auto-Konzerne wohl teilweise reflektieren. Mindestens drei Herausforderungen durch die Digitalisierung lassen sich zusammenfassen. Da ist zunächst die Kraft und Kreativität der Mitarbeiter/innen besser auf den Boden zu bringen, um das einmal kfz-technisch zu formulieren.

Wie kann man Atmosphäre und Leistung auf ein besonderes Level heben? Zweitens will man mehr über die potentiellen Käufer/innen von Autos wissen, weil das Produkt, das man verkauft, nicht mehr 'Auto' sondern 'Mobilität' heißt. Zu groß auch die Angst, an den Ansprüchen dieser Klientel vorbei zu produzieren und dabei eine Menge Geld in den Sand zu setzen.

Womit wir beim letzten Punkt wären, nämlich u.a. völlig unnötige Verwaltungsaktivitäten einzusparen. Da ist dann sogar die Rede von deren völliger Abschaffung, zumindest in der Spitze. Experten auf dem Gebiet raten zur Vorsicht, womit wir beim nächsten Problem wären, nämlich dem Getriebensein allein schon durch die Nennung des Begriffes 'Digitalisierung' und gleichzeitig die Belegschaft nicht zu überfordern.

Industrie 4.0 scheint ein zumindest ähnlich großer Schritt wie Industrie 2.0 zu werden. Interessant nachzulesen, wie Henry Ford und sein Team 1913 die Fließfertigung eingeführt haben. Obwohl es das Vorbild der Schlachthöfe von Chicago schon gab, hat man noch bis ins nächste Jahr gebraucht und dann fortwährend weitergetüftelt.

Da waren die Arbeiter zunächst eines kleinen Teils der Firma die Versuchskaninchen. Sie werden sich jedenfalls so gefühlt haben, weil jeder ihrer Handgriffe peinlichst genau beobachtet wurde. Die Stoppuhr war allgegenwärtig und es gibt unterschiedliche Bewertungen der Ergebnisse. Die Arbeiter jedenfalls hatten dann mit 4 Dollar (5 Dollar nur mit besonderen Anforderungen!) viel Geld in der Tasche, aber die Arbeit war deutlich stressiger.

Das soll heutzutage nicht mehr passieren. Allerdings sind auch hier die Probleme nicht weit, denn es gibt eine unmittelbare Gruppe, die sich früher öfter zu Meetings traf und bei großen Firmen ein sehr weites Umfeld. Man hat teilweise in schon durchgeführten Versuchen gesehen, dass Kontakte zu letzteren zu- und zu ersteren abnahmen.

Irgenwie scheinen auch die sonst auch nicht immer hilfreichen Datenberge zu versagen. Wie misst man den Erfolg der veränderten Zusammenarbeit? Ziel kann es jedenfalls nicht sein, in erster Linie Geld zu sparen und dabei eine geringere Leistungsfähigkeit in Kauf nehmen zu müssen. Man muss das neue Miteinander irgendwie erfassen.

Es geht sogar noch weiter, weil sich durch die nur noch gelegentlich stattfindenden Treffen auch die Kultur des Unternehmens ändert. Verträgt sich das mit der bisherigen, oder fühlen sich jetzt Mitarbeiter/innen teilweise im luftleeren Raum, den sie auch durch elektronischen Kontakt nicht überbrücken können.

Zur Beurteilung des Käuferverhaltens fühlt man sich angesichts der Datenberge sicherer, wobei man auch hier eine deutliche Warnung ausstoßen müsste. Hat die bisherige Digitalisierung denn eigentlich bessere Vorhersagen geliefert als beispielsweise die des Wetters? Haben Sie den Eindruck, die Autoindustrie ist mit ihren derzeitigen Angeboten am Puls der Zeit? Gibt es den überhaupt, oder sind Käuferinteressen höchst unterschiedlich und überhaupt schwer einzuschätzen?

Es dauert wohl immer noch gut drei Jahre, ein auch nur modifiziertes Produkt auf den Markt zu bringen. Und daran wollen die Hersteller ebenfalls noch arbeiten. Und dabei hat sich der Umgang mit jüngeren Leuten, man spricht schon von der 'Millenium-Generation', gegenüber früher grundlegend geändert. Jedenfalls scheint das der Anspruch zu sein, den das Management an sich selbst stellt.

Die sollen Fehler machen dürfen und das Regelwerk, dem die unterworfen werden, soll tendenziell abnehmen. Gleichzeitig entpuppen sich aber größere Gruppen, gemischt mit älteren Kollegen/innen, als partiell unfähig, zu einer gemeinsamen Entscheidung zu kommen. Und wenn doch, fällt es anscheinend schwer, den ersten Schritt zu finden und auszuführen.

Vielleicht macht dieser kurze Streifzug deutlich, dass heutiges Management es nicht leicht hat. Der dahinterstehende Aufsichtsrat und die sogenannten 'Shareholder' gehen mit ihm gewiss nicht so tolerant um, wie teilweise diese mit den Mitarbeitern. Und dann sind dann noch die Kunden, eine besondere Herausforderung. Und die Politik wartet bisweilen etwas zu oft darauf, das Geld auszugeben, das die Wirtschaft verdient.







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