Suche

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z




Formeln
Alle Tests
Buchladen
 F7 F9



 Verbrenner-Verbot



Jetzt hat das Europa-Parlament beschlossen, dass ab 2035 keine neuen Verbrennungsmotoren mehr hergestellt werden dürfen. Keine Angst, das Parlament ist nicht die Kommission, und in Deutschland formiert sich schon der Widerstand. Porsche samt anhängender Fachzeitschrift(en) und vermutlich auch BMW laufen jetzt schon Sturm.

Sollen wir wetten, dieser Beschluss kommt nicht durch?

Wie hat der Niedergang des Verbrennungsmotors eigentlich begonnen? Wir halten den Diesel-Skandal für eine wesentliche Ursache, zumindest jedoch für einen Anlass. In Volkes Mitte hat man vermutlich direkt geahnt, dass nicht nur VW hier kräftig gezockt hatte. Hätte VW nicht derart ungleich entschädigt, wäre vielleicht sogar noch ein gewisser Mitleidseffekt möglich gewesen.

Allen aber hätte klar sein müssen, wer generell Hand an den Dieselmotor legt, der raubt dem Verbrennungsmotor die Existenz. Denn der war es doch, der empfindlichen Nachteile der SUVs zu glätten wusste. Dazu noch etwas weniger Höhe und Gewicht, den Allradantrieb als Option und schon hätte dieser Trend leicht unterhalb der Wahrnehmungsgrenze weiter existieren können.

So aber trat der Benziner an dessen Stelle, flächendeckend z.B. bei Porsche, wo man dem Diesel noch nie so recht gewogen war. Mit einer solchen Haltung sollte man eigentlich keine SUVs verkaufen. Glaubt man wirklich, niemand in der Bevölkerung kriegt mit, wenn der Verbrauch deutlich steigt? Längst denkt man hier auch die Abschläge für die wolkigen Reichweiten von E-Autos mit, besonders im Winter.

Eigentlich mag die oben benannte Branche ausschließlich beim Benzinmotor bleiben, hat viel zu wenig Skrupel gezeigt, wenn der Verbrauch und vor allem die Preise gestiegen sind. Jetzt aber kommt ihr die Elektrifizierung gerade recht. Denn es geht schon lange nicht mehr um die Wirklichkeit, Hauptsache die Zahlen in den Prospekten stimmen.

Da akzeptiert man sogar Nachladen, freilich zuhause, wo man nicht an unwirtlichen Orten mit der Ladekarte im Regen hantieren muss. Klingt doch gut, 1,9 Liter + 15,8 kWh auf 100 km. Wer immer weder mit 100 Prozent, noch für maximal 50 km unterwegs ist, für den/die trifft das allerdings nicht zu. Ohnehin wären die 50 km nur im Sommer und bei vorsichtiger Fahrweise erreichbar. Ob Besitzer/innen von Plug-Ins so viel Disziplin besitzen?

Aber wen kümmert das, wo doch die Kundenpflege nach dem Verkauf eines Verbrenners eher zögerlich gehandhabt wurde? Sie merken, wie sorgsam wir hier krasse Fälle ausgeklammert haben. Als man noch einen wenigstens einigermaßen realistischen Verbrauch in die Prospekte schrieb, hat man an einen möglichen stillen Teilhaber Batterie nicht gedacht.

Wäre da nicht der Beschluss des EU-Parlaments, könnte man beinahe jegliche neue Grenze für den CO2-Ausstoß leicht einhalten, man müsste nur eine größere Batterie einbauen. Rein theoretisch wäre bei 100 km angestrebter elektrischer Reichweite sogar ein Null-Ausstoß möglich. Vermutlich würde dann allerdings auch der/die letzte Verbraucher/in fragen, warum da noch ein Verbrenner an Bord ist.

Und genau um den geht es. Denn mit einer sehr kleinen Batterie hat man zwar nicht mehr diese wunderschönen Prospektwerte, aber man kann rekuperieren, bis der/die Arzt/Ärztin kommt. Dies hängt nämlich von der Fahrsituation ab und ist bei einer kleinen Batterie sehr viel schwieriger, weil wenn voll, dann ist nix mehr mit Aufnahme von Strom durch Bremswirkung.

Manche Plug-In-Experten sprechen sogar schon von 30 Prozent, die man durch Rekuperation zurückgewinnt. Man arbeitet vermutlich auf 100 Prozent hin, dann braucht man überhaupt nicht mehr zu laden. Deshalb wirbt man schon mit dem Schlagwort 'selbstladend', auch so ein Augenwischer. Gemeint ist natürlich, dass der Verbrenner evtl. die 'lokale Emissionsfreiheit' garantiert, womöglich auch noch von der Navigation gelenkt. Meint, doppelt bzw. drei Mal so viel Ausstoß vor der Stadt und sauber drinnen.

Die deutschen Hersteller wollen weiterhin Verbrenner verkaufen. Wozu hat man schließlich 150 Jahre lang getüftelt? Und überhaupt, wie teuer und wie selten soll denn der Sprit für die 650.000 Oldtimer werden, wenn es keine neuen Verbrenner mehr gibt? Dass er aus Wasserstoff gewonnen anderen weggenommen wird, die ihn dringender brauchen und vermutlich sehr viel Aufwand und Kosten verursachen wird, wen hat das bei Porsche jemals gekümmert?

Wir würden uns allerdings auch Gedanken machen, wenn wir in absehbarer Zeit noch teure Sportwagen verkaufen wollten. Wenn die 800V-Ladetechnik scheinbar mühelos von günstigeren Autos adaptierbar zu sein scheint und die Elektronik wohl niemals das Geräusch eine hochdrehenden Saugmotors wird nachahmen können, um nur zwei Hemmnisse zu nennen. Aber deshalb den Verbrenner mit Gewalt durchdrücken?

Wie gesagt, es hat mit dem Diesel-Desaster begonnen. Da hatte man eine Alternative gegenüber allzu sportlichen Benzinern, Drehmoment dort, wo es nötig ist, Verbrauch erträglich, Reichweite zu vernünftigen Preisen, insgesamt wohl nie mehr erreichbar. Man hätte weiterhin auf die Kosten achten und die Prospektlügerei nicht immer weiter ausbauen sollen. Letztere wird uns allerdings wohl erhalten bleiben.









Sidemap - Technik Impressum E-Mail Datenschutz Sidemap - Hersteller