Momentane Situation

Zu einem Tagebuch gehört eigentlich viel mehr, als wir bisher getan haben, nämlich des Öfteren eine Schilderung der momentanen Situation. Wie fühlt man sich zwischen dem, was man bisher erreicht hat und
dem, was noch gemacht werden muss? Obwohl letzteres überwiegt, man fühlt sich überraschend wohl.
Zu wohl vielleicht, weil der Zustand nun doch schon so lange andauert, dass man darüber ein Kapitel wie dieses schreiben kann. Wer jetzt aber glaubt, diese Ruhe sei durch Abschluss sämtlicher Planungen
gerechtfertigt, der irrt gewaltig.
Es ist immer noch kein einziges Rad so abgedreht worden, dass es problemlos z.B. auch auf einem C-Gleis von Märklin läuft. Von der Hauptstraße mit der Schiene für die S-Bahn existiert nur ein Prototyp und
auf der schmalen Nebenstrecke gibt es nur eine Gerade mit Pukos.
Der Beweis fehlt, dass dadurch ein Auto mit Strom versorgt werden kann, weil der erst richtig möglich wird, wenn auch ein Bogenstück existiert. Die Mobile Station hat auch noch nicht endgültig bewiesen,
dass sie ein von unserem Lokdecoder auslesbares Signal sendet.
Noch schlimmer ergeht des dem Gestell, das uns jeden Tag trauriger anschaut, teilweise sogar demontiert ist mit genügend viel gestapeltem Laminat gegenüber. Und als i-Tüpfelchen davor die wunderbare
stabil anmutende Schneidevorrichtung.
Und was tun wir schon die ganze Zeit? Uns hat KI für sich eingenommen, auf unsere sehr detaillierte Bestellung hin sämtliche Buch-Layouts neu konzipiert. Sie können es selbst beurteilen, solange alt und
neu noch nebeneinander existieren.
Dann gibt es haufenweise Loks und Waggons, die einer dringenden Reparatur bedürften. Und was tun wir? Aufräumen. Schachteln finden und sogar neue zusammenkleben, um alle Teile z.B. der Lok
aufzunehmen, übersichtlich zu bleiben und trotzdem nicht viel Platz zu verschwenden.
Warum tut man so etwas, wo die Schachteln doch gar nicht nötig wären, würde man die Lok direkt reparieren? Weil der Mensch sich an irgendetwas erfreuen muss und beim Bau von Schachteln ist der Erfolg
sicherer als der Reparatur von Loks. Außerdem geht es schneller.
Darüber schreiben ist auch so viel einfacher als diese bisweilen störrische Realität. Da geht selten etwas schief, man hat ja beinahe alles in der Hand. Man kann Pläne schmieden und nebenher in der
Phantasie auf seiner gerade neu erbauten Anlage Züge fahren lassen, die nie entgleisen.
Und je länger man mit der Realisierung wartet, umso schöner wird die Anlage, ist vielleicht auch noch schneller erstellbar, wenn sie denn erst einmal in Angriff genommen würde. Und so fließen die Tage dahin,
wie Wasser den Rhein runter.
Schade, die KI ChatGPT hat uns in letzter Zeit so sehr geholfen. Sie nimmt alle Wünsche auf, wenn man direkt ausführlich erklärt, was man will. Nur gegen nachträglich erbetene Korrekturen ist sie ein wenig
allergisch, aber z.B. viel mehr künstlerisch begabt als wir selbst.
Vielleicht warten wir noch etwas, bis es so etwas als Roboter wie im Bild oben gibt, der genau nach Anweisung bis auf den Millimeter genau Schattenbahnhöfe zusammenbaut, nicht eher ruht, bis alle
Stromkreise geschlossen sind und der Mobile Station Beine macht, endlich ein geeignetes Signal auszugeben.

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