Es ist vollbracht!

Ja, auch der dritte Ansatz zum Straßenbau muss einmal gedruckt werden, um seine Tauglichkeit zu beweisen. Dazu empfiehlt es sich, etwas mehr Sorgfalt walten zu lassen als im Kapitel 'Arroganz'
angedeutet. Ganz so einfach ist der Ausbau des Mittelleiters dann doch nicht.
Vor allem wenn man, wie wir, von der leichteren Seite anfängt. Die andere hielt als Überraschung noch eine innige Verbindung zu den Endverbindungen bereit, für die auch wir uns etwas Zeit nehmen mussten.
Nein, es war keine Lötstelle zu erwärmen, aber es hakte ganz inniglich.
Jetzt ist das Märklin-Gleis auf der einen Seite exakt gleich einem von Trix, hat also nur je einen Verbinder auf jeder Seite. Wir müssen uns aber noch eine Technik zulegen, wie wir auch einen etwas
vermurksten Mittelleiter wieder grade kriegen.
| Ein etwas größerer Schraubstock bietet hier gute Dienste. |
Doch jetzt geht es wieder einmal zum 3D-Druck. Die Breite unserer provisorischen Bahn wird in einem ersten Aufschlag mit 4 cm der von dem C-Gleis angeglichen, einfach so. Die Länge ergibt sich als 15,5
cm, wobei die überhöhten Enden der Puko-Leiste abgeschnitten werden.
Bleibt noch die Höhe. Wir verwenden die alten Verbinder von Faller, deren Durchmesser wir mit 4 mm annehmen. Hinzu kämen 2 mm für die Höhe der Puko-Verbindung. Wir brauchen die volle Überlappung und
1 mm für Material rund um die Faller-Verbinder.
Die Pukos selbst ragen 3 mm aus ihrer Verbindung heraus. Dann wäre das Maß von Oberkante Pukos bis Unterkante Straße 8 mm. Sie merken schon, irgendwie kommen wir immer wieder auf so etwa die
gleiche Straßenhöhe. Die Straßendecke wird aber nur 2 mm dick.
Ach ja, beinahe vergessen, wir gehen wieder auf unsere alte 'Schienenbreite' von 11 mm. Gezeichnet wird wieder nur die Hälfte mit einer zusätzlichen Mittellinie von 5,5 cm von der vorhandenen, um das Ganze
dann zu spiegeln und die Skizzenansicht zu beenden.
So, jetzt haben wir das Straßenstück von oben und schon geht die Rechnerei los. Die 21 Pukos sind jeweils 1,5 mm lang. Wir machen jetzt schon 2 mm draus. Aber wie finden wir den exakt richtigen
Abstand? Zur Verfügung haben wir 155 mm.
Nach mehreren Fehlrechnungen kommen wir drauf, nur die Mittellinien der 2 mm langen Pukos zu verwenden. Bei 21 von denen bleiben 20 Strecken zwischen diesen Mittellinien. Wir messen ca. 4 mm an
beiden Enden. Es bleiben also 155 mm - 8 mm = 147 mm : 20 = 7,53.
Geben Sie sich nicht zu viel Mühe, am Ende kommt es bei so einer Kette doch nicht genau aus. Es ist ja auch nur ein Prototyp. Also seien Sie nicht zu kritisch. Wir drucken normal von unten nach oben, um
uns einmal die so entstehende Straßenoberfläche anzuschauen.
Arbeiten Sie an der Oberfläche mit Mittellinien, an denen Sie erst ein Viereck und dann immer mehr spiegeln können. Das spart enorm viel Zeit. Es macht Sinn, bei jeder Zeichnung möglichst auch eine neue
Funktion von Creo zu lernen, von denen das Programm etliche bereithält.
Ist das nun ein brauchbares Ergebnis für all die Überlegungen zur perfekten Nichtwahrnehmung von Stromleitern? Nein, so noch nicht. Unglücklicherweise betont der Drucker bzw. das Slicing-Programm die
Stellen mit den Pukos. Genau das Gegenteil sollte der Fall sein.
Was wir aber jetzt schon feststellen können, ist die enorme Stabilität, die dieses Straßenstück auszeichnet. Es hat sich gelohnt, mit PETG zu arbeiten. Das Straßenstück ist überraschend maßhaltig und
hätten wir alle Kanten leicht angeschrägt, auch fast einbaufertig.
Hier sehen Sie, durch welche Technik wir gedenken, uns künftig eine Stützstruktur zu ersparen. Einfach acht Stege dazwischen, die eine Durchführung von Kabel nicht behindern und die Überbrückungen
ebenfalls durch leichte Schrägen erleichtern.
Und noch etwas verrät die Ansicht von unten. Wir haben nämlich unser neues Metallgitter als Matte auf dem Druckbett verwendet. Das Straßenstück ist nicht verrutscht und ließ sich spielend abheben. Aber
jetzt schauen Sie sich einmal die Struktur an.
Wenn Sie sich diese auf die ganze Fläche ausgedehnt denken, dann könnte uns das einer Lösung wesentlich näherbringen. Es ist definitiv eine gleichmäßigere Struktur zu erwarten und die Pukos werden viel
weniger sichtbar, wenn wir die Straße zum Drucken umdrehen.
Und wenn die sich auf dem neuen Belag so leicht ablösen lässt, dann müsste das auch mit dem vollen Belag nach unten einigermaßen gut möglich sein. Wir müssen nur noch sechs der acht Stege entfernen
und die Maße ändern.
| Links sind sie drin, rechts nicht . . . |

Warum? Wie schon erwähnt, lässt sich in diese Reihe von Bohrungen die Puko-Leiste nicht vollständig einklicken. Oben sehen Sie zumindest einmal zwei Pukos, die auch ein wenig vorstehen. Und man sieht
sie auch in dieser Umgebung kaum.
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