Straßen-Revolution 4 von 6

Haben wir jetzt so ungefähr den Istzustand erreicht? Dann können wir ja ein wenig in die Zukunft blicken. Und dazu hat uns dieser kleine VW-Transporter verholfen. Wie ist es möglich, auf so kleinem Raum
eine ferngelenkte, angetriebene Hinter- und Vorderachse zu bauen?
Da hätten wir doch, was wir brauchen und könnten die mechanische Lenkung durch die Schienen hinter uns lassen. Und wenn Sie die Preise bedenken? Wir haben einschließlich Steuereinrichtung,
Funkfernbedienung und einem Märklin-Waggon als Sonderangebot für die Neuteile ca. 70 Euro bezahlt.
Kann man mit RC-Autos genügend Verkehr auf einer Anlage erzeugen? Vielleicht, aber man müsste die Steuerung in den Griff kriegen. Carrera Hybrid scheint die Lösung zu haben. Da ist eine Runde ohne
Eingriff von außen möglich.
Der Wagen verlässt also nicht die Bahn, bleibt innerhalb deren Grenzen. Es liegt an der Struktur der Bahn, die vom Auto aus abgescannt wird. Würde man die verschmälern und eine zusätzliche
Abstandsregelung einführen, wäre das schon die Lösung. Die Straße hat jedenfalls keine sichtbaren Schienen mehr.
So, jetzt denken wir einmal weiter. Wir kaufen Märklin-C-Gleise, zunächst noch theoretisch, montieren die Reihe mit den Mittelleitern heraus und verwenden die Gleise nach Trennung der beiden Schienen als
Zweileiter-System. Es kommt uns aber auf die Mittelleiter an.
Und genau jetzt wird es machbar, aber nicht für uns. Wir hätten nämlich jetzt die Stromzuführung, eine gut funktionierende Lenkung und eine Straße, auf der man die Punkte des Mittelleiters nicht sieht, weil
man eine entsprechende Struktur schafft, z.B. angedeutetes Kopfsteinpflaster.
Aber wir durchblicken den Mechanismus des Scannens nicht bzw. die dazu passende Beschaffenheit der Fahrbahn. Das scheint das Geheimnis von Carrera Hybrid zu sein. Deren Fahrzeuge wären mit 1 zu
43 auch viel zu groß für unsere Anlage.
Wir sind überzeugt, dass sich so ein System auch in Modelle im Maßstab 1 zu 87 einbauen ließe, zumal wir ja auf die Bluetooth-Verbindung zu einem Smartphone verzichten würden. Stattdessen würde es
unser DCC-System mit USB zu einem Computer oder Laptop geben.
Ob dann der ATtiny neben der Auswertung der Befehle auch noch die Lenkung übernehmen könnte, bleibt abzuwarten. Im Hinterkopf haben wir, so ein Carrera-Hybrid-System anzuschaffen, sind aber nicht
sicher, ob unser altes Smartphone Sony Xperia das schafft.
Bei YouTube ist auch schon Kritik an der zwanghaften Verbindung zum Internet zu hören, die ausfallen kann und dann funktioniert die ganze Anlage nicht. Die Verbindung zur virtuellen Welt des Smartphones
finden wir gut, aber die ins Internet scheint uns das System unnötig zu komplizieren.
Es wird auch noch eine Herausforderung sein, die Kosten für die (erhofft vielen) Autos in den Griff zu bekommen. Auch deshalb bleiben wir bei unseren Schienen (angeblich für die Straßenbahn). In dieser Serie
ging es halt darum, neben der Gegenwart auch ein Stück Zukunft an die Wand zu malen.
Wie üblich bleiben dabei Fragen offen. Werden wir das Zusammenspiel von Scanner und PC einerseits und von PC und Lenkungssteuerung jemals hinkriegen und wie ist beispielsweise eine Art
Weichensteuerung bei Abzweigungen möglich? Aber funktionieren kann es, wie die Praxis beweist.
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