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Mobilität - Fliegen 2



Wie sind wir da eigentlich hingekommen? Ausgegangen waren wir davon, welche Gründe, außer geopolitischen, China haben könnte für die Realisierung der Eisenbahn-Seidenstraße. Natürlich eine schnellere Lieferung als mit dem Schiff. Aber gibt es da auch noch andere Gründe?

Geht man vom Auto aus, dann fällt auf, dass man die eigentlich nur mit Spezialschiffen günstig transportieren kann. Allerdings fehlen dafür noch die Massen an Export. In einen 40-Fuß-Container passen höchstens zwei Autos, wenn wir die absoluten Winzlinge und die flachen Flundern einmal außer Acht lassen.

Dagegen ist die Eisenbahn wesentlich flexibler. Die Fahrzeuge können übereinander und bei Bedarf auch in kleineren Mengen zusammen mit vielen anderen Gütern transportiert werden. Billiger ist es wohl nicht, aber immerhin entfallen Umladungen z.B. in Häfen. Vielleicht gilt ja auch das Kapern von Schiffen und die Sperrung von Engstellen bei Unfällen als Argument.

Und damit wären wir mittendrin im besonders weiten Fernverkehr. Immerhin muss man von Duisburg bis Beijing mindestens 8.000 km annehmen. Das Argument der Schnelligkeit gilt übrigens eigentlich mehr für Personen- als Warenverkehr. Unter dem Blickwinkel möglicher Änderungen bei den Flugzeiten ist vielleicht der Vergleich zur Eisenbahn interessant.

Sollte also in einer fernen Zukunft tatsächlich die Strecke vollständig von einem Hochgeschwindigkeitszug maximal genutzt werden können, dann ist bei nicht zu vielen Haltepunkten möglicherweise eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 200 km/h realistisch. Das wären dann immer noch 40 Stunden, also gut zwei Tage.

Ein Fahr-/Flugzeug, dessen Reichweite zusätzlich zum maximal möglichen Energieträger an Bord angegeben wird, verrät gleichzeitig etwas von seinem Verbrauch.

Da ist das Flugzeug mit etwa 12 Stunden doch drückend überlegen. Und das trotz mindestens einer Zwischenlandung, weil die Reichweite einer A321neo 'nur' knapp 7.000 km beträgt. Wenn sie dann maximal knapp 30.000 Liter Kerosin mitnehmen kann, dann wären das für die hier verlangten 4.000 km etwa 17.000 Liter, also 17 m3 Volumen und 14.280 kg Gewicht.

Mit Wasserstoff würde sich das Gewicht des Treibstoffs bei gleichem Brennwert auf ein Drittel reduzieren, was 4.760 kg ergibt, von den schwereren Tanks einmal abgesehen. Gehen wir allerdings von 350 bar Speicherdruck (bisher in Lkw-Prototypen) aus, so kommen wir bei 24 kg/m3 auf fast 200 m3 Raum, was einem zusätzlichen Bedarf von 183 m3 ergibt.

Bitte beachten Sie, dass eine Vergrößerung des Rumpfdurchmessers auch wieder mehr Verbrauch ergäbe, den man gerade mit der neuen Klasse mühsam reduziert hat. Und für die Strecke über den Atlantik brauchen Sie anderthalb Mal so viele Kilometer. Also doch die etwas gefährlicheren 700 bar aus dem Pkw? Allerdings kommen dann nicht 48, sondern nur 40 kg/ m3 und noch mehr Tankgewicht zusammen, was immerhin nur noch ca. 120 m3 Raumbedarf ergibt.

Bleiben wir also bei 700 bar und wollen trotzdem noch mindestens über den Atlantik, sind das 180 m3 Raumbedarf, was bei der Kabinenbreite von ca. 3,6 m abzüglich der vorhandenen Tanks immer noch gut 8 m weniger Nutzraum für Kabine und Fracht ergibt. Eine ganze Menge bei insgesamt nur 44 m Flugzeuglänge. Dabei verfeuern wir den Wasserstoff in den vorhandenen Düsen, eine Technik, die man im Kfz-Bereich längst aufgegeben hat.

Umweltfreundlich wäre es mit Brennstoffzellen und E-Motoren. Aber die brauchen zusätzlich Platz und Gewicht, falls sie die Düsen ersetzen sollen. Überhaupt wird sich das alles auf die Zahl mitzunhmender Passagiere auswirken. Ohnehin war 2019 der Verbrauch auf unter 4 Liter pro 100 Passagierkilometer gefallen, aber 2020 wegen dem geringeren Passagieraufkommen wieder darüber gestiegen.

Und so haben wir wieder an die weit vorausblickenden Chinesen gedacht. Die haben aus ihrer Sicht nämlich das Problem schon gelöst. Die bauen als Nächstes eine weitere Trasse über Sibirien nach Alaska und damit in die USA. Die Beringstraße ist nur gut 80 km breit und hat in der Mitte noch eine Insel. Wäre doch gelacht, wenn man mit Schnee, Eis, Kälte und solch einer lächerlichen Brücke nicht fertig würde.








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