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Psychologie - Autokauf im Internet



Nein, es ist nicht nur schön und bequem, ein Auto vom Sofa mit Laptop oder gar Smartphone zu kaufen, es birgt auch die Möglichkeit, den Wagen restlos zu planen. Will heißen, man kann sicher sein, sämtliche Varianten und Extras angeboten zu bekommen. So jedenfalls sollte es im Idealfall sein. Von dem/der Verkäufer/in kann man nicht restlos alle Details erwarten. Und dann kommt es nachher zu dem berühmten Satz: 'Das hätten Sie mir doch sagen müssen.'

In der Tat, so ein Autokauf ist eine wichtige Sache, für manche Menschen gibt es keine höheren Geldausgaben im Leben. Jetzt lassen wir einmal die Springer/innen beiseite, die einen relativ neuen Gebrauchten kaufen und das vielleicht fünf- bis zehn Mal in 10 Jahren. Wir fokussieren uns zwar nicht ausdrücklich nur auf Neuwagen, aber wollen wohl eine längere Haltedauer ansetzen. Dann lohnt sich das genaue Hinsehen eher.

Grob unterteilt gibt es zwei Phasen beim Autokauf, die Auswahl und den Preis. Natürlich sollten beide nicht unabhängig voneinander sein. Womit wir beim ersten großen Vorteil des Internets wären, einer Vergleichbarkeit, die Sie nicht mehr haben, wenn Sie schon beim Händler sind. Vielleicht gehören Sie aber zu der langsam schwindenden Gruppe der Markentreuen. Dann wäre es trotzdem in der einen oder anderen Situation gut, über den Tellerrand zu schauen, wie es die Konkurrenz macht.

Wer hat nicht schon einmal Sätze gehört wie: 'Das gibt es nicht.' oder 'So etwas finden/kriegen Sie nirgendwo.' Die sind oft schnell dahergesagt und mit ein wenig Rundumwissen oft gut zu widerlegen. Das verschafft Ihnen dann einen gewissen Respekt in den Preisverhandlungen. Denn letztlich wollen Sie doch Ihr Traumauto zu einem möglichst geringen Preis. Davon gehen wir hier jedenfalls aus.

Jetzt müssen wir Sie doch allmählich vom Sofa herunterholen und an einen Schreibtisch setzen. Der heißt so, weil man sich dort Notizen machen kann. Das ist zwar auch mit dem Rechner möglich, aber es geht doch eigentlich nichts über einen großen Bogen Papier. Sie können natürlich auch alle bisherigen Ergebnisse in einer Excel-Tabelle festhalten, die auch gleichzeitig rechnerische Vergleiche ermöglicht. Aber der dicke Daumen bleibt die Grundlage der Kalkulation.

Wieder eine Aufteilung, diesmal in Auswahl, Vergleichsportal und Händler bzw. Hersteller. Erstere sollte vielleicht für deutlich mehr als nur eine Konfiguration durchgeführt werden. Denn wenn es später an die Kostensenkung geht, kann man sich vielleicht Extras leisten, von denen man vorher nur geträumt hätte. Und wie gesagt, Modelle der Konkurrenz betrachten, auch wenn es schwerfällt.

Auch wenn wir sonst Vergleichsportalen eher ablehnend gegenüberstehen, hier könnten sie hilfreich sein. Im Falle eines Autokaufs haben die ja auch nichts mit der Abwicklung zu tun, wie das vielleicht bei anderen Produkten möglich ist. Wenn Sie mehrere Vergleichsportale miteinander vergleichen, würden Sie schnell fündig, wenn eines alle Preise anheben und auf ein bestimmtes lenken würde, an dem es mehr verdient.

Also, z.B. Versicherungen usw. direkt anschauen und die Bedingungen studieren, damit es später keine Kalamitäten gibt, aber beim Autokauf die Dienste von Vergleichsportalen ruhig in Anspruch nehmen. Allerdings auch streng darauf achten, dass der Händler, der Ihnen am Schluss avisiert wird, wirklich den mühsam zwischen Portalen gefundenen Preis auch hält. Es soll schon Fälle gegeben haben, da war das Auto beim Sprung vom Portal zum Händler plötzlich deutlich teuer oder eine Leistung abweichend extra berechnet.

Sie merken schon, es ist eine gewisse Festigkeit nötig, wenn man sich später über ein Detail oder eine Leistung freuen will, die man letztlich ohne Zuzahlung oder für einen besonders günstigen Preis erobert hat. Umgekehrt muss man aber auch verzichten können, wenn es effektiv zu teuer wird. Und bleiben Sie fair. Konfrontieren Sie Ihren Händler um die Ecke ruhig mit dem günstigsten Internet-Preis, aber akzeptieren Sie gleichzeitig einen gewissen Aufpreis, weil Sie dann eine näher gelegene Werkstatt haben.

Bisher haben entweder die Hersteller das Geschäft im Internet noch nicht so richtig aufgegriffen, vielleicht befürchten sie ja auch Schwierigkeiten mit ihren Händlern. Tesla hat es vorgemacht: Nur wenige Shops, nicht jeder Shop ist auch gleichzeitig Servicepunkt, also Werkstatt. Wir von unserem Standort haben vermutlich Glück, sind nur gut 40 km von einem Shop und 80 von einem Servicepunkt entfernt. Im Internet hört man von abenteuerlicheren Abständen.

Der Internetkauf eines Tesla ist brutal einfach. So gibt es für das Model 3 zwei Varianten. Man kann also nicht zwischen verschiedenen Antrieben und Batteriekapazitäten separat wählen. Schwarz ist inzwischen (2019) aufpreispflichtig, Weiß war es bisher und ist jetzt Serie. Es gibt zwei Innenausstattungen und Felgendesigns und eine sehr teure Anwartschaft auf einen Autopiloten, der zum Jahresende kommen soll. Wer nicht jetzt schon bestellt, zahlt noch mehr.

Man kann es ahnen, mit diesem Geschäftsmodell wird Tesla die Massen letztlich nicht erobern können. Schlau, dass man den gesamten Kaufprozess in der ersten Woche oder innerhalb von 1.600 km rückabwickeln kann. Trotzdem, mit solch einer Internetseite gewinnt man etwas betuchtere Enthusiasten, mehr aber auch nicht. Und mit den absolut unzureichenden Kommunikationsmöglichkeiten zu Servicecentern erst recht nicht.

Überhaupt fällt auf, wie perfekt bei vielen Herstellern die als Brochüren aufbereiteten Darstellungen Ihrer Modelle inzwischen gerät. Da wird man umhüllt von Wolken des Wohlbefindens, kleine Einspieler besorgen den Rest, harte Fakten sind eher dünn gesät, solche, die Nachteile des Fahrzeugs offenbaren könnten, noch dünner.

Dacia ist neuerdings mit 'shop.dacia.de' online. Der Aufbau ist logisch, über die erste Eingabe von Wohnort oder Postleitzahl sehr mit dem Händlernetz der Umgebung verknüpft. Man sagt, das sei hauptsächlich eine Seite für ganz Eilige. Die müssen sich aber auch gefallen lassen, dass über Rabatte noch nicht einmal geredet wird. Das Angebot in unserer Gegend war überraschend groß. Da müssen also viele Neufahrzeuge bei den Händlern stehen.

Nein, umschmeichelt wird man hier nicht. Es wird davon ausgegangen, man kennt z.B. einen Dacia Sandero. Das einzige Bild von außen ist noch nicht einmal drehbar. Die Preise sind bei einem speziellen Modell immer die gleichen. Es kann also wirklich nur darum gehen, möglichst am selben Tag noch zu einer bestimmten Farbe und Ausstattung zu kommen.

Von Eintausch eines Fahrzeugs steht auf der Seite nichts. Das läuft also mit der Bekanntgabe der Händleradresse wie gehabt. Der superschnelle Kauf fast ohne jeden Vergleich mag für ein Billigprodukt wie den Dacia vielleicht noch angehen. Wird es auch nur etwas teurer, dann wohl nicht mehr. Übrigens bezahlt man die Tatsache, dass es das Angebot noch gibt, wenn man beim Händler ankommt, mit 100 Euro.

Zum Schluss VW, nicht das Hauptgeschäft, sondern die schon immer gerühmte Vorsorge um die eigene Klientel. In diesem Fall geht es um den Wiederverkauf von Jahreswagen. Natürlich hat man es hier sehr einfach, weil wohl niemand beim Kauf eines Jahreswagens sein altes Fahrzeug in Zahlung geben will. Nein, der/die Werksangehörige soll ja mit dem Geld den nächsten Jahreswagen kaufen.

Trotzdem Chapeau, die Site ist gut gemacht. Der/die Verkäufer kann ein eigenes Bild einstellen, ansonsten ist meist eins des Neuwagens zur Stelle. Man kann Ausstattungen und Preise vergleichen, so als wenn man über den Parkplatz des Werksgeländes ginge. Den/die jeweilige/n Verkäufer kann man anklicken, dann gibt's die Telefonnummer, wo er/sie in etwa wohnt, als Map.

Beeindruckend ist die Anzahl der angebotenen Autos, die man durch Filter einschränken kann. Die Marktsituation spiegelt der unglaublich geringe Anteil von Diesel-Fahrzeugen wider. Es dürfte interessant sein, in ein bis zwei Jahren nach vermehrter Produktion der ersten VW-Elektrofahrzeuge die Site noch einmal anzuschauen. Mal sehen, ob die E-Mobilität bei denen angekommen ist, die es eigentlich einschätzen können müssten.









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