Abteilwagen 2

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Die Bremserhäuschen sehen doch richtig exklusiv aus, wie so ein(e) Trucker/in, der/die seine/ihre angebliche Freiheit ja auch lobt, wenn er/sie gefragt wird, fast über den Wolken im eigenen Gehäuse mit
unglaublicher Rundumsicht durch die Gegend gefahren zu werden.
Übrigens, um an das vorige Thema anzuknüpfen, wie kommt denn der auf die Toilette? Nun gut, ebenfalls außen rum, aber darf der überhaupt von seinem Posten weg? Sie merken schon, der Beruf des
Bremsers ist eher eine Zumutung.
Ja, es ist ein Beruf. Hier werden keine Langzeit-Arbeitslose oder Teilzeitarbeiter eingestellt. Der ist mit einer körperlichen und eisenhahntechnischen Ausbildung verbunden. Das ist wirklich ein
schwerer Job nur für Männer.
Um die Zeit der Epoche III musste nach ChatGPT bzw. Wikipedia ein Bremser nicht nur die Wagen und Signale kennen, sondern eine mehrmonatige Probezeit im Bremser- und Rangierdienst absolvieren. Also
nichts mit kleiner gemütlicher Eisenbahnerstube.
Und in der Tat, das Bremserhäuschen durfte während der Fahrt nicht verlassen werden. Man musste wach bleiben. Bei preußischen Güter- und Militärzügen mussten sie sich beispielsweise an bestimmten
Stellen gegenüber dem Bahnpersonal bemerkbar machen.
Tagsüber konnte das durch Salutieren, nachts durch das Schwenken einer weißen Laterne geschehen. Und von wegen heutige Arbeitszeiten, es ist von 16 bis 18 Stunden die Rede. Das wars mit dem Komfort
von heutigen Truckern.
Man stelle sich diesen Job im Winter vor. Ja, es soll Erfrierungen von Bremsern gegeben haben. Während die Reisenden warm und geschützt in ihren Abteilen saßen, war der Bremser in seiner Koje isoliert,
wobei man Koje ohne Bett begreifen muss.
Und dabei war es ursprünglich noch schlimmer gewesen. Da waren die Bremserhäuschen auch noch offen, ähnlich wie die Führerstände der Lokomotiven. Dort profitetierte man aber wenigstens von der Wärme
des Dampfkessels.
Die Eisenbahn machte das Reisen komfortabler und erreichte schon bald nie gekannte Geschwindigkeiten. Aber dieser Komfort wurde teilweise dadurch erkauft, dass im Personal Leute waren, die diese
Unbequemlichkeiten übernahmen.
Wie sind wir eigentlich zu dem Thema 'Abteilwagen' gekommen? Da kann doch nur wieder ein Kauf bei Ebay dahinterstecken. Richtig vermutet. Schauen Sie sich oben den prächtigen Zug an. Zwei Waggons
waren von dem Zug, den Sie schon kennen und unten in längerer Version wiederfinden, noch übrig.
Da stand aber dick und fett 'DR' drauf, also für die Zeit vor 1920 ungeeignet. Und da war dann noch ein schöner alter dreiachsiger Postwagen übrig, leider aus der Nazizeit, wie der Adler an der Seite verrät. Wie
macht man daraus einen kompletten Zug?

Man hat Glück, öffnet Ebay und schafft es tatsächlich, für drei sächsische C Sa 95 (Bild oben) nur 28 € auszugeben. Dann hat man schon fünf statt nur zwei Waggons. Fehlt nur noch die Lok. Wir finden eine BR 64 in
unseren Beständen, die zu der Zeit in der DDR schon ihren Dienst getan hat.
Natürlich müssen wir unbedingt noch das Nazi-Logo abkleben, denn ein Postwagen mit so einem Logo kann nicht betrieben worden sein. Immerhin, ChatGPT hat diese Zugzusammenstellung abgesegnet.

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