Straßenbau 6

Es ist schon ein eigenartiges Phänomen. Eigentlich hätte man schon längst aufgeben müssen und das Ding entweder entsorgen oder einen neuen kaufen oder beides tun sollen. Aber nein, unsere Zuneigung
zu dem 3D-Drucker ist eher noch gewachsen.
Das ist, etwas gewagt, wie mit einem Kind, das von Anfang an kränkelt. Es genießt eher noch etwas mehr Fürsorge und Liebe, oft zu Lasten noch vorhandener Geschwister. Die haben wir allerdings hier nicht.
Es ist unser einziger und wir denken nicht daran, ihn aufzugeben.
Immerhin, trotz der massiven Beeinträchtigungen haben wir außer einem Schrittmotor für ca. 15 € noch kein einziges Teil hinzukaufen müssen. Und dieser war von Anfang an kaputt, wahrscheinlich der Grund,
warum wir den Drucker relativ günstig erstehen konnten.
Man muss sich besinnen, bevor man erzählen kann, was sich alles ereignet hat seit dem letzten mehr oder weniger erfolgreichen Druck unseres ersten Teils der neuen Straße. Das war schon
gewöhnungsbedürftig und ließ sich eigentlich nur von einer Seite einigermaßen vorteilhaft fotografieren.
Ein irres Gewirr von Fäden unter der einigermaßen ansehnlichen Oberfläche. Irgendwie funktionierte die Stützung nicht. Und dann während des Drucks auch noch der Unfall, dass der Druckkopf kein Filament
mehr ziehen konnte und sich dadurch für den Rest seiner Arbeit um ca. 5 cm verschob.
Auch mit dem Halt der Schienen waren wir unzufrieden, während uns die Oberfläche und die Haltbarkeit schon einigermaßen zusagte. Das alles bedingte zunächst einmal eine völlige veränderte Konstruktion
der Filament-Zuführung. Sie arbeitet immer noch nicht ganz ruckfrei.
Und der Drucker ging auf einmal ohne äußeren Anlass in eine Art Blockade. Wie man es auch anstellte, es kam kein Filament mehr heraus, was sich unserer Meinung nach nur durch komplette Demontage zweier
Lüfter, der Transporteinrichtung und der Düse samt Heizung derselben beheben ließ.
Beim ersten Mal haben wir letztlich nur den Druckkopf samt Zuführung getauscht. Erst der Tausch auch der Heizung samt kompletter Zuführung brachte dann Erfolg. Die Teile liegen übrigens dem Drucker bei,
man muss also (noch) keine Ersatzteile kaufen.
Außer den Platten, auf denen gedruckt wird. Die sind jetzt endgültig hinüber. Aber es gibt im Internet einen Tipp, sie durch haltbarere zu ersetzen, die nicht viel teurer sein sollen. Womit wir in der Jetztzeit
wären. Wie gesagt, das Auffüllen der kaputten Stellen mit gutem Kleber hat nichts gebracht.
Eigentlich wollten wir die Stützstruktur loswerden. Oben sehen Sie, wie wir als Ersatz alle knapp 3 cm Längsprofile eingesetzt haben, zunächst mit 0,4 mm Breite, später auf 0,5 mm erweitert. Schaut man
sich das Ergebnis an, haben wir nicht viel erreicht seit dem letzten Druck.
Eher im Gegenteil, jetzt wird es noch ein Geduldsspiel werden, die Schienen einzusetzen. Der Druck mit PETG erfordert deutlich höhere Temperaturen, erlaubt aber im Gegensatz zu PLA, die Haube auf dem
ansonsten geschlossenen Gehäuse zu lassen, dadurch weniger Stromverbrauch?
Wir werden es testen, sobald wir die Stützstruktur endlich los sind. Denn 11 Stunden Druckzeit sind entschieden zu viel. PETG ist ein stabilerer Draht, kann aber Ärger bei der Zuführung machen. Insgesamt
sind wir außer mit der Oberfläche noch nicht zufrieden.
| Die Lok passt gut, aber die Schienen sind noch nicht drin. |


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