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Drei Kohlewaggons



Hätten Sie gewusst, dass Bayern eines der Flächenländer Deutschlands mit den geringsten Kohlevorkommen ist? Und das hat überhaupt nichts damit zu tun, das die Berge einen Teil des Landes ausmachen, denn die Alpen sind erst viel später als die sogenannten Karbon-Gebirge entstanden.

Sie kennen natürlich Gebiete, die von dieser langen Zeit profitiert haben: Ruhrgebiet, Saarland und Oberschlesien, das damals noch zum Deutschen Reich gehörte. Man findet dort nach ChatGPT geologische Senkungszonen mit mächtigen Karbon-Schichten.

Hochwertige Kohle für leistungsfähige Lokomotiven musste vor allem aus dem Ruhrgebiet, dem Saarrevier und später auch aus Böhmen transportiert werden, womit wir bei den drei Kohlewaggons (Bild oben) wären, die wir unserer bayerischen Eisenbahn hinzufügen werden.

Eigentlich wollen wir noch mehr als die drei Waggons kaufen, aber nur der Preis für diese war für uns erträglich. Außerdem haben wir keine größere Dampflok für Güterzüge dieser Art. Bliebe nur unsere E-Lok. Denkbar, dass sie einem solchen Zug vorgespannt war.

Denn aus der Not entstand schon früh die Tugend, Strecken zu elektrifizieren, als erste 1905 die von Murnau nach Oberammergau. Die wurden dann ein paar Jahre später bis nach Österreich durchgeführt und sogar bis nach München in Planung genommen.

Die ersten Maschinen von Maffei ähnelten zwar Dampfloks, waren aber elektrisch und konnten mit ihren geringen Geschwindigkeiten immerhin im Güterverkehr punkten. 'Unsere' S 3/6 benötigt immerhin acht Tonnen Kohle und 32,5 Kubikmeter Wasser (Ücker, Endstation 1920).

Elektrischer Betrieb erlaubt also leichtere Züge, besonders die Lokomotiven. Das alles erklärt den frühen bayerischen Einstieg in die E-Mobilität. Natürlich ist die Elektrifizierung der Strecke eine Voraussetzung. Aber gleichzeitig wird sie auch von wirtschaftlichem Fortschritt getrieben.

Man sagt, hätte es den Ersten Weltkrieg nicht gegeben, er wäre noch schneller vorangegangen. Aber ein Stromnetz ist anfällig im Krieg. Eine Explosion in einer Trafostation kann ganze Streckenabschnitte lahmlegen. So blieb man also weiter der Kohle treu.

Wir sind stolz, die drei Symbole bayerischen Kohleimports ergattert zu haben, dazu noch für einen mehr als fairen Preis, insgesamt 54 Euro, allerdings mit Selbstabholung. Die wurde nach einem kleinen Desaster am Ende doch noch erfolgreich.

Wenn ein Navi partout die Sperrung einer Straße nicht erkennen will und einen erst an die eine und dann an die andere Seite führt, kann das schon einmal am Nervenkostüm rütteln. Letztendlich half nur das mutige Befahren einer anderen, ebenfalls gesperrten.

Dafür würde ich rührend nett mit einem guten Kaffee und einem angenehmen Gespräch aufgenommen. Keine Spur von den eher gemischten Erfahrungen früherer Abholungen. Und durfte mir am Ende sogar noch ein kleines Abschiedsgeschenk aussuchen.

Nein, so nach Art des Wolkenkuckucksheims ging es nicht weiter. Den Zug noch ohne passende Lok komplettieren zu wollen, schlug komplett fehl. Man hätte gut das Doppelte bezahlen müssen. Aber wir haben ja eigentlich noch Zeit, bestimmt ergibt sich noch eine Gelegenheit.

Auch die Idee des Selbstbaus von drei Waggons ohne Bremserhäuschen, was durchaus der Realität von damals entsprochen hätte, musste verworfen werden. Bei genauerer Betrachtung entpuppten sich schon die Räder als schwierig zu realisieren.

Außen rum sind sie aus Metall, innen haben sie äußerst filigrane Doppelspeichen. Das schafft unser 3D-Drucker nicht, zumindest nicht mit der 0,4-mm-Nadel. Auch die Farbe ist schwierig. Vielleicht alles irgendwann einmal lösbar, aber nicht als erstes durchzuziehendes Experiment.







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