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Mobilität - Zeichen der Zeit



Wir sind weder der Verbrenner- noch der E-Auto-Fraktion zuzuordnen. So oder so ähnlich fangen im Prinzip viele Texte im Internet an, die meisten davon sogar auf youtube. Und je mehr man dort die eigene Unabhängigkeit betont, desto stärker sollten Sie aufpassen. Irgendwann verraten die sich doch, meist leider in Richtung e-Mobilität.

Seien Sie also auch bei diesem Kapitel vorsichtig. Denn hier soll schließlich noch einer draufgesetzt werden. Die These dazu lautet: Wir haben kaum eine Chance, den so skizzierten neuen Zeiten zu entgehen. Unsere Begründung dazu lässt sich zwar nicht in einem Satz zusammenfassen, ist aber denkbar einfach.

Früher hätte man sich geniert, Nachfolgende an der Supermarkt-Kasse warten zu lassen, weil man möglichst auch noch mehr als eine Bezahlkarte ausprobieren muss, um 3 Euro und noch was zu bezahlen. Man hätte befürchtet, eine(r) der Kunden/innen legt es aus, und wenn auch nur zu dem Zweck, der/dem Schuldigen sein/ihr Fehlverhalten deutlich zu machen.

In einem Interview wird eine Frau gefragt, was es ihrer Meinung nach an Tankstellen noch zu verbessern gibt. Die verblüffende Antwort: Man sollte zum Tanken nicht mehr aussteigen müssen. Es gibt in der (deutschen) Bevölkerung gewiss einen Hang zur Beachtung der Gesetze der Natur, aber vielleicht noch eher einen zunehmenden zu (noch) mehr Bequemlichkeit. Gewiss, auf längeren Strecken passt das E-Auto durch das nötige Nachladen noch nicht in diesen Trend, aber ansonsten schon.


Scheibenwischer, angetrieben vom Tacho oder von Hand

Sie müssen sich einmal vor Augen führen, was für einen beispiellosen Siegeszug der Elektromotor im Kraftfahrzeug schon hinter sich hat. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es Autos, die noch nicht einmal einen für die Scheibenwischer hatten. Noch etwas öfter musste der Anlasser per Seilzug eingerückt werden. Beides zusammen ergab einen einzigen Elektromotor im ganzen Auto.

Er hat sich in unser Leben eingeschlichen, wesentlich früher als beispielsweise das Internet. Ohne Dauerkontakt mit dem Netz hatte er lange Zeit wenige Chancen als Fahrzeugmotor, aber jetzt sind genügend leistungsfähige Batterien vorhanden. Was wäre das Smartphone ohne sie? Der E-Motor kann sich bei Bedarf sehr klein machen, z.B. als Pumpe in der Blutbahn. Bei Operationen sichert er unser Leben.

Er kann überall hin, als Auto notfalls bis in die (vergrößerte) Wohnung. Die Amerikaner fahren schon mit Verbrennern bis kurz vor ihren Kühlschrank (in der Garage). Der E-Motor bewegt uns nicht nur mit dem Auto. Im Alter wird er auch unmittelbar an unseren Körper angeschlossen werden. Schon heute ermöglicht er Leuten eine Fortbewegung ohne Rollstuhl.

Wer hätte je gedacht, dass uns auch in Europa ein Restaurant Essen durch das Wagenfenster serviert? Dass der Rücklauf von Geschirr in einem riesigen Müllberg endet? Man will nicht mehr spülen und Kochen schaut man sich im Fernsehen an. Immer machen die anderen etwas. Wer hat noch einen Nutzgarten? Wer repariert noch selbst in der Wohnung oder am Auto? Wo gehen unsere Fähigkeiten hin, wenn wir nichts mehr selbst machen?

Das Handwerk hat bei der Jugend keine Konjunktur. Dabei wäre das eines der wenigen Bezüge zur Realität, weg von den uns allseitig umgebenden Mythen. Ob eine Arbeit am Auto erfolgreich war, kann jeder Depp beurteilen, denn er sieht, ob es fährt und wie lange. Oder, wenn es das eigene war, wird es früher als erwartet ausgetauscht? Da sind die anderen schlau genug zu vermuten, dass die Reparatur letztlich doch in die Hose gegangen ist.


Am Elektromotor (Bild oben) gibt es kaum etwas zu reparieren. Mechanisch gesehen zwei Lager, das war's. An einer Hochvoltbatterie erst recht nicht. Austauschen und industriell weiterverarbeiten, das ist der Tenor der Zeit. Bei Batterien kommt noch hinzu, dass sie mit ihrer verminderten Leistung noch weiter verwendet werden können.

Merken Sie, wie gut das in die Zeit passt? Die paar Probleme mit den Rohstoffen werden im Zangengriff erledigt. Die Industrie ist daran gewöhnt, bei einer Entwicklung mehrere Probleme gleichzeitig im Blick zu haben, beim Reifen sind es z.B. bis zu zehn. Ein(e) Entwicklungsingenieur/in kann Ihnen meist erstaunlich genau vorhersagen, wann ein bestimmter Stand erreicht sein wird.

Wohlgemerkt, bei Teilgebieten, auf denen erst noch etwas erfunden werden muss. Zangengriff bedeutet: Erst schauen, was vermieden werden kann. So z.B. vermutlich Seltene Erden und Cobalt. Dann Lösungen für reibungsfreien Ressourcenabbau bei den Rohstoffen, die unbedingt und z.B. auch noch bei der nächsten Stufe gebraucht werden, der Feststoffbatterie. Gemeint ist hier Lithium.

Neben der Lösung des Batterieproblems wird vermutlich ein Auto mit möglichst wenig Reibung das Ziel sein. Reibung, der Feind des Wirkungsgrades, aber auch von möglichst wenig Service. Die oft sogar noch bei Automatikautos nötige Kupplung ist schon weg. Ist ja auch verrückt, dass ein Motor läuft und das Fahrzeug nicht fährt, oder? Ob man einst Räder mit weit über die Rekuperation hinausgehender Stromabnahme oder Gegenstrom bis an die Blockiergrenze bringen kann, ein spannendes Thema.







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