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Oberleitung



kfz-tech.de/YMo39

Es ist wirklich schade, dass wir die Oberleitung des großen Bruders Eisenbahn so wenig würdigen, dass wir sie nur simulieren wie oben dargestellt, denn ihre Bedeutung für die Bahn ist enorm.

Es gibt nicht wenige Experten/innen, die behaupten, ohne den elektrischen Strom, mit dem sie fährt, wäre sie heutzutage als Verkehrsträger bedeutungslos. Und was gehört unbedingt zu einer leistungsfähigen Eisenbahn, die Oberleitung!

Wenn man die als Laie so anschaut, ist es schwer zu begreifen, dass sie gleichzeitig sowohl das seit 100 Jahren bewährteste als auch das innovativste Element des Zugverkehrs ist. Eine einstmals geniale Idee, die man sich so früh schon ausgedacht hat und die so lange Bestand hat.

Wenn Sie nicht glauben, dass Bahngesellschaften mit der Oberleitung evtl. sogar Geld verdienen konnten, dann schauen Sie den Preis für Kupfer an. Wurden also in den 70er Jahren Strecken stillgelegt oder vereinfacht, so hat die Bahnverwaltung womöglich noch daran verdient.

Die Oberleitung vermittelt auch dem Laien, die Bahn muss nicht erst grün gemacht werden, die Bahn ist grün. Voraussetzung ist allerdings, sie wird mit grünem Strom betrieben. Zum einem sehr kleinen Teil, z.B. an Bahnbetriebswerken, macht sie den Strom schon selbst.

Wie konnten unsere (Ur-)Großväter, vielleicht auch -Mütter, schon so schlau sein, den ohnehin vorhandenen Vorteilen der Bahn, nämlich ein von den Mengen der Beförderung her leicht zu veränderndes System zusätzlich mit einer die Gefährlichkeit in hohem Maße herabsetzende Spurführung, auch noch die der Elektrifizierung hinzuzufügen?

Wir sind ja große Fans vom großen Dieselmotor, aber bei der Bahn ist er schon vom Prinzip her fehl am Platze, noch gerade da brauchbar, wo es keine Oberleitung gibt. Eine starke E-Lok hat drei Mal mehr Leistung als eine etwa gleich große Diesellok. Bis zu 350 km/h wären mit Dieselloks wohl so nicht möglich gewesen.

Ein Fahrzeug mit Dieselmotor wäre auch deutlich schwerer als ein E-Auto ohne Batterie.

Außerdem hat erst die E-Technik, auch für den Güterverkehr, Loks mit nur vier Antriebsachsen möglich gemacht. Bei ähnlicher Zugkraft braucht eine Diesellok derer 6, weil da viel mehr mechanische Komponenten in der Kraftübertragung nötig sind, die sonst die zulässige Achslast überschreiten würden.

Und dann gehen halt bis zu mehr als 20 MW (gut 27.000 PS) für einen ICE über eine fingerdicke Leitung und das mit einer Ausfallrate von nur 0,04 Prozent. Den Wirkungsgrad von enormen 97 Prozent müssten Sie mit dem vom Be- und Entladen von Batterien vergleichen, da werden locker mind. 15 Prozent erreicht.

Unglaublich die Standzeit einer solchen Anlage, von deren Haltbarkeit wir ja seit über 100 Jahren wissen. Was soll auch mit den Fundamenten, Masten und dem Aluminium bzw. Kupfer schon groß passieren? Es soll noch Kupfer aus der Zeit von Christi Geburt in Umlauf sein.

Natürlich kann die E-Lok nur mit einphasigem Wechselstrom betrieben werden, sonst wären drei Oberleitungen nebeneinander nötig. Durch das leitende Metall der Schiene ist eine Rückleitung ohne Spannung möglich. Da die Bahn ihren Strom ohnehin selbst macht, ist eine Frequenz von 16,7 Hz möglich, die offensichtlich den ersten E-Motoren besser bekam.

Die Spannung beträgt 15.000 V. Je höher sie ist, desto weniger Strom fließt bei gleicher Leistung und desto dünner können die Leitungen sein. Zur Sicherheit ist die Oberleitung 5,5 m über den Schienen angeordnet. Wer sich trotzdem zu beidem elektrischen Kontakt verschafft, ist auf der Stelle tot.

Allerdings reicht diese Festlegung, die auch für Österreich und die Schweiz gilt, nur für gut 50 Prozent des europäischen Verbundnetzes. Erstaunlich trotzdem, dass für den ICE, der auch in der Schweiz fahren sollte, eine eigene Zulassung nötig war. Für Frankreich muss so ein Zug sogar eine Zeitlang ohne Energiezufuhr rollen, damit die Pantographen einander ablösen können.

Der Bahnstrom wird in der Regel über Land in eigenen Trassen geführt, kann aber auch einer Bahnstrecke zugeordnet sein. 45 Kraftwerke sorgen für die nötige Energie, Tendenz im obersten Spannungsbereich am Ende doch noch vom allgemeinen Stromnetz zu profitieren. In die durchgehende Oberleitung wird also an verschiedenen Stellen eingespeist.







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