Kleine Dampfloks

Ja, in der Tat, sie machen Probleme, weshalb man Anfängern nicht unbedingt raten kann, mit solchen zu beginnen. Zur Präzisierung: Gemeint sind Dampfloks mit drei Achsen und weder Vor- noch Nachlauf.
Zu Lösungen der Probleme helfen auch Schleifer nicht genug.
Zu Letzteren einmal grundsätzlich. Wir werden auf unserer Anlage alles tun, um Schleifer grundsätzlich zu vermeiden. Wir haben uns schon gegen solche ausgesprochen, als es um den Mittelleiter von Märklin
ging. Jetzt haben wir diesen überwunden, da werden wir ihn doch auch nicht ansonsten zulassen.
Also welche Probleme hat denn jetzt eine kleine Lok mit drei Achsen ohne Schleifer. Ganz klar, sie muss ihre Stromversorgung über die Räder sichern und gleichzeitig braucht gerade sie mit ihrer geringen
Zugkraft unbedingt Haftreifen, zumindest an einer Achse.
Es könnte auch nur ein angetriebenes Rad mit einem Haftreifen sein, aber an den Problemen würde es nichts ändern. Jeder Pol braucht mindestens zwei Kontakte, damit die Lok über isolierte Stellen auf den
Gleisen fahren und auch Kontaktstellen bedienen kann.
Wir reden hier über Kontaktstellen durch kurze Trennstellen in den Gleisen. Also sind schon einmal die Räder zweier Achsen für Haftreifen verloren. Bliebe nur die mittlere Achse, weil die beiden
kontaktierenden Achsen natürlich genügend weit voneinander entfernt sein müssen.
Aber entweder bringen die Haftreifen genügend Gripp, dann müssten sie leicht vorstehen. Dann aber wird es für die anderen beiden Räder der Seite leicht kippelig. Einen Entweder- oder Oder-Kontakt kann aber
ein Motor nicht brauchen.
Wir haben ohnehin vor, alles auf unserer Anlage zu tun, um Kontaktschwierigkeiten zu vermeiden, z.B. in den Schattenbahnhof jedes Gleis am Übergabepunkt zum nächsten mit dem normal auf der Strecke
existierenden Strom zu verbinden.
Jetzt könnten wir ja bei diesem Typ Lok ausnahmsweise Schleifer zulassen. Aber man macht sich bei Modellbahnen vielleicht nicht genügend klar, dass Schleifer auch eine entlastende Funktion haben, die
man bei so einer kleinen Lok absolut nicht gebrauchen kann.
Denn in der Regel sind die leicht und haben auch nicht genügend Innenraum für zusätzliche Gewichte. Es gibt nur eine wirklich schwere kleine Lok, die BR 89 von Märklin, auch 3.000 genannt (Bild oben). Hier
ist alles auf das große Gewicht abgestimmt und die Zugkraft legendär.
Dann können auch Schleifer kein Unheil anrichten, wie sie die 3.000 einen hat. Und es bleibt noch die Möglichkeit einer Antriebsachse mit Haftreifen. Das ist eben der Vorteil, wenn man den anderen Pol mit
beiden Schienen aufnehmen kann (System Märklin).
Es wird zwar auf unserer Anlage mit nur zwei Leitern noch die Möglichkeit geben, uns den Strom über eine elektrisch leitende Magnetkupplung von hinten zu holen, aber ausgerechnet so eine Lok soll nach
oben zum Nebenbahnhof fahren und dort umspannen.
Das könnte dann auch für die 3.000 (wir haben eine trotz Märklin) interessant sein, weil sie je eine Telex-Kupplung vorn und hinten hat. Aber beim Umbau auf Zweileiter verliert sie ihren Dreileiter-Vorteil. Da
müssen vielleicht doch Schleifer helfen, schwer genug ist sie ja.
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