Abteilwagen

Das ist ein besonderer Waggon, nicht nur weil er außen Trittbretter hat, wofür, das werden wir nachher noch klären, sondern er ist auch noch ein verkürztes Exemplar, umgebaut als sächsischer C Sa 95 für
die Windbergbahn, angeblich mit voneinander getrennten Abteilen.
Natürlich stellt sich da sofort die Frage, wie denn die Fahrkarten kontrolliert werden konnten. Solche Waggons für den Personentransport waren ganz früher üblich, wobei jedes Abteil mit durchgehendem
Trittbett seine eigene Tür nach draußen hatte.
Vielleicht mag man ja eine geringere Geschwindigkeit des Zuges zugrunde legen, bei der ein (wohl meist männlicher) Schaffner sich außen auf dem Trittbrett von einem Abteil zum anderen hangeln musste und
von einem Waggon zum anderen.
Das erscheint uns heute als besonders gefährlich, als wenn das Wechseln der Abteile eines Waggons nicht schon riskant genug gewesen wäre. Aber es ist gewiss, diese Personenwagen hatten keinerlei
innere Verbindungen der Abteile.
Man hat sich redlich bemüht, die Situation zu verbessern. Als eine Möglichkeit kannte man die komplette Sperrung der Zugänge zum Zug zusammen mit der Fahrkartenkontrolle. Aber dann mussten alle
Haltepunkte derartig ausgerüstet sein.
Nun hatte die Windbergbahn sehr lokale Strecken, weswegen teilweise die Waggons auch umgebaut werden mussten, verkürzt im Radstand und entsprechend in der Länge als Möglichkeit, auch enge Bögen
zu durchfahren.
Bahnsteigsperren waren eher etwas für Hauptbahnhöfe aber nicht für kleine Stationen einer Nebenbahn. Kompensiert werden konnte es, indem der Verkauf von Fahrkarten und deren Kontrolle zusammengelegt
und ansonsten abgesperrt wurde.
Ob da nicht jemand, der in letzter Minute noch den Zug erreichen will, einfach über das Geländer springt? Kontrolliert man an den Abteiltüren, dann braucht man noch mehr Personal oder es dauert
entsprechend länger. Insgesamt eine gute Begründung für die Einführung der Donnerbüchsen.
Der oben gezeigte Waggon war allerdings kein Abteilwagen in Reinform. Hier zeigt sich jedes dritte Fenster von links und rechts undurchsichtig, was wohl Aborte dahinter vermuten lässt. Und wie erreicht man
von jedem Abteil diese Aborte?

Sie haben zwei Türen, die man beim Benutzen wohl beide verriegeln musste. Zusätzlich sind in der Mitte zwei Abteile miteinander verbunden, wie die Zeichnung oben zeigt. Man konnte also aus jedem Abteil
heraus einen Weg zur Toilette finden.
Überhaupt nicht geklärt ist jetzt aber das Problem der Kontrolle der Fahrkarten. Nun gut, die zwei Abteile im Mittelbereich der Waggons konnten hintereinander durchlaufen werden. Aber was ist mit den
verbleibenden Abteilen?
Warten, bis frei ist und dann in den Toiletten zur einen Tür rein und zur anderen raus? Und dann doch wieder außen rum? Muss man ja ohnehin, wenn man zum nächsten Waggon will. Immerhin befinden wir
uns hier schon in der Epoche II/III.
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